Der Bremer Künstler Bernd Müller-Pflug stellt im Kunstturm aus / Raumkonstruktionen auf Acrylglas

Multiperspektivisch und keineswegs realistisch

Der Bremer Künstler Bernd Müller-Pflug hängt eines seiner Werke im Kunstturm Rotenburg auf. - Foto: Röhrs

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Nachdem der Kunstverein Rotenburg in diesem Jahr bereits mit einer Ausstellung von Studenten der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg aufwartete, ist ab morgen einer ihrer Professoren dran. Bernd Müller-Pflug stellt dann einige seiner Werke im Kunstturm aus. Die Besonderheit liegt an der Oberfläche seiner Kunst: Acrylglas.

Seit etwa fünf Jahren beschäftigt sich der Künstler nach eigener Aussage mit dieser Technik. Sehr stark an moderner Architektur orientiert sei sie. Dort schaffe das Glas Transparenz, wie auch an Müller-Pflugs Werken. Ebenfalls von der Architektur inspiriert sind die Gemälde: „Ich beschäftige mich mit Raumkonstruktionen“, sagt Müller-Pflug. Aber ohne dabei realistisch zu sein: „Mir geht es um multiperspektivische Situationen. Es interessiert mich, dass der Raum aufklappt – entgegen des domestizierten Sehens.“ Also kein einzelner Fluchtpunkt, sondern mehrere; einem Kaleidoskop gleich. Die Bilder werden vielschichtig. „Mit einer ganz paradoxen unlogischen Tiefe“, sagt der Künstler.

Dabei fängt er sozusagen von hinten an, die erste der Acryllack-Schichten ist zugleich die oberste, ganz anders als zum Beispiel bei einer klassischen Leinwand. „Dadurch wird vieles nicht planbar“, trotz einer groben Skizze am Anfang. „Vor allem, weil man im Prinzip spiegelverkehrt arbeitet. Ich bin oft selbst überrascht, was sich am Ende zeigt“, so der in Bremen lebende und arbeitende Künstler. Die Bilder kämen dem Betrachter entgegen. Auch dessen Spiegelbild gehöre übrigens zum Werk.

In seiner Ausstellung „_Intermezzo“ zeigt er zudem noch einige weitere Werke, die sich laut Müller-Pflug „organischer“ präsentieren und verschiedene Motive abbilden, aber dennoch auf Acrylglas gemalt sind. Bei der Vernissage, die morgen um 18.30 Uhr beginnt, gibt die Kunstvermittlerin der Bremer Böttcherstraße, Meike Su, eine Einführung in die Arbeit des Künstlers. Noch bis zum 1. Mai sind die Werke dann zu den Öffnungszeiten des Kunstturms – samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr – zu sehen. Weitere Informationen gibt es online.

www.kunstverein-row.de

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