Verbindung zu Ausbruch bei Airbus

Mutiertes Virus in den Rotenburger Werken kommt über Kontakte aus Hamburg

Antigen-Schnelltest: Die Johanniter bieten diesen Serice jetzt bis Sonntag an. 
Symbolfoto: dpa
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Mit Schnelltests für Mitarbeiter, Bewohner und Besucher wollen die Werke die Vebreitung eindämmen.

Das Ausbruchsgeschehen mit dem mutierten britischen Coronavirus ist auf einen Kontakt eines Mitarbeiters nach Hamburg zurückzuführen. Entwarnung bedeutet das aber nicht.

  • 57 Coronafälle und zwei Todesopfer in den Rotenburger Werken.
  • Mitarbeiter hatte Kontakt zu infiziertem Airbus-Mitarbeiter aus Hamburg.
  • Inzidenz im Landkreis bei 31.

Rotenburg ‒ Das Ausbruchgeschehen in den Rotenburger Werken ist identifiziert. Das teilt das Rotenburger Gesundheitsamt mit. Es seien „umfassende Ermittlungen“ angestellt worden. Bei sieben Bewohnern und drei Mitarbeitern sei die sogenannte britische Variante B 1.1.7 nachgewiesen worden. Wie sich nun herausgestellt hat, hatte eine Person aus dem Kreis der Mitarbeiter Kontakt zu einem infizierten Beschäftigten der Airbus-Werke in Hamburg-Finkenwerder. In dem Werk war Ende Januar bei mehreren positiven Corona-Fällen die Variante B 1.1.7 nachgewiesen worden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wurde die Mutation über diesen Kontaktweg in den Landkreis gebracht, heißt es. „Wir wissen nun, woher die Virusvariante stammt“, so Amtsärztin Carmen Menzel. „Einerseits ist das eine gute Nachricht, wenn wir im Einzelfall den Kontakt nachverfolgen und den Weg des Virus nachvollziehen konnten. Aber die Gefahr ist nicht gebannt, denn wie wir in anderen Ländern sehen, verbreitet sich B.1.1.7 sehr schnell und kann auch in unserem Landkreis schnell wieder die Zahlen nach oben treiben.“

Am Montag hat das Gesundheitsamt bei 53 Mitarbeitern Abstriche durchgeführt, davon wurden weitere sieben Personen positiv getestet, sodass in der Einrichtung insgesamt 36 Bewohner sowie 21 Mitarbeiter positiv getestet wurden. Zwei Mitarbeiterinnen kommen aus anderen Landkreisen, tauchen in der Landkreisstatistik also nicht auf, zwei Bewohner sind an den Folgen der Infektion gestorben.

Umfangreiche Tests

 „Die Zahlen haben sich stabilisiert, das ist die gute Meldung“, so Rüdiger Wollschlaeger. Der Sprecher der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen weiß aber auch um die Gefahr durch die hochaggressive Mutation: „Das ist besorgeniserregend.“ Die betroffene Wohngruppe der Werke wird streng isoliert. Auch viele Mitarbeiter seien in Quarantäne oder sogenannter Arbeitsquarantäne, so Wollschlaeger. Das bedeutet: Sie dürfen sich nur zwischen Zuhause und Arbeitsbereich bewegen. Nur so könne der Betrieb mit den zum Teil schwer pflegebedürftigen Menschen aufrechterhalten bleiben. Grundsätzlich habe man die Hygieneregeln in der gesamten Einrichtung noch einmal weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Verordnungen verschärft. Dazu gehören den Angaben nach zahlreiche Schnelltests bei Bewohnern, Mitarbeitern, Angehörigen und Bewohnern, dauerhafte Maskenpflicht, Homeoffice und intensivierte Informationen in einfacher Form für die Bewohner. Zudem seien mittlerweile die Bewohner über 80 Jahren und die betreuenden Mitarbeiter zweimal geimpft worden.

Keine Impftermine über Landkreis-Hotline

Für das Kreisgebiet meldet das Gesundheitsamt am Mittwoch insgesamt acht neue Coronafälle. Aktuell gebe es 114 Infizierte, zehn davon würden im Krankenhaus behandelt. Seit März sind 2.268 Fälle gezählt worden. 2.085 Menschen gelten als wieder genesen. 69 Todesopfer gab es im Zusammenhang mit Covid-19 bislang im Landkreis. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 32 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 240 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die Kreisverwaltung weist noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass Corona-Impftermine nicht über die Pandemie-Hotline des Landkreises vergeben werden. Zuletzt seien wieder zahlreiche Anrufe diesbezüglich aufgelaufen. Aufgrund dieser beim Gesundheitsamt und beim Bürgertelefon habe der Landkreis festgestellt, dass es wohl einige Unklarheiten in Bezug auf die Terminvergabe für die Impftermine in den Impfzentren gibt und dass teilweise auch falsche Informationen verbreitet wurden. Der Landkreis möchte deshalb klarstellen: Die Termine können nur über die Impfhotline des Landes unter 0800 / 9988665 oder über das Impfportal des Landes www.impfportal-niedersachsen.de gebucht werden. Da es allerdings noch keinen Termin für eine nächste Impfstofflieferung des Landes gibt, ist die Terminvergabe für das im Kreis zentrale Impfzentren in Zeven noch nicht freigeschaltet. Der Landkreis bittet noch um ein wenig Geduld und informiert darüber, wenn Termine freigeschaltet werden.

Das Bürgertelefon des Landkreises (werktags 9 bis 13 Uhr) beantwortet unter 04261 / 983983 nur allgemeine Fragen zu Corona. Informationen zu den Impfungen könnten dort nicht gegeben werden, gleiches gelte auch für das Gesundheitsamt oder das Impfzentrum selbst.

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