Nabu, BUND und Co. auf einer Linie: „Wollen kein Hinterzimmertreffen“

Umweltverbände lassen Gespräch mit PRD platzen

Rotenburg - Die Fronten zwischen den Rotenburger Umweltverbänden und der kanadischen Explorations- und Produktionsgesellschaft PRD Energy, die im Raum Sittensen auf der Suche nach Erdöl ist, haben sich verhärtet. Ein von PRD avisiertes Gespräch lassen die Naturschutzorganisationen platzen.

„Die Umweltverbände haben sich verständigt: Wir werden kein Gespräch führen“, schreibt Manfred Radtke vom BUND in einer Presseerklärung, die auch an PRD Energy per Mail gesandt wurde. Radtke erläutert im Namen von Nabu, BUND, BSW, Klimabündnis und AG Umwelt und Natur auch die Gründe für die Ablehnung eines Gesprächsangebots: „Wir wollen keine Hinterzimmertreffen. Wenn, dann öffentliche Termine. Und davon hat es in den vergangenen Wochen bereits viele gegeben. Weitere sind aus unserer Sicht sinnlos.“

PRD müsse nicht in erster Linie die Umweltverbände überzeugen, sondern die Menschen in dieser Region. Auch von daher wären öffentliche Termine angezeigt. „Die hat es aber bereits gegeben – und zwar ohne Erfolg für PRD. Wir verweisen zum Beispiel auf die Abstimmungen in den Gremien der Gemeinde Scheeßel“, so Radtke.

Dass PRD die Menschen nicht überzeugen könne, liege in der Sache selbst: Angesichts der Erdbeben, der Lecks in den Lagerstättenwasserleitungen, der Quecksilberfunde, der Krebsrate und jetzt aktuell der Bohrschlämme gebe es überhaupt kein Vertrauen mehr in die Öl- und Gasindustrie.

Radtke: „Wir sind belastet genug, und außer Gewinnaussichten von PRD hat niemand etwas von der Ausbeutung möglicher Vorkommen in unserem dicht besiedelten und belasteten Raum. An diesen Dingen würden auch Hintergrundgespräche und neue Infoabende nichts ändern.“

Die Umweltverbände bemängeln auch, dass PRD die einstimmigen Voten von politischen Gremien missachtet und die Vorbereitungen zur Seismik und die Fragen nach der Erlaubnis zum Betreten von Grundstücken sicher unverändert weitergehen.

Es könne auch nicht sein, dass Grundstückseigentümer von der beauftragten Firma mit Worten unter Druck gesetzt würden: „Wenn wir die Grundstücke nicht betreten dürfen, um dort Erdmikrofone aufzubauen, werden wir sie auch nicht betreten, um die Erschütterungen an Häusern zu messen und gegebenenfalls zu senken.“

jw

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