Sprecherin und Vorstandsmitglieder legen Ämter nieder

Nach erneuten Querelen Rücktritte bei Kreis-Grünen

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Marianne Knabbe ist nicht länger Sprecherin der Kreis-Grünen. Und auch auf ihre Kreistagskandidatur verzichtet sie. 

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Wenige Monate vor der Kommunalwahl hat es im Kreisvorstand der Grünen einmal mehr gekracht. Sprecherin Marianne Knabbe und drei weitere Mitglieder sind zurückgetreten. Wegen interner Differenzen, wie es offiziell heißt.

Auf der Homepage des Kreisverbands zeigt sich der inzwischen alte Vorstand noch in idyllischer Gartenlandschaft, doch schon bei der sich direkt darunter anschließenden Namensliste fehlen einige der abgebildeten Personen. Außer Knabbe haben Klaus Lempert (Sothel), Antje Buschmann (Breddorf) und Arthur Lempert (Sothel) den Vorstand verlassen. Neben dem Rotenburger Ulrich Thiart steht nun Gabriele Schnellrieder aus Fintel als Sprecherin an der Doppelspitze des Kreisverbands.

In den vergangenen Jahren ist es bei den Grünen im Landkreis Rotenburg wiederholt zu internen Querelen gekommen. Erinnert sei an die Landratswahl 2014, bei es der Partei nur mit Mühe gelang, die Landtagsabgeordnete Elke Twesten von einer eigenen Kandidatur abzuhalten, hatten die Grünen doch bereits gemeinsam mit SPD und WFB einen gemeinsamen Kandidaten in Hans-Peter Daub gefunden. Im vergangenen Jahr ließ zunächst der Rücktritt von Sprecherin Susanne Mrugalla aufhorchen, wenig später musste Sprecherin Ursel Brüning-Wildhagen ihren Hut nehmen – nach nur einem Jahr Amtszeit. Sie unterlag auf einer Mitgliederversammlung Marianne Knabbe.

Von Problemen in der internen Kommunikation und fehlender Öffentlichkeitsarbeit war damals die Rede. Und von einem Neuanfang. Tatsächlich gingen die Grünen fortan stärker in die Offensive. Zum Beispiel äußerte sich der Kreisvorstand nun wahrnehmbar zum Thema Naturschutzgebiet Beverniederung, zum Moorkonzept und – zum Teil im Widerspruch zu Zevener Parteifreunden – über die Zukunft der Ostemed-Kliniken.

An der angestrebten Teamarbeit aber haperte es offenbar weiterhin. Und so war der Vorstand da, wo er nach eigenem Bekunden schon vor einem Jahr war: Er beschäftigte sich in starkem Maße mit sich selbst. Folge sind die jüngsten Rücktritte. Wenige Wochen vor den Wahlen ein höchst unglücklicher Zeitpunkt. „Wenn es nicht passt, dann passt es nicht“, kommentierte Marianne Knabbe die Situation auf Anfrage. Soll heißen: Einige Protagonisten können einfach nicht miteinander. In der Sache sollte sich der Vorstand gut verstehen, tatsächlich habe es aber immer wieder auch Missverständnisse gegeben, erklärt die Plönjeshauserin. „Es menschelt bei den Grünen.“ Hinzu komme, dass es zum Teil diametral unterschiedliche Interessenlagen sowie gerade auch zwischen Nord- und Südkreis verschiedene Themenschwerpunkte gebe. Für eine vergleichsweise kleine Partei wie die Grünen sei es schwierig, da die Balance zu wahren.

Für sie sei die Arbeit als Kreissprecherin zunehmend aufreibend gewesen, weshalb sie nun die Konsequenzen gezogen habe, so Knabbe. Zumal sie auch beruflich verstärkt gefordert sei.

Inwieweit es für den Knatsch in ihrer Partei eine Rolle spielt, dass einige recht offen für die Zeit nach den Kommunalwahlen mit einer Zusammenarbeit mit der CDU auch auf Kreisebene liebäugeln, mochte die Plönjeshauserin nicht kommentieren. Auch bei der Frage, warum es in den vergangenen Jahren im Kreisvorstand der Grünen wiederholt „menschelt“, hielt sie sich zurück. Es habe menschlich eben nicht gepasst. In einem Schreiben an die Mitglieder, das der Redaktion vorliegt, wird sie deutlicher. Danach seien Vorhaben derart torpediert worden, dass diese verzögert oder gar verhindert worden seien.

Großen Wert legt Marianne Knabbe darauf, dass ihr Rücktritt aus dem Kreisvorstand nichts mit der Nominierung für die Kreistagswahl zu tun habe. Sie hatte für den Wahlbezirk I, also für Selsingen, Gnarrenburg, Bremervörde und Geestequelle, parteiintern für Listenplatz eins kandidiert, war aber dem Vorsitzenden der Kreistagsfraktion, Reinhard Bussenius, knapp unterlegen. Sie habe zuvor angekündigt, auf Listenplatz eins anzutreten oder gar nicht, begründete Knabbe unter Verweis auf Bestrebungen ihrer Partei, die ungeraden Listenplätze möglichst mit Frauen zu besetzen. Nachdem die Mitglieder anders entschieden hatten, habe sie ihre Ankündigung wahr gemacht. Somit endet ihr Kreistagsmandat, das sie 2011 angetreten hatte, nach der Kommunalwahl.

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