Schlaflos durch Rotenburg: Die Nacht

Frühaufsteher treffen auf Spätschläfer

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Die erste Station im Max 2.0: Wirt Burghard und seine Kollegin Madlen Gerken sowie die letzte Gäste.

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist die Nacht unserer Reportage. Im „Max 2.0“ am Neuen Markt nippen die letzten Gäste an ihrem Bier. Bei der Polizei sind sie froh, dass es draußen recht ruhig ist, und in der Backstube der Bäckerei laufen die Öfen schon auf Hochtouren. Frühaufsteher und Spätschläfer – sie prägen das Leben zwischen 0 und 6 Uhr in Rotenburg.

Freitags und samstags machen sie länger im „Max 2.0“, erzählt Wirt Burghard Hellberg. Manchmal komme es zwar vor, dass er in der Woche auch erst um 4 Uhr den Laden wieder abschließt. Doch heute wird es wohl nicht so spät. Fünf Gäste sitzen noch am Tresen – sie alle sehen schon müde aus und werden sicherlich bald nach Hause gehen. Wir ziehen nach einem Kaffee weiter zum Bahnhof, wollen mal gucken, wer so mit den letzten Zügen aus Hamburg und Bremen in der Kreisstadt eintrifft. „Wir waren im Musical ‚König der Löwen‘“, erzählt der Rotenburger Autor Manfred W. Witte. In Begleitung von Edith Schulz steigt er fröhlich aus dem Zug. Es sei ein runder Tag gewesen, schließlich hätten sie auch einen Bummel über den Weihnachtsmarkt gemacht.

Michael Schadel hatte die gleiche Idee wie wir, auch er hat es auf die Nachtschwärmer abgesehen, die wieder zurück nach Hause wollen. Er ist Taxifahrer. Zu dieser Zeit stehen meistens noch drei Kollegen hier bereit. „Aber die meisten bestellen vor, um sicher zu sein, ein Taxi zu bekommen“, sagt Schadel. Er muss noch bis 6 Uhr arbeiten. Jetzt hat er eine vorbestellte Fahrt nach Eversen.

#ROW24: O bis 12 Uhr - mit Frühaufstehern unterwegs

An Gleis 5 steht Michael. Er arbeitet im Auftrag der „Metronom Eisenbahngesellschaft“ für ein Sicherheitsunternehmen, begleitet nachts die Züge zwischen Bremen und Hamburg. Diesmal ist er in Rotenburg ausgestiegen; er muss die außerhalb des Bahnhofes geparkten Züge bewachen. Mit ihm mussten auch zwei junge Männer den aus Hamburg kommenden Zug verlassen – sie hatten sich während der Fahrt hemmungslos übergeben. Ob sie vor dem Ausstieg noch sauber machen mussten, bleibt unklar.

In der Backstube der Stadtbäckerei Freitag fällt eine Stunde später der herrliche Duft auf. Mehrere Männer verrichten ruhig ihre Arbeit, und der Chef Paul Dittmer erklärt uns, dass die Mitarbeiter nach und nach eintrudeln. Zuletzt kommt der Konditor – damit die Torten auch frisch in den Laden kommen. Bis dahin sind fast 6000 Brötchen fertig gebacken.

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