Rotenburg: Gero Hahn neuer Kommandeur des Jägerbataillons 91

Münzner wechselt nach Hamburg

Christian Freuding, General der Panzerlehrbrigade 9 (l.), und Oberstleutnant Maik Münzner schreiten beim Abschiedsappell auf dem Gelände der Von-Düring-Kaserne die angetretenen Formationen ab.
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Christian Freuding, General der Panzerlehrbrigade 9 (l.), und Oberstleutnant Maik Münzner schreiten beim Abschiedsappell auf dem Gelände der Von-Düring-Kaserne die angetretenen Formationen ab.

Rotenburg – Donnerstagnachmittag: Mit einem Appell auf dem Kasernenhof verabschiedet sich Oberstleutnant Maik Münzner aus der Rotenburger Von-Düring-Kaserne. Das Kommando für das Jägerbataillon 91 geht damit an Oberstleutnant Gero Hahn – ein Wechsel, der dem 44-Jährigen alles andere als leicht fällt. Doch er kann es sich nicht aussuchen. „Es war klar, dass nach drei Jahren eine andere Verwendung für mich ansteht“, sagt Münzner in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Der gebürtige Chemnitzer zieht also weiter und ist in den nächsten zwei Jahren als Ausbilder an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg tätig. „Ich werde in Hamburg angehende Generalstabsoffiziere ausbilden“, erklärt Maik Münzner, der allerdings mit seiner Frau und den beiden Kindern weiter in Rotenburg wohnen möchte. „Die Kinder sind 17 und 15 Jahre alt, einen weiteren Schulwechsel möchte ich ihnen ersparen“, sagt er. Mehrere habe es bereits gegeben. Das reicht.

Es ist das Lied, das viele Soldaten von einer bestimmten Führungsebene an singen können. Sie wissen zwar, was auf sie zukommt, doch so ein Wechsel ist jedes Mal nicht leicht. „Für die Familie ist das aber schwerer als für mich selbst“, betont der Oberstleutnant, der vor drei Jahren aus dem Verteidigungsministerium in Berlin nach Rotenburg gekommen war. Das Leben in der Bundeswehr mit den immer wieder neuen Standorten erfordere „das Glück, die richtige Frau zu heiraten“. Die Frau von Maik Münzer macht dieses Leben mit – jetzt aber kann sie weiter in ihrem Job als Krankenschwester auf der Palliativstation des Agaplesion Diakonieklinikums weiterarbeiten. Zumindest für zwei Jahre ist sie auf der sicheren Seite.

Münzner freut sich auf die neue Herausforderung und spricht von einer Wunschverwendung. „Das alles hier war sehr erfüllend, aber wenn man sein Bataillon abgeben muss, dann ist das in Hamburg für mich eine lohnende Anschlussverwendung. Das passt.“ Jetzt wird er täglich pendeln – „so, wie viele andere Menschen auch“.

Gero Hahn (r.) nimmt die Truppenfahne entgegen.

Hinter Maik Münzner liegen – zusammen mit den etwa 1 000 Soldaten im Jägerbataillon 91 – sehr besondere drei Jahre. Der Standortälteste selbst war im vergangenen Jahr für sieben Monate im Irak im Einsatz, in diesem Jahr gehörten knapp 50 seiner Soldaten zum letzten Kontingent in Afghanistan, ohne allerdings zum Abschluss mit der Evakuierung zu tun gehabt zu haben. Da war aber auch die prägende Zeit der Pandemie zu bewältigen. „Eine Herausforderung von vielen in dieser Zeit“, sagt Münzner. Aber eben auch eine erfüllende Aufgabe. „Man trägt Verantwortung – wenn schöne Dinge passieren, aber auch, wenn schwere Aufgaben bevorstehen.“ Für ihn sei es ein Glück, wenn seine Ansichten am Ende in Befehle münden und es schließlich funktioniert, weil die Soldaten mitmachen. „Man hat da sehr viel Handlungsspielraum“, betont der 44-Jährige, der das unmittelbare Feedback mag. Er spricht von Ausbildung und Erziehung der Soldaten.

Besonders schön sei es, „wenn sich etwas bewegt und eine Entwicklung sichtbar wird“. Münzner ist sich sicher, ein gut funktionierendes und gut aufgestelltes Bataillon zu übergeben. Er betont die Einsatzbereitschaft, um die es gehe. „Und die haben die Soldaten bewiesen.“

Das lasse sich insbesondere an der von der Pandemie geprägten Zeit festmachen. Da seien einerseits die Auslandseinsätze gewesen, andererseits aber auch die an „zivilen Stellen“. Soldaten haben dem Gesundheitsamt bei der Corona-Nachverfolgung geholfen, sie waren am Ball, wenn es ums Testen und ums Impfen ging, und sie haben sich an der Betreuung von Senioren beteiligt. „Das alles spricht für die Einstellung und Machermentalität der Frauen und Männer in unserem Jägerbataillon.“

Eben diese Einstellung sei es, die Münzner sich in Sachen Ausbildung und Erziehung zum Ziel gesetzt habe. „Die Soldaten müssen in der Lage sein, Probleme zu erkennen und sich auf die Suche nach Lösungen zu machen.“ Es sei nun einmal ihre Aufgabe, verfügbar zu sein. „Wir müssen da sein, wenn man uns braucht. Diese Bereitschaft kann ich allen im Jägerbataillon 91 bescheinigen“, freut sich Münzner. Er spricht auch von Improvisation. Daher sei es von enormer Bedeutung, „sich nicht wegzuducken, wenn es schwierig wird, sondern den Kopf oben zu halten“. Genau das habe er versucht, ihnen vorzuleben. „Wir können bei jungen Menschen Erziehungsimpulse setzen – und davon profitieren sie und dann auch ihr Umfeld draußen.“

Für ihn, so Münzner, sei es wichtig, den Blick auch über den Kasernenzaun hinweg auf die Gesellschaft zu richten. „Für die machen wir das alles ja auch.“ Doch was die Pandemie betrifft, geht Münzner davon aus, dass sich nicht sehr viel über die Zeit danach erhalten wird. „Grundlegende Veränderungen erwarte ich also nicht“, erklärt er. Aber es werde auch in der Bundeswehr neue Tendenzen geben. Etwa eine „stärkere Digitalisierung auf den höheren Ebenen“, weniger aber an der Basis.

Diese Basis verlässt Münzner jetzt, und er weiß schon ganz genau: „Am meisten werde ich die 91-er vermissen.“ Der Umgang mit ihnen sei ehrlich, er habe es hier mit anständigen Kameraden zu tun. „Dazu gehören auch das Lachen und Scherzen, deshalb bin ich jeden Tag gerne zum Dienst gekommen.“ Persönliche Beziehungen seien entstanden – Münzner weiß sie zu schätzen.

Maik Münzner verlässt nach drei Jahren das Jägerbataillon 91.

Zugleich blickt er zufrieden auf die Kasernen-Umbenennung zurück, an der er beteiligt war. „Es war ja die Ausführungsphase, und für mich ist mit der Umbenennung ein guter Wurf gelungen.“ Der Name von Düring habe einen klaren Bezug und stehe für Werte, die sehr gut zu vertreten seien. „Mit der Umbenennung habe ich mich für den Standort gefreut, alle Unklarheiten sind ausgeräumt, die Stabilität ist wieder hergestellt.“

Unter dem Strich zeigt sich der Kommandeur mit der Zeit an der Wümme zufrieden. „Ich habe keine großen Baustellen hinterlassen und übergebe ein gutes Bataillon.“ Künftig sitzt er morgens erst einmal im Zug – das Ziel ist dann Hamburg, wo die nächste Herausforderung auf ihn wartet.

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