Nach dem Anschlag in Tunesien buchen viele auf Spanien und Bulgarien um

Kreisbürger bleiben lieber in Europa

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Urlaubsprospekte für die Tonne: Nach dem Terroranschlag haben viele Urlauber ihre Reisen umgebucht.

Lars Warnecke - Von Matthias Röhrs,. und Inken QuebeDer Terroranschlag im tunesischen Sousse am Freitag hat viele Touristen verunsichert. Nicht nur, dass ein Großteil ihren Urlaub dort frühzeitig abgebrochen hat, auch Menschen, die in den anstehenden Sommerferien in das betroffene Gebiet reisen wollten, überlegen es sich jetzt anders – so auch im Südkreis Rotenburg. Nach dem Anschlag müssen die hiesigen Reisebüros viele Stornierungen und Umbuchungen bearbeiten.

„Alle Buchungen, die wir nach Tunesien hatten, sind jetzt storniert und in Bearbeitung“, sagt Inka Badenhop vom Tui-Reisebüro am Wasser in Rotenburg. Bereits am Samstag, einen Tag nach dem Anschlag, hätten die ersten Kunden ihre Reise umbuchen lassen. Der Rest holte dies am Montag nach.

Dabei sei es nicht immer einfach, so kurzfristig neue Ziele zu finden. Die Urlauber wollen jetzt vor allem in europäische Länder reisen, so Badenhop – auf die Kanarischen Inseln, auf die Balearen oder nach Bulgarien. „Deutsche Reisende sind an sich sehr sicherheitsbewusst“, weiß sie, „daher war es zuletzt ohnehin schwieriger, Tunesien als Reiseziel zu verkaufen“. Sie habe aber Verständnis, wenn ihre Kunden sich im Urlaub nicht mehr sicher fühlen und deshalb nicht mehr dorthin wollen.

Der Terroranschlag beschäftigt aktuell auch das Reisebüro Riebesell in Scheeßel – wenngleich im überschaubaren Rahmen. „Wir hatten bisher eine Tunesien-Urlauberin auf der Matte stehen“, erzählt Claudia Pahl. Wie bei ihren Kollegen in Rotenburg, macht die Kurzfristigkeit die Umbuchungen zu keiner leichten Angelegenheit, so die Reiseverkehrskauffrau, „die Ziele waren natürlich alle schon voll“. Die Kundin fliegt jetzt nach Bulgarien, aber „den Preis, den sie für Tunesien gezahlt hätte, konnten wir dann auch nicht mehr halten“.

Was Pahl persönlich aufgefallen sei: Vor einigen Jahren habe der Tunesien-Anteil noch bei „etwa zehn bis 15 Prozent der gebuchten Reisen gelegen“. Die Zurückhaltung betreffe aber Nordafrika insgesamt – „auch Marokko und Ägypten“. Von den jüngsten Ereignissen, ist sie sich sicher, werde sich das Land wohl nur langsam erholen.

Lutz Ilenborg, Inhaber des Tui-Travelstar-Reisebüros in Sottrum, ist zunächst einmal froh, dass seine Kunden nicht so sehr von den Anschlägen in Sousse betroffen sind. „Wir haben zum Glück nicht so viele Buchungen für Tunesien. Nur welche, die erst im September die Reise antreten“, sagt er, und die hätten sich bisher noch nicht gemeldet. Trotzdem beeinflusst der Terror auch seine Arbeit. „Wir raten jetzt jedem davon ab, dort hinzufahren“, sagt Ilenborg. Und auch an der Wieste heißt es: „Großer Gewinner ist Spanien“, die steigende Nachfrage habe er schon jetzt in den wenigen Tagen nach dem Anschlag gespürt.

Tunesien ist derzeit aber nicht der einzige touristische „Krisenherd“: Auch die Türkei sei laut Ilenborg wegen der Nähe zu Syrien ein Problem. Die finanzielle Situation in Griechenland habe sich indes nicht negativ auf das Geschäft ausgewirkt, so Claudia Pahl: „Die Kunden sind irritiert, Stornierungen gab’s dahingehend aber noch nicht“, sagt sie. „Wer eine Pauschalreise gebucht hat, ist mit ein bisschen Bargeld und der Kreditkarte unterwegs auf der sicheren Seite.“

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