Nabu vermutet Kampagne gegen niedersächsischen Agrarminister

Landvolk spielt mit Angst der Bauern

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Holger Buschmann (v.l.), Axel Roschen und Roland Meyer vermuten eine gezielte Kampagne.

Bremervörde - Der niedersächsische Nabu-Landesverband ist überzeugt: Das Landvolk fährt eine eindeutige Kampagne gegen Agrarminister Christian Meyer (Grüne). „Es wird massiv mit der Angst der Bauern vor dem Verlust ihrer Existenz gespielt“, sagte der Vorsitzende Holger Buschmann mit Blick auf die Aussagen der Landvolkvertreter zu den Moorschutzplänen des Ministers. Die Aussagen im Entwurf des Landesraumordnungsprogrammes (LROP) würden verdreht.

Die beiden Landvolk-Veranstaltungen in Bremervörde und Augustendorf, auf denen Meyer von aufgebrachten Landwirten als „Lügner“ bezeichnet wurde, riefen den Nabu auf den Plan. Auch die CDU sei auf die Kampagne der Bauernvertretung aufgesprungen, kritisierten die Nabu-Vertreter Axel Roschen und Roland Meyer. Gemeinsames Ziel sei es, den Minister aus dem Amt zu drängen. Das sei auch dem Landvolk bekannt. Die Nabu-Vertreter räumen ein, dass der Satz in der Begründung des LROP, wonach die Ausweisung Beeinträchtigungen für die Landwirte mit sich bringen, ungeschickt formuliert sei.

Der Nabu sei sich mit Meyer darin einig: Die Ausweisung von Vorranggebieten für Torferhalt und Moorentwicklung im LROP sei der richtige Schritt, sie diene dem Moor- und Klimaschutz. Nur in naturnahen nicht landwirtschaftlich genutzten Bereichen seien Flächenkäufe und Wiedervernässungen geplant. Auf landwirtschaftlichen Flächen dagegen solle nur auf freiwilliger Basis über den Vertragsnaturschutz eine Extensivierung angeboten werden. Niedersachsen verfüge gar nicht über das notwendige Geld, solche Maßnahmen flächendeckend anzugehen. Das sei auch dem Landvolk bekannt.

„Dieser Minister vertritt nicht die Interessen der Agrarindustrie, deswegen soll er aus dem Amt gejagt werden“, schließt Roschen aus dem Vorgehen des Landvolkes. Ganz offensichtlich sei das Landvolk nicht bereit, Beiträge für den Klimaschutz zu leisten, kritisierte auch Buschmann. Ein unabhängiges Gutachten habe bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass ein Drittel der klimaschädlichen Gase aus der Landwirtschaft stamme. Das liege zu einem hohen Anteil an der Nutzung der Moorböden. „Irgendwann wird die Gesellschaft fordern, dass sich die Landwirtschaft ihrer Verantwortung stellt.“

Wichtig sei jetzt, mit allen Akteuren gemeinsam Lösungen zum Torferhalt zu entwickeln – auch mit der Landwirtschaft. Ein erster Schritt sei das Konzept vom Nabu und dem Verband der Torfindustrie. Damit könne ein kleinerer Teil der Flächen durch Renaturierung wieder in ein Moorwachstum überführt werden, so dass Kohlenstoffsenken entstünden.

rkl/bz

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