Nach der ersten Nacht in Rotenburg sind sie alle froh, hier zu sein

Zehn Flüchtlinge aus fünf verschiedenen Staaten

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Khodr Omar (links) hilft dem Sudanesen beim Sortieren der erforderlichen Unterlagen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Khodr Omar ist ein Allround-Hausmeister. Der Libanese arbeitet seit 1998 für die Stadt Rotenburg – und er ist Gold wert. Er kümmert sich nicht nur darum, dass technisch alles läuft, sondern ist mit seiner Sprachkenntnis auch im Amt für Jugend und Soziales ein äußerst gefragter Mann. Er spricht Deutsch und Arabisch – genau so einen brauchen die Kollegen gerade jetzt, da viele Flüchtlinge auch nach Rotenburg kommen.

Dienstagmorgen: Bürgermeister Andreas Weber (SPD) begrüßt die zehn Flüchtlinge im Rathaus, die am Montag zusammen mit 59 weiteren Asylbewerbern im Landkreis angekommen sind. „Wir waren in Braunschweig“, sagt der Mann aus Syrien, der das Zusammentreffen mit dem Bürgermeister nutzt, um sich nach den beruflichen Möglichkeiten in Rotenburg zu erkundigen. Er sei Mediziner, sagt er. Doch zunächst einmal geht es darum, eine Reihe von Formalitäten zu erledigen. Khodr Omar hat schon früh am Morgen die zehn Flüchtlinge in der städtischen Unterkunft an der Wallbergstraße / Ecke Hemphöfen geweckt, damit sie alle pünktlich im Rathaus sind.

Die zehn Flüchtlinge, die am Montag in die Stadt Rotenburg gekommen sind, warten auf die Anmeldegespräche.

Elke Bellmann, Leiterin des städtischen Amtes für Jugend und Soziales, hatte mit ihren Kollegen alles vorbereitet, um ihre Anmeldung und Einweisung vornehmen zu können. Dazu gehören auch Anträge, damit alle das ihnen zustehende Geld bekommen. „Das entspricht annähernd dem Hartz-IV-Satz“, sagt Birgit Gölitzer. Sind die Formalitäten erst einmal erledigt, sind die Mitarbeiter im Rathaus bemüht, die Neuankömmlinge möglichst schnell in passenden Wohnungen unterzubringen. „So ganz zeitnah wird das diesmal nicht klappen“, sagt Bellmann, „aber wir bemühen uns“.

Es sind zehn Flüchtlinge aus fünf verschiedenen Ländern. Sie kommen aus Syrien, Algerien, dem Sudan, aus Bosnien sowie aus Montenegro. Nach ihrer Ankunft in Deutschland waren sie zunächst in einem Erstaufnahmelager in Braunschweig. „Dort waren mehr als 1200 Menschen“, berichten einer von ihnen, während sie auf dem Flur darauf warten, zu den Anmeldegesprächen in die Büros gebeten zu werden. Einige von ihnen waren zwei Wochen dort, andere sogar mehr als zwei Monate. „Ja, ich bin sehr froh, jetzt hier in Rotenburg zu sein“, versichert einer der Männer. Die erste Nacht sei gut gewesen – und der Empfang mit Bürgermeister Andreas Weber und seinem Team freundlich, in dem Hausmeister Khodr Omar (56) eine ganz wesentliche Rolle spielt an diesem Morgen nach der Ankunft.

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