Rotenburger DRK-Kreisgeschäftsführerin Ilse Fleischer (84) im Heimathaus verabschiedet

Nach 50 Jahren in den Ruhestand

Blumen und anerkennende Worte gab es für Ilse Fleischer während ihrer Verabschiedung in den Ruhestand. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Ilse Fleischer ist eine besondere Frau. Die 84-Jährige aus Nienburg ist 50 Jahre hauptamtlich für das Deutsche Rote Kreuz tätig gewesen. Allein 19 Jahre davon hat sie als Kreisgeschäftsführerin in Rotenburg gearbeitet. Sie hat das damals havarierte Schiff „DRK-Kreisverband Rotenburg“ wieder seetüchtig gemacht und bis dato in ein sicheres Fahrwasser geführt. Nun verabschiedete sie sich am Dienstagabend im Rotenburger Heimathaus endgültig in den Ruhestand, in den sie sich eigentlich bereits 1997 begeben wollte. Aber dann kam der große Hilferuf des Landesverbandes.

„Es gibt einzigartige Ereignisse von Menschen, die großen Eindruck und Respekt hinterlassen. Ein solcher Mensch sind Sie“, lobte die Vizepräsidentin des Landesverbandes Niedersachsen, Mechthild Ross-Luttmann, die Tätigkeit der Ruheständlerin. Fleischers DRK-Karriere habe 1966 in Nienburg beim dortigen Kreisverband (KV) begonnen. Ross-Luttmann hob das Engagement für die Jugend- und Seniorenarbeit hervor. „1997 wurden Sie nach einem erfüllten Arbeitsleben in den Ruhestand verabschiedet. In den Genuss des Rentnerlebens gelangten Sie allerdings nicht“, stellte sie fest.

Denn: In einem Hilferuf hatte der Landesverband (LV) um Mithilfe gebeten, den KV-Rotenburg, der zum damaligen Zeitpunkt finanziell und personell in enormer Bedrängnis war, zu sanieren. Ihre fachliche Qualifikation und die ruhige, zuverlässige und zielstrebige Art seien die Erfolgsgaranten gewesen. „Das Feld ist nun bestellt. Sie können in Ruhe gehen“, so Ross-Lutttmann. Während ihrer Rotenburger Zeit habe Fleischer dreimal wöchentlich die Strapazen der Fahrt von Nienburg nach Rotenburg auf sich genommen. Dennoch habe die Geschäftsführerin Zeit gefunden, ein Buch zu schreiben. Unter dem Titel „Frisch geföhnt“ erzählt die Autorin darin Anekdoten von Menschen beim Roten Kreuz. Auch Landrat Hermann Luttmann (CDU) erinnerte in seiner Rede an die schwierige Situation vor 19 Jahren. Als „Troubleshooter“ habe Fleischer ganze Arbeit geleistet. In akribischer Aufarbeitung sei es ihr mit einigen Helfern gelungen, alle Hürden zu nehmen und das Renommee der Kreisverbandes wieder herzustellen. „Gerade dafür auch heute noch einmal mein ganz persönlicher Dank“, so der Landrat.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) lobte den Mut Fleischers, dass sie damals den schweren Auftrag angenommen habe. Sie habe in Rotenburg viel aufgebaut, von dem auch die Stadt profitiere. Unter anderem erwähnte er die Kleiderkammer an der Brauerstraße, die aktuell viele in der Kreisstadt untergebrachte Flüchtlinge mit Kleidung versorgt.

„Als Hauptamtliche bin ich in den Ruhestand gegangen, aber dem DRK Nienburg bleibe ich als Vorsitzende des dortigen Ortsverbandes erhalten“, sagte Fleischer.  - go

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