Die Freiwilligenbörse des Landkreises ist weiterhin aktiv / Anfragen steigen

Nachbarschaftshilfe bei den kleinen Dingen

Der Einkauf vor der Tür: Corona-gerechte Hilfe, die viele gerne annehmen.
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Der Einkauf vor der Tür: Corona-gerechte Hilfe, die viele gerne annehmen.

Rotenburg – Die Coronazahlen steigen im Landkreis Rotenburg aktuell täglich weiter an. Die Gesamtzahl der aktiv Infizierten ist in der Region so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Da rückt eine besondere Form der Unterstützung wieder in den Fokus: die Corona-Freiwilligenbörse des Landkreises. Die ist nämlich weiterhin aktiv, erzählt Ehrenamtskoordinatorin Sandra Pragmann – und wird wieder stärker gebraucht als noch vor wenigen Wochen.

Dank des Impffortschritts herrschen andere Voraussetzungen als noch im vergangenen Winter. Dennoch sind viele Menschen entweder durch ihre Erkrankung oder als Kontaktperson in Quarantäne. Sie sind also darauf angewiesen, dass andere ihnen helfen – Botengänge erledigen, einkaufen gehen, den Hund ausführen. Es sind Kleinigkeiten, aber nicht jeder hat Familie oder Freunde in der Nähe, die dann unterstützen können – oder mitunter auch wollen. Erst letztens gab es einen Facebook-Aufruf in der sogenannten Altkreis-Gruppe, dass ein erkranktes Ehepaar jemanden sucht, der in der Zeit ihrer Quarantäne dreimal täglich mit ihrem Hund Gassi gehen könnte.

An dieser Stelle wird die Freiwilligenbörse aktiv: Sie vermittelt landkreisweit Hilfen, koordiniert von Pragmann und ihrer Kollegin Gerlinde Wozniak. „Unser Ziel war und ist eine zentrale Anlaufstelle für Hilfsangebote, Nachbarschaftshilfe und Hilfesuchende, die unter größtmöglicher Sicherheit ein Angebot für alle im Landkreis bietet. Sie richtet sich insbesondere auch an die Menschen, die keinen Zugang zum Internet und den sozialen Medien haben“, hatte Pragmann Anfang 2020 unserer Redaktion gegenüber erklärt. Doch knapp zwei Jahre später zeigt sich: Der Bedarf ist auch an anderer Stelle da. Wir haben bei ihr einmal nach dem aktuellen Stand gefragt:

Wie viele Freiwillige sind derzeit gemeldet?

Zurzeit sind 235 Freiwillige gemeldet.

Gibt es viele Hilfegesuche oder sind es in der aktuellen Corona-Lage sogar wieder mehr geworden?

Es kommen aktuell vereinzelt Anfragen zu Einkaufshilfen und zum Gassi-Gehen mit Hunden aufgrund der eigenen Quarantäne oder Isolation. Es sind jetzt mehr Anfragen als noch vor Weihnachten.

Hat sich die Art der Hilfegesuche über die Pandemiedauer verändert?

Mittlerweile melden sich nur noch von Quarantäne oder Isolation betroffene Menschen. Zu Pandemiebeginn haben die Menschen mehr aus Vorsicht oder Angst vor Ansteckung bei uns angefragt.

Wie viele Menschen haben sich bisher gemeldet, die auf diese Weise Hilfe angefragt haben?

Die Freiwilligen wurden bisher 80 mal aktiv im Rahmen der Einkaufshilfen, Betreuung von Tieren und Impfpatenschaften für die erste Impfung. Darüber hinaus wurden sie in mindestens 100 Fällen als Impfpaten aktiv, um online Termine zu buchen oder als Test- und Impfhelfer in den Test- und Impfstellen des DRK zu unterstützen. In vielen hundert Gesprächen vermittelten wir selbst Impftermine und Testmöglichkeiten beziehungsweise berieten über Möglichkeiten dazu.

Gab es schon kuriose Anfragen?

So richtig kurios war es nicht. Es zeigte sich eher erschreckend, wie viele Menschen – insbesondere von ihren Kindern oder anderen Familienmitgliedern – allein gelassen wurden mit all ihren Fragen und ihrem Unterstützungsbedarf. Unser Angebot war ja insbesondere für allein lebende Menschen gedacht oder diejenigen, die keine Familienangehörigen haben. Nun wurde aber sehr deutlich, dass auch viele andere Menschen, die eigentlich Familie haben, Unterstützung suchten. Das machte uns immer wieder sehr betroffen. Alle Anrufer waren dankbar für unser Angebot und trotz all der Ängste und Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation verliefen die Gespräche sehr freundlich und verständnisvoll. Und schlussendlich auch alle erfolgreich. Es zeigt sich, dass bei uns im Landkreis die Hilfs- und Engagementbereitschaft sehr hoch ist und sich mehr Helfer melden als wir (zum Glück) benötigen. Das ist wirklich ein Grund, hoffnungsvoll nach vorne zu blicken.

Kontakt für Helfer und Hilfesuchende

Wer Hilfe braucht oder selber helfen möchte, kann sich bei der Corona-Freiwilligenbörse des Landkreises auf dessen Internetseite registrieren (im Bereich Bürgerservice) oder Kontakt mit der Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Arbeit aufnehmen, per E-Mail an ehrenamt@lk-row.de oder unter der Nummer 04261/9832859.

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