Söhlingen: Naturschützer fordern eingehende Untersuchungen

Nabu findet Quecksilber nahe der Gasbohrplätze

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Söhlingen: Im Umfeld von vier Gasbohrplätzen hat der Nabu Bodenproben nehmen und untersuchen lassen.

Söhlingen - Von Guido Menker. Gert Engelhardt, Chef im Amt für Wasserwirtschaft beim Landkreis Rotenburg, hält sich zurück: „Kein Kommentar.“

Zwar liegen ihm die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen aus der Nähe von vier Gasbohrplätzen bei Söhlingen vor, die der Nabu Rotenburg in Auftrag gegeben hatte. Aber in einem laufenden Verfahren wolle er sich nicht äußern. Der Nabu meldet, dass in zwei Proben erhöhte Quecksilberwerte festgestellt worden seien.

„Zumindest zwei Ergebnisse begründen in unseren Augen den dringenden Verdacht, dass von solchen Anlagen der Boden beeinträchtigt wurde und vielleicht weiter wird. Wir fordern die Behörden auf, ein umfassendes Untersuchungsprogramm zu veranlassen. Da muss jemand genau hingucken“, sagt der Naturschutzbund-Vorsitzende Roland Meyer. In der Nähe der Plätze Z6 und Ost Z1 seien die Naturschützer mit ihren wenigen Stichproben eindeutig fündig geworden: Mit 4,2 und 6,7 Milligramm Quecksilber je Kilogramm Boden lägen die gemessenen Werte etwa um die Faktoren 40 und 70 über dem Gehalt unbelasteten Bodens aus der Region. „Die zugehörigen Orte, zum Beispiel im Sediment eines Grabens und in einem Randstreifen zum Acker, lassen vermuten, dass der Eintrag durch ablaufendes Wasser oder ähnliches erfolgt ist“, so Roland Meyer weiter.

Auf Anfrage sagte er, es habe Gerüchte gegeben, dass es schon einmal in diesem Bereich Untersuchungen gab, die Ergebnisse jedoch unter Verschluss geblieben seien. „Daher meinten wir, wir müssten selbst Bodenproben nehmen lassen.“ Der Nabu habe sich Hinweise darauf erhofft, ob durch das umstrittene Abfackeln eine Kontamination der Umgebung auf dem Luftwege stattfindet. „Zwar wurden bei zwei von drei daraufhin beprobten Bohrplätzen in einiger Entfernung vom vermuteten Standort der Fackeln leicht erhöhte Werte festgestellt. Sie bleiben aber klar unter den Maßnahmewerten“, so Meyer. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Flammen nicht gefährlich sein könnten. Meyer: „Wir können mit wenigen Stichproben nicht alle möglichen Belastungen erfassen. Umfassende Untersuchungen durchzuführen (...) kann nicht Aufgabe des Nabu sein. Da sind jetzt die Behörden gefordert.“ Außerdem sollten der laufende Betrieb und die Arbeiten an allen Bohr- und Förderanlagen besser überwacht werden.

Der Nabu arbeitete mit dem Ottersberger Umwelttechniker Dr. Heribert Wefers zusammen, die Bodenproben untersuchte ein Labor in Wuppertal. Die Proben stammen aus null bis zehn Zentimetern Tiefe. Dabei sei zumeist pro Bohrplatz Material von drei verschiedenen Stellen zu gleichen Teilen miteinander vermischt und dann zur Kostenersparnis gemeinsam untersucht worden. „Es ist deshalb anzunehmen, dass manche dieser Einzelproben durchaus höhere Belastungen zeigen, als die daraus erstellte Mischprobe“, wird Wefers vom Nabu zitiert. Dessen Ergebnisse sind bereits an das Niedersächsische Umweltministerium in Hannover sowie an den Landkreis gegangen.

„ExxonMobil“ hingegen hat die Resultate nicht bekommen. Meyer: „Darum sollen sich die Behörden kümmern.“ Entsprechend fiel die Reaktion des Exxon-Sprechers Klaus Torp aus: „Wir sind nicht informiert. Kein Kommentar.“ Er verwies lediglich auf die Pressemitteilung vom 12. Mai, in der es hieß: „Keine Gefahr für Mensch und Umwelt.“ „ExxonMobil“ selbst habe bislang keine weiteren Bodenproben im Umfeld der Gasbohrstellen in Auftrag gegeben und das auch nicht vor, so Torp weiter.

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