90 Appartements für Diako-Auszubildende am Therkornsberg

Mutterhaus baut Wohnheim

Mit einer Spezialmaschine verbauen Arbeiter einen von 90 Betonpfählen. Denn im Boden befindet sich Torf, es fehlt daher an Stabilität.
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Die Vorbereitungen für den Bau eines Schülerwohnheims starten.

Rotenburg – Auf einem 3 600 Quadratmeter großen Grundstück in direkter Nachbarschaft zum im Bau befindlichen Hospiz „Zum Guten Hirten“ am Therkornsberg baut das Rotenburger Diakonissen-Mutterhaus ein Schülerwohnheim für Auszubildende der drei großen diakonischen Einrichtungen in der Kreisstadt. Die 90 Appartements in zwei Gebäuden sollen zum 1. Oktober 2022 bezugsfertig sein.

  • Das Mutterhaus investiert sieben Millionen Euro
  • Fertigstellung für September 2022 geplant
  • Schüler-Befragung zur Ausstattung

Matthias Richter verbindet mit dem Bau die Sicherung und den Ausbau des Ausbildungsstandortes im Mutterhaus, im Agaplesion Diakonieklinikum sowie in den Rotenburger Werken. Es geht um angehende Erzieher, um Pflegekräfte sowie um Heilerziehungspfleger – Berufe mit einem hohen Fachkräftebedarf. Um diesen auch künftig decken zu können, will man den Standort in Rotenburg für junge Menschen attraktiver machen. Richter: „Es wird immer schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen.“

Das ausbildungsplatznahe Wohnheim macht es für junge Menschen einfacher, für ihre Ausbildung nach Rotenburg zu kommen. Kleinstwohnraum ist hier nicht leicht zu finden. Im Schülerwohnheim geht es um etwa 20 Quadratmeter große Appartements mit eigenem Duschbad und Küchenecke in zwei modernen Gebäuden, die nach dem KfW-40-Standard errichtet werden. „Wir gehen auch in dieser Hinsicht mit einem guten Beispiel voran“, sagt Richter. Es geht, so Neumann, um eine Energieeinsparung von 60 Prozent.

Warmmiete bei etwa 330 Euro im Monat

Geplant sind zwei Gebäude mit je zwei Vollgeschossen sowie einem Staffelgeschoss. Die Warmmiete pro Zimmer werde bei voraussichtlich etwa 330 Euro pro Monat liegen. 500 Schüler seien im Vorfeld befragt worden, um die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Leute zu ermitteln. Ergebnis: Die Zimmer werden nicht möbliert sein, es soll allerdings eine Paket-Station im Haus geben, W-Lan natürlich, ein digitales Schließsystem sowie einen Waschmaschinen-Raum.

Die Baugenehmigung liegt vor, und die ersten vorbereitenden Maßnahmen haben bereits begonnen. Und die haben es in sich: „Wir haben es mit Torf im Boden zu tun, daher ist eine Pfahlgründung erforderlich“, sagt Nils Neumann. 90 Ortbeton-Verbindungspfähle mit einer Tiefe von jeweils 14 Metern sind in den Boden einzubringen. Bis Ende kommender Woche soll das erledigt sein. Bis Ostern werde auch die Baustelleneinrichtung erledigt sein. Danach geht es dann Schritt für Schritt weiter, erklärt der Fachmann der PGN.

Schlüsselfertige Übergabe im September 2022

Um die Realisierung des Planes kümmert sich die PGN Projektgesellschaft Nord in Kooperation mit Stammhandwerkern, überwiegend aus der Region, so Neumann. Das Unternehmen sei 2018 gegründet worden und übergebe das Schülerwohnheim spätestens am 30. September kommenden Jahres schlüsselfertig.

Zugleich erklärt Neumann, dass es gelungen sei, für die zusätzliche Baustelle am Therkornsberg eine Baustellenzufahrt über die Zuwegung von der Bundesstraße aus zu den Werkstätten am Königskamp zu ermöglichen. Damit werden die Lkw sowie die erforderlichen Maschinen eben nicht über die Lindenstraße rollen. „Hätten wir vorher gewusst, dass wir dieses Grundstück für das Schülerheim erwerben können, hätten wir auch schon für den Bau des Hospiz eine andere Lösung gehabt“, sagt Matthias Richter. So aber ließe sich in den nächsten anderthalb Jahren die verkehrliche Belastung für die Nachbarschaft deutlich reduzieren. Das Gebäude mit einer wartungsfreien Klinkerfassade füge sich zudem gut in die Umgebung ein, finden Richter und Neumann.

Seit drei Jahren schon befasst sich das Mutterhaus sehr intensiv mit der Idee eines Schülerwohnheims. Vorlauf und Planung nehmen viel Zeit in Anspruch, erklärt der Mutterhaus-Vorstand.

Nähe zum Hospiz kein Problem

Über den Standort sei man sehr glücklich – auch oder besser: gerade wegen der Nähe zum Hospiz. Junge Menschen in unmittelbarer Nähe zu einer Einrichtung, in der es um den Tod geht. Das sei eigentlich kein Thema für das Mutterhaus gewesen, im Gegenteil: „Wir hätten daneben auch einen Kindergarten gebaut.“ Im Klartext: Das Hospiz soll eben „nicht abgeschnitten sein und in der Versenkung einer maroden Stimmung verschwinden“, sondern ganz bewusst mitten im Leben stehen. „Es ist ja auch unser Anliegen, mit dem Hospiz den Tod zu enttabuisieren. Daher muss es von Leben umgeben sein“, betont Richter. Und: Die künftigen Bewohner des Schülerwohnheims seien allein schon aufgrund ihrer Ausbildung entsprechend sensibilisiert, ist er überzeugt.

Nils Neumann (l.) und Matthias Richter stellen das Bauprojekt vor.

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