Planungsausschuss stimmt Änderung im Bebauungsplan Brockeler Straße II zu

Nächster Schritt für Wohnungsprojekt

Noch haben die Vögel weitestgehend freie Flugbahn auf der Fläche des Baugebiets Brockeler Straße II. Schon bald allerdings werden dort die weiteren Grundstücke gebaut.
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Noch haben die Vögel weitestgehend freie Flugbahn auf der Fläche des Baugebiets Brockeler Straße II. Schon bald allerdings werden dort die weiteren Grundstücke gebaut.

Rotenburg – Schon mehrere Bauherren haben auf ihren Grundstücken im neuen Baugebiet Brockeler Straße II in Rotenburg begonnen, den Traum der eigenen vier Wände zu verwirklichen. Die Stadt möchte innerhalb des sogenannten 55+ Bereichs allerdings auch Mietwohnraum schaffen. Um ein entsprechendes Objekt umsetzen zu können, hat die Verwaltung daher jetzt noch einmal den bestehenden Bebauungsplan geändert. Nach der erfolgten Auslegung hat der Planungsausschuss nun sein Okay gegeben.

Es gibt einen Investor, der auf sechs zusammengefassten Bauplätzen eine Bebauung mit zwölf Wohneinheiten errichten möchte. Nach einem Architektenwettbewerb liegt ein Entwurf vor, der Wohnungen zwischen 35 und 81 Quadratmetern sowie Gemeinschaftsflächen vorsieht. Angesprochen werden sollen damit Menschen, die wenig verdienen oder eine kleinere Rente haben. Nun musste die Stadt dafür aber nochmal den Bebauungsplan ändern. Unter anderem, weil die bislang festgelegte Traufhöhe von 3,50 Metern für das geplante Vorhaben nicht ausreicht – zumindest in der Mitte der Fläche für das Bauvorhaben. Dort soll die Traufhöhe 6,50 Meter betragen dürfen. Die werden gebraucht, weil in einem Obergeschoss kleinere Wohnungen entstehen. Insgesamt gelte aber trotzdem die höchstens eingeschossige Bauweise, betont Bauamtsleiter Clemens Bumann.

Bei der öffentlichen Auslegung habe es von den Behörden nur wenige Einwände gegeben. Zwei Anwohner, die erst Ende vergangenen Jahres ihre Grundstücke von der Stadt gekauft haben, haben allerdings Bedenken geäußert. Einer sorgt sich, dass der Verkehr dadurch deutlich zunimmt. Ein weiterer ärgert sich, dass nun, nachdem er bereits das Grundstück gekauft und mit dem Bau begonnen hat, der Plan für die Fläche direkt gegenüber geändert wird und nicht nur die erlaubte Bauhöhe geändert, sondern auch die Grundflächenzahl auf 0,8 erhöht wird. Auch ein Anwalt hat dazu entsprechend Stellung bezogen. Darin heißt es unter anderem, dass das „schutzwürdige Vertrauen“, das die Eigentümer mit dem Kaufvertrag erworben hätten, bei dieser Änderung verletzt würde. Bumann hält alle Einwände allerdings für entkräftbar: „Die Grundzüge des Bebauungsplans werden nicht verändert.“ Zumal, teilte der Bauamtsleiter mit, sich weitere Anwohner im Rathaus erkundigt hätten und sich die entsprechenden Pläne angesehen hätten. „Die fanden es alle gut“, erklärt Bumann. Die beiden Anlieger, die eine Stellungnahme abgegeben haben, hätten sich hingegen nicht die Pläne angesehen. Von dem Bauvorhaben selbst und dem Architektenwettbewerb hätten sie allerdings vor Abschluss des Kaufvertrags gewusst.

Trotzdem bliebt die Sorge, dass es nicht bei der Stellungnahme bleibt. Hartmut Eichhorn (Grüne) wollte wissen, ob zu befürchten sei, dass die Anwohner noch weiter gehen und klagen. Das, meinte die Erste Stadträtin Bernadette Nadermann, könne niemand hier wissen. Selbst vor Ort waren die Parteien nicht. Aber auch falls das der Fall wäre, „ich glaube nicht, dass sie Erfolg damit hätten.“  faw

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