Nabu-Chef Meyer: „Gut, wenn das jetzt endlich geschieht“ / Umgehend weitere Untersuchungen an Gasbohrplätzen

Landesbergamt veröffentlicht Messergebnisse

Rotenburg - „Die Gutachten hätten längst offen gelegt werden sollen. Gut, wenn das jetzt endlich geschieht.“ Mit diesen Worten reagiert der Vorsitzende des Rotenburger Naturschutzbundes (Nabu), Roland Meyer, auf eine Pressemitteilung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Das habe aus Anlass der Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen des Nabu zur Quecksilberbelastung im Umfeld von Erdgasförderplätzen alle ihm selbst vorliegenden Messungen dem Landkreis Rotenburg sowie dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) zur Verfügung gestellt. Das geht aus der Mitteilung des LBEG an die Presse hervor.

Dazu gehörten vom LBEG geforderte Gutachten, die im Auftrag des Wirtschaftsverbandes Erdöl und Erdgasgewinnung (WEG) und des Unternehmens Exxon Mobil Production Deutschland GmbH in den Jahren 2010 und 2013 im Raum der Landkreise Rotenburg und Heidekreis erstellt worden seien. Der Nabu hatte nach von ihm selbst initiierten Untersuchungen bemängelt, dass Ergebnisse aus vergangenen Jahren nicht veröffentlicht worden seien.

Die vom LBEG an den Landkreis Rotenburg übermittelten Messungen aus den Jahren 2010 und 2013 hätten zum Ergebnis, dass nur an einer Stelle eines Bundeswehrstandortes im Heidekreis der Maßnahmewert für Grünland von zwei Milligramm pro Kilogramm mit 0,11 bis 2,50 Milligramm pro Kilogramm im Boden überschritten gewesen sei. Aufgrund der geringen Überschreitung des Wertes sei nur eine Nutzungsbeschränkung veranlasst worden, heißt es weiter. Und: „Weitere Maßnahmen waren nicht erforderlich. Im Umfeld der anderen untersuchten Erdgasförderplätze wurden keine kritischen Quecksilberbelastungen festgestellt.“

Die nun mehr erfolgte vollständige Übermittlung der dem LBEG vorliegenden Messergebnisse und deren gutachterliche Bewertung sollen dazu beitragen, dass das LBEG gemeinsam mit den anderen beteiligten Stellen eine Lösung für die Quecksilberproblematik der Erdgasförderung auf der Grundlage einer vollständigen Datengrundlage erarbeitet. Die Hinweise und Messergebnisse des Nabu nehme das LBEG sehr ernst. Die Behörde werde umgehend weitere eigene Messungen durchführen, über deren Ergebnisse das LBEG informieren werde.

Die Rahmenbedingungen der Gutachten habe die Erdölindustrie vorgegeben. Ob das Vorgehen ergebnisoffen war und wirklich die richtigen Schlüsse gezogen worden sind, sollten jetzt unabhängige Experten beurteilen, so der Nabu-Chef. „Auch diese nun vorgelegten alten Gutachten weisen Quecksilber nach, zum Teil in recht hoher Konzentration. Die vermutlich durch ablaufendes Wasser und auch die wohl über die Luft erfolgen Verschmutzungen, die in den Gutachten gemessen wurden, passen zu den Werten, die der Nabu in seinen Stichproben ermittelt hat“, erklärt Roland Meyer. Und: Wenn Quecksilber in der Umgebung von Bohrplätzen gefunden wird, könnten weder der Betrieb noch die Kontrolle einwandfrei gewesen sein. Meyer: „Deshalb fordern wir in Bezug auf ablaufendes Wasser weiterhin Begehungen aller Anlagen – und zwar, um Vertrauen zu schaffen unter Einbeziehung der ortskundigen BIs. Ferner müsse in Bezug auf auf dem Luftweg erfolgte Bodenverunreinigungen gemessen werden, welche Belastungen das Abfackeln mit sich bringe.men

Rubriklistenbild: © dpa

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