Rotenburger Künstlerin Larissa Scheermann stellt in Zentralbibliothek Bremen aus

„Mystisch und magisch“

Rebecca Ehlers untermalte die Ausstellung von Larissa Scheermann, beide Rotenburg, in der Bremer Zentralbibliothek mit feinfühligem Spiel auf der Harfe.

Bremen/Rotenburg - Flucht und Vertreibung, Emigration und Integration sind – seit dem Frühjahr und noch bis in den späten Herbst hinein – Themen in der Zentralbibliothek in Bremen. Schwerpunkt während des Sommers ist eine Ausstellung der Rotenburger Künstlerin Larissa Scheermann mit neueren Arbeiten (Malerei, Collage und Objekt) zum Thema „Wege und Menschen: emigriert, geflüchtet, vertrieben“. Während der Vernissage sprach Manfred Klein, Redakteur der Rotenburger Kreiszeitung, einführende Worte über die Künstlerin und ihr Wirken.

Die Thematik der Flucht, der Vertreibung, der Emigration und die urbane Vereinsamung des einzelnen Menschen spielen seit Jahren eine zentrale Rolle in den Arbeiten von Larissa Scheermann. Sie kommt ursprünglich aus der ehemaligen Sowjetunion, wo sie Grafik und Mediendesign studiert hat. Die künstlerische Ausbildung hat sie als Meisterschülerin des renommierten Künstlers und Avantgardisten Nikolaj Estis aus Moskau genossen.

Die Farben stellt die Künstlerin selbst her, wie es in der russischen Ikonenmalerei üblich war. Das grafische Werk umfasst Kohle-, Tempera- und Tuschearbeiten sowie Monotypien.

Manfred Klein sieht in den Arbeiten der Künstlerin nach eigenem Bekunden eine mediale Begabung, Menschen und Szenen, Orte und Handlungen „in transzendentaler Sicht“ zu erfassen und darzustellen, die nicht die gemeine Realität wiedergibt. Klein zitierte Scheermanns Lehrer Nikolaj Estis, der feststellt, dass Scheermanns Arbeiten „am Schnittpunkt der emotionalen und der geistigen Welt bei höchster innerlicher Spannung entstehen, man könnte sagen bei einer innerlichen Verbrennung der Künstlerin“.

Die Malerei Larissa Scheermanns richte sich „an eine sinnlich unterbewusste Substanz“ und setze „einen sehr intimen Kontakt zum Zuschauer“ voraus. Klein gab an Ausstellungsbesucher die Empfehlung aus, die Werke Scheermanns aus räumlicher Distanz zu beobachten und inspirativ auf sich wirken zu lassen, „um die ganze Tiefe und Intension des Dargestellten zu erfassen“.

Für jeden Betrachter, so Klein, bleibe viel Raum, seinen eigenen, individuellen Zugang zu Scheermanns Bildern zu finden. Nach den Worten Kleins machten die „mystischen und magischen Bilder“ und in jüngerer Zeit auch Collagen – Texte von internationalen Schriftstellern, gepaart mit Fragmenten aus eigenen Bildern – die Künstlerin zur Meisterin.

www.stabi-hb.de

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