Bereisung mit Butterkuchen

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

 Die Vertreter der jeweiligen Dörfer bei der Gewinnübergabe im Kreishaus in Rotenburg.
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Glückliche Gesichter: Die Vertreter der jeweiligen Dörfer nahmen ihre Preise entgegen.

Mulmshorn und Buchholz haben es geschafft, sie gewinnen den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2019/21. Aber auch Bellen, in seiner Kategorie drittplatziert, darf sich über den Sonderpreis „Artenvielfalt im Dorf“ freuen.

Rotenburg – Sechs Dörfer stellten sich dem Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. „Gewonnen habt ihr alle, weil ihr euch die Zeit genommen und euch die Arbeit gemacht habt – und das alles inmitten von Corona und nun auch noch dem Wahlkampf. Das ist wirklich eine großartige Leistung“, betonte der Kommissionsvorsitzende Hartmut Leefers anlässlich der Preisverleihung im Kreishaus in Rotenburg.

Um möglichst vielen interessierten Gästen trotz Corona eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde das Event zusätzlich per Livestream übertragen. Leefers betonte, dass alle Dörfer sich sehr gut präsentiert hätten. „Aber es handelt sich nun mal um einen Wettbewerb.“ In dessen Rahmen traten die Teilnehmer in unterschiedlichen Kategorien an. Dabei wurde in größere und kleinere Orte unterteilt. In der ersten Gruppe kam die Ortschaft Mulmshorn auf Platz eins, gefolgt von Rhade und dem Dorfverbund Bevern-Plönjeshausen. In der zweiten Gruppe setzte sich Buchholz bei Visselhövede durch, dahinter folgten der Bremervörder Ortsteil Spreckens sowie Bellen auf Platz drei.

Urkunden, Schecks und Blumensträuße

Für alle Teilnehmer gab es jeweils eine Urkunde, Schecks in unterschiedlicher Höhe und einen Blumenstrauß. Landrat Hermann Luttmann und Leefers gratulierten und benannten auch die Gewinner zweier Sonderpreise. So hatte sich Spreckens zusätzlich für den Sonderpreis „Klimaschutz und Klimaanpassung“, qualifiziert. Die Bellener Anwohner können sich über den Sonderpreis „Artenvielfalt im Dorf“ freuen.

Die Preisverleihung war der Höhepunkt des Abends. Zuvor hatte Luttmann alle Gäste begrüßt, anschließend ließ Leefers die einzelnen Stationen Revue passieren. „Wir sind alle Dorfbewohner, daher wähle ich das Du“, begann er. Schnell ging es munter weiter, mal hochdeutsch, mal Platt, aber immer spannend beschrieb er, was die Bewertungskommission erlebt hatte.

Das Alte wollen wir lieben, aber für das Neue wollen wir leben.

Hartmut Leefers

Dabei erinnerte er alle Beteiligten, dass zu Beginn des 46. Kreiswettbewerbs im Herbst 2019 die Corona-Pandemie noch kein Thema war. Ursprünglich sollte der Dorfwettbewerb schon im vergangenen Jahr abgeschlossen sein. Doch alles kam anders, die Dörfer und Ortschaften konnten sich nicht so vorbereiten, wie es geplant war und auch die Bereisungen mussten mehrfach verschoben werden. „Wir haben uns dafür engagiert, den Wettbewerb aufrecht zu erhalten“, so der Vorsitzende weiter. Leefers betonte die Bedeutung des Strukturwandels in allen Dörfern und auch in der Gesellschaft. „Das Alte wollen wir lieben, aber für das Neue wollen wir leben“: Mit diesem Motto umschrieb er diese Bedeutung. So interessiere sich die Kommission vor allem für das „wahre Leben auf den Dörfern“.

In Mulmshorn konnten die Jury-Mitglieder Kunst und Kultur kennenlernen, Naturschutz und blühende Felder beeindruckten ebenso wie der Butterkuchen. Mit Musik war die Kommission dort begrüßt worden.

Viruelle Dorfbesichtigung

In Bellen, „dem gefühlt größtem Industriestandort“ sei es für die Menschen dort aufgrund der Erdgasförderung nicht immer leicht, erklärte Leefers. Doch der Ort sei erstaunlich kinderfreundlich, von 56 Einwohner sind 16 Kinder. Lobenswert vor allem mit Blick auf den Umwelt- und Naturschutz sei die eher extensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Das einheitlich getragene T-Shirt mit der Aufschrift „Lebens(t)raum Bellen“ kam ebenfalls mehr als gut an.

In Buchholz wurden die Reisenden von einer virtuellen Dorfbesichtigung überrascht. Julia Bremer hatte federführend für diesen digitalen Eindruck gesorgt. Sie hatte Interviews initiiert und beispielsweise mit der Dorfjugend und auch mit Neubürgern im Ort viele Gespräche geführt. Aus einem einst von Hippies bewohntem Haus mit der Hausnummer 7 sei mittlerweile ein Mehrgenerationenhaus geworden.

Oste-Hamme-Kanals als Besonderheit

Die Bewohner von Spreckens wiederum hatten das Thema Klimaschutz hervorgehoben, auch die unter Naturschutzstellung der Moorlandschaft beschäftigt die 313 Dorfbewohner. Eine Besonderheit vor Ort wurde der Kommission vorgestellt, und zwar der 19 Kilometer lange Oste-Hamme-Kanal.

Landrat Hermann Luttmann verfolgte zusammen mit Vertretern der einzelnen Teilnehmer-Dörfer die Preisvergabe im Kreishaus.

Anschließend präsentierte sich Rhade, wo die 765 Einwohner vom örtlichen Dorfladen profitieren, den die Rhadener als Highlight beschrieben. Immerhin 40 000 Verkäufe jährlich verzeichnet der Laden. Die Kommission lernte einen Mehrgenerationen-Spielplatz und einen Reiterhof sowie Wanderwege kennen. Auch der Friedhof machte Eindruck. „Die Bestattungskultur wandelt sich und ist ein Spiegelbild des kulturellen Lebens“, betonte Leefers.

Ziegelei als „Sechser im Lotto“

Zuletzt reisten alle Anwesenden noch einmal mental mit in den Dorfverbund Bevern-Plönjeshausen, der mit insgesamt 1 452 Einwohnern das größte teilnehmende „Dorf“ darstellt. Die dortige historische Ziegelei sei ein Sechser im Lotto, erfuhren die Gäste.

Die spannenden Beschreibungen wurden nun noch einmal visuell unterlegt, Hans-Dieter Windler, fachlicher Berater der Kommission, zeigte eine Auswahl von Fotos und ergänzte hier und da die Ausführungen von Leefers. Nach die Preisverleihung ließen alle Beteiligten den Abend ausklingen – zunächst, in dem sie sich vor Ort kurz austauschten. Dann aber ging es ab nach Hause, um dort mit den engagierten Dorfbewohner ganz in Ruhe zu feiern.

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