In der Nacht von Silvester auf Neujahr gibt es immer mehr zu tun

Mehr Streifenwagen unterwegs

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Weil überall ausgiebig gefeiert wird, sind zum Jahreswechsel deutlich mehr Streifenwagen unterwegs.

Rotenburg - Von Ulf Buschmann. Arbeiten und einsatzbereit sein, wenn andere feiern – so geht es den Angehörigen von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten in der Regel in der Nacht von Silvester auf Neujahr. Die Ordnungskräfte und Helfer im Landkreis Rotenburg reagieren unterschiedlich auf den Jahreswechsel.

Die Beamten der Polizeiinspektion Rotenburg haben in der letzten Nacht des Jahres erfahrungsgemäß mehr zu tun. Dabei, so lässt Sprecher Heiner van der Werp wissen, reiche das Spektrum von Ruhestörungen bis hin zu Gewaltdelikten. Kurz: Alle Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, die die Ordnungshüter im Landkreis während ihres Dienstalltags zu bearbeiten haben, kommen in der Nacht von Silvester auf Neujahr an der einen oder anderen Stelle gehäuft vor.

Darauf reagieren die zuständigen Stellen in den Polizeiinspektionen schon seit einigen Jahren. „Wir stellen uns auf Nächte ein, in denen es erfahrungsgemäß mehr Einsätze als in anderen Nächten gibt, mit einem höheren Kräfteansatz. Das bedeutet, dass mehr Streifenwagen unterwegs sind. Dazu gehören die Weihnachtsfeiertage und vor allem die Silvesternacht“, sagt van der Werp. Und: „Genaue Zahlen über unsere Einsatzstärken liefern wir natürlich nicht.“ Nur so viel lässt der Polizeisprecher wissen: „Die Polizeistation Scheeßel versieht während der Feuerwerksaktion auf dem Eichenring außerplanmäßig Dienst.“ Ansonsten blieben die kleinen Polizeistationen nachts und an den Feiertagen geschlossen.

Besondere Vorbereitungen gibt es bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Großen und Ganzen nicht. „Jeder feiert zuhause“, bringt es Dennis Preißler, Pressesprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Bothel, stellvertretend für fast alle auf den Punkt. Feuerwehrtechnisch sei nicht viel los. Gleichwohl stünden zehn Aktive bereit, um im Bedarfsfall schnell ausrücken zu können. Ähnlich geht es bei der Ortswehr Visselhövede zu. Schon seit fünf Jahren treffen sich die Helfer im Alter von 19 bis 28 Jahren im Gerätehaus, um dort den Jahreswechsel zu begehen. Dies, meint Ortsbrandmeister Kai-Olaf Hering, sei Kameradschaftspflege und Sicherung der Einsatzbereitschaft zugleich. Diese Regelung habe sich so eingespielt, „dass ich mich beruhigt zurücklehnen kann“, freut sich Hering über das Engagement seiner Kollegen.

„Unsere Einsatzbereitschaft ist gewährleistet“, betont auch Rotenburgs Stadtbrandmeister Thorsten Reinsch. Wer nicht feiere stelle sicher, dass genügend Frauen und Männer zur Stelle seien. Gegebenenfalls werde „großräumiger alarmiert“. Das bedeutet, dass je nach Einsatzlage auch die Angehörigen weiterer Ortsfeuerwehren zum Brand oder zur Technischen Hilfeleistung ausrücken müssen.

Reinsch sieht die Bildung sogenannter Bereitschaften an Sonn- und Feiertagen durchaus kritisch. In solch einem Fall müsse die jeweilige Kommune, Einsatzentgelt zahlen. Dies könne die Kassen erheblich belasten. Nur einmal, im Jahr 1999, sei die Feuerwehr davon betroffen gewesen. Hintergrund: Damals wusste niemand, ob die Computer und kritische Infrastrukturen wie die Kraftwerke den Sprung ins Jahr 2000 schadlos überstehen.

Normalität herrscht in der Silvesternacht nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch an anderer Stelle. „Weder in der Leitstelle noch beim Rettungsdienst gibt es einen verstärkten Personaleinsatz“, teilt die Sprecherin des Landkreises Rotenburg, Christine Huchzermeier, auf Nachfrage mit.

Ihre Kollegin Ute-Andrea Ludwig vom Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg erklärt überdies, dass Silvester „genauso gearbeitet wird wie in allen anderen Nächten“. Sie ergänzt: „Die Erfahrung aus den Vorjahren zeigt, dass das Aufkommen von Notfällen in der Silvesternacht nur geringfügig höher ist als sonst.“ Meistens müssten die Mitarbeiter in der Notaufnahme und der Unfallambulanz „Menschen mit den typischen Verletzungsmustern, die unter Alkoholeinfluss entstehen können“ behandeln. Hierzu gehörten Verletzungen durch Stürze oder leichte Verletzungen durch Feuerwerkskörper.

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