Nach Insolvenzantrag läuft der Betrieb der Matthias-Claudius-Altenhilfe weiter

Der Alltag ist eingekehrt

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Das Insolvenzverfahren der Matthias-Claudius-Altenhilfe wird am 1. Januar 2016 eröffnet.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Die drei Häuser der Matthias-Claudius-Altenhilfe (MCA) in Rotenburg und Scheeßel sollen nach Möglichkeit in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben. Dafür sprechen sich Geschäftsführer Heiko Müller und der zuständige Insolvenzverwalter Sebastian Ludolfs nach wie vor aus. Um das zu gewährleisten, laufen derzeit bereits Gespräche mit möglichen Investoren.

Gut einen Monat ist es her, dass die MCA den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Walsroder Amtsgericht gestellt hat. Die schwierige Situation in der Pflegebranche hatte die Altenhilfe mit ihren drei Standorten – in Rotenburg das Matthias-Claudius-Heim und das Haus Hemphöfen sowie das Beekehaus in Scheeßel – in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht. Belastungen aus Immobiliendarlehen, gestiegene Personalkosten und die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hatten dem Trägerverein MCA seit Jahren zugesetzt.

Nach Bekanntgabe der Insolvenz habe in den Heimen zunächst Unruhe und Verunsicherung geherrscht, berichtet Geschäftsführer Heiko Müller. Doch nach mehreren Informationsabenden für Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige sei schnell wieder der Alltag eingekehrt. „Alle sind sehr entspannt“, erzählt er. Gewisse Ängste seien zwar nach wie vor da, aber – und das betont der Geschäftsführer – alle hätten verstanden, dass der Betrieb wie bisher weitergehen wird.

Wie die Zukunft der MCA genau aussieht: Das herauszufinden ist Aufgabe von Sebastian Ludolfs. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist laut eigener Aussage derzeit mit der Suche nach möglichen Investoren beschäftigt. So habe er Kontakt mit einer großen diakonischen Einrichtung in Rotenburg aufgenommen, auch Gespräche mit privaten Investoren würden bereits geführt. „30 Gesellschaften haben wir angesprochen“, erzählt Ludolfs. Ernsthaftes Interesse hätten fünf bis zehn von ihnen signalisiert.

„Das Ziel ist es, die drei Heime als Verbund aufrecht zu erhalten“, berichtet der Insolvenzverwalter weiter. Inwieweit das realistisch ist, bleibe abzuwarten. Theoretisch könnte die Trägerschaft aufgelöst und die drei Häuser von verschiedenen Investoren weitergeführt werden.

Doch das sei reine Spekulation. Der Betrieb ist stabil, die rund 200 Lieferanten versorgen die Heime wie gehabt. Mit den Kreditinstituten hat sich Ludolfs darauf verständigt, dass diese ihre Forderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Januar 2016 erst einmal zurückstellen.

Die drei Häuser in Rotenburg und Scheeßel sind mit einer Belegungsquote zwischen 90 und 95 Prozent nach wie vor gut ausgelastet. 260 Mitarbeiter versorgen die derzeit 220 Bewohner. An den Zahlen soll sich auch in Zukunft nichts ändern. „Arbeitsplätze können wir rechtlich betrachtet nicht abbauen und das wollen wir auch gar nicht“, betont Ludolfs. Kündigungen habe es seit Bekanntgabe der Insolvenz lediglich zwei gegeben, sagt auch Geschäftsführer Müller. „Alle stehen unglaublich kollegial zusammen.“

Gemeinsam blicke man nun dem Verfahren Anfang des Jahres entgegen. „Wir hoffen, dass wir zum 1. März zu einem Abschluss kommen“, so Insolvenzverwalter Ludolfs.

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