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Noch eine saftige Gaspreiserhöhung

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Von: Guido Menker

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Eine Hand greift zum Heizungsthermostat.
Heizen wird im April noch einmal teurer. © Menker

Rotenburg – Die Kundenberatung der Stadtwerke Rotenburg (SR) dürfte in den kommenden Wochen und Monaten in Rotenburg und in Visselhövede besonders gefragt sein. Wie lässt sich Energie einsparen, und wie passe ich am besten die monatlichen Abschläge an? Diese Fragen werden im Mittelpunkt stehen, denn nachdem der Gaspreis zu Beginn dieses Jahres um bis zu 49 Prozent angestiegen ist, müssen die SR-Kunden vom 1. April an noch tiefer in die Tasche greifen. Je nach Tarif sind die Preise dann gegenüber dem Vorjahr bis zu doppelt so hoch.

„Unser Bestreben, die Erdgaspreise über einen langen Zeitraum stabil zu halten, ist unter den momentanen Voraussetzungen nicht möglich. Preisanpassungen – auch Senkungen – in kurzen Abständen sind zu Zeiten dieser besonderen Marktlage nicht ausgeschlossen. Dies gilt auch für abgeschlossene Sonderverträge“, heißt es in einem Informationsschreiben, das die SR in diesen Tagen an alle betroffenen Kunden verschicken. „Wir haben es mit einer sehr schwierigen Situation zu tun“, so SR-Geschäftsführer Volker Meyer in einem Gespräch dazu mit der Kreiszeitung.

Die Entwicklung der Preise nach der letzten SR-Ankündigung neuer Preise im November habe sich entgegen allen Erwartungen nicht entspannt. „Wir haben es nicht mit einem Rotenburger und auch nicht mit einem deutschen, sondern mit einem weltweiten Problem, also mit einer Preisentwicklung zu tun, wie wir sie noch nie hatten“, so der SR-Geschäftsführer. Es knalle richtig auf dem Weltmarkt.

90 Prozent der SR-Kunden befinden sich im Tarif 2 der Erdgasversorgung. Sie zahlen in Rotenburg zurzeit 8,48 Cent pro Kilowattstunde Erdgas, ab 1. April müssen sie 12,19 Cent dafür überweisen. Das macht einen Anstieg um 40 Prozent. In Visselhövede geht dieser um 3,7 Cent nach oben – von 9,15 auf dann 12,85 Cent je Kilowattstunde. Das bedeutet eine Steigerung um 36,5 Prozent. Der Anstieg der beiden Sondertarife mit längerfristiger Kundenbindung falle etwas moderater aus, belaufe sich in Rotenburg und Visselhövede auf rund 30 Prozent.

Die Experten der Stadtwerke empfehlen ihren Kunden vor diesem Hintergrund, ihre monatlichen Abschläge so anzupassen, dass am Ende des Jahres keine allzu hohe Nachzahlung erforderlich wird. „Dabei wollen wir unseren Kunden gerne helfen. Dafür ist es ratsam, den jährlichen Verbrauch zu betrachten“, erklärt Uwe Schmidt. Er leitet bei den Stadtwerken den Bereich Marketing und Vertrieb.

Schon jetzt erreichen die Mitarbeiter im Kundencenter Anrufe. Einige schimpften erst einmal über die aktuelle Marktlage, andere bitten schon jetzt um Hilfe. Darunter sind auch Menschen, denen es schwerfällt, erneut die monatlichen Abschlagszahlungen zu erhöhen.

Meyer betont, dass die Stadtwerke in der Situation seien, die „schlechte Nachricht“ zu übermitteln. Hintergrund sei eben die Marktpreislage. Beim langfristigen Einkauf für 2023 habe sich der Gaspreis an der Börse von 22 Euro je Megawattstunde im August vergangenen Jahres auf 55 Euro jetzt im Februar nach oben entwickelt. Zurzeit geht die Kurve also deutlich nach oben, was auch für den Kunden am Ende zu einem saftigen Preisanstieg führt. „Eine Prognose ist zurzeit nicht möglich“, fügt der Geschäftsführer hinzu – niemand wisse zurzeit, wohin die Reise geht. Drei Jahre lang war der SR-Gaspreis stabil. Zum 1. Januar 2022 dann eine erste, deutliche Erhöhung – und jetzt kommt noch eine obendrauf. Der Rede- und Beratungsbedarf der Kunden ist programmiert.

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