Mulmshorns Bürgermeisterin Mattina Berg zeigt ihre drei Lieblingsplätze im Ort

Für die kleine Pause zwischendurch

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Abschalten und erholen: Ortsbürgermeisterin Mattina Berg kommt gerne in den Garten des Mulmshorner Dorfgemeinschaftshauses, um dort die Ruhe zu genießen.

Mulmshorn - Von Elisabeth Stockinger. Der Wind rauscht durch die Bäume, Schwalben fliegen umher, ansonsten herrscht im Garten des Mulmshorner Dorfgemeinschaftshauses vollkommene Ruhe. Dort kann Mattina Berg sich entspannen. Die Ortsbürgermeisterin kommt häufig vorbei, meistens während einer ihrer ausgiebigen Fahrradtouren durch das Dorf, um wieder neue Kraft zu tanken und „einfach mal zu relaxen“.

Mattina Berg steht hinter dem Haus der Zukunft (HDZ) und blickt auf das Rasen-Rondell. „Da kommen gleich Erinnerungen hoch“, sagt sie. Erinnerungen an den Sommer 2013, als das Dorfgemeinschaftshaus nach dreijähriger Bauphase offiziell eröffnet wurde. Aus aller Welt waren junge Menschen zum internationalen Jugendcamp nach Mulmshorn gekommen.

„Das war einfach toll“, erzählt die 55-Jährige. „Der Kontakt mit den Jugendlichen und das, was sie für den Ort geschaffen haben.“ Denn als Gegenleistung für ihren kostenlosen Aufenthalt im HDZ haben die internationalen Gäste die steinerne Kräutermauer angelegt, die sich an einer Seite des Rondells entlangzieht. Seitdem liegt der Geruch von Salbei, Lavendel, Rosmarin und Melisse in der Luft, dazwischen sind wilde Erdbeeren gepflanzt.

„Einige aus dem Dorf hatten damals Vorurteile“, berichtet Mattina Berg weiter, „ob die Jugendlichen das denn auch könnten.“ Sie konnten – und der Ortsbürgermeisterin wird einmal mehr bewusst, dass es Vorurteile immer wieder gibt. Gerade jetzt beim Thema Flüchtlinge sei es brisanter denn je.

Seit der Eröffnung hat sich das HDZ mehr und mehr zum Mittelpunkt von Mulmshorn entwickelt, sagt Berg. Dorfjugend, Schützen und Heimatverein haben dort ihr festes Domizil. Auch die anderen örtlichen Vereine nutzen es für so manche Veranstaltung. Ob Sommerferienprogramm, Kleiderbörse oder geselliges Kaffeetrinken – laut Berg trifft sich Jung und Alt im HDZ, um einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Eine Gruppe von Senioren pflegt den Parkplatz, fegt und kümmert sich um die Blumenbeete – alles ehrenamtlich.

„Eigenarbeit wird sehr groß geschrieben“, berichtet die Bürgermeisterin mit unverhohlenem Stolz. „Auch das HDZ ist unter anderem mit insgesamt 5000 Stunden Eigenleistung entstanden. Das ist das Schöne: Man steht nie alleine da.“ Das mache den 300 Einwohner kleinen Ort Mulmshorn aus, und deshalb sei sie auch 2011 liebend gerne dessen Bürgermeisterin geworden.

Die 55-Jährige fächert sich ein wenig Luft zu, denn es ist sehr warm an diesem Nachmittag. Und auf ihrem Fahrrad ist sie äußerst flink unterwegs gewesen. „Es ist ein E-Bike“, räumt sie ein. „Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder Fahrrad fahren kann.“ Nach einer Knieoperation sah es lange Zeit nicht danach aus, doch jetzt ist sie so oft es nur geht mit ihrem E-Bike unterwegs. „Am liebsten mache ich eine Rundtour durch den Ort.“ Dann geht es in das Naturschutzgebiet Glindbusch – ein weiterer Lieblingsort von Mattina Berg – über einen Abstecher zum Dorfgemeinschaftshaus bis hin zum Tannenweg/Ecke Bundesstraße.

Dort, neben einem Briefkasten und einem öffentlichen Telefonapparat, befindet sich eine Sitzecke, und ein fest verankerter Gartenstuhl. „Das ist der Bürgermeisterstuhl“, erzählt Berg lachend. „Der wurde extra für mich aufgestellt, damit ich hier auch mal eine Pause machen kann.“ Denn die kleine Sitzecke an der Bundesstraße komplettiert das Trio ihrer Lieblingsorte.

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