Stadtwerke Rotenburg sind klimaneutral dank umweltfreundlicher Techniken

Die Motivationsspritze

Erneuerbare Energien gehören zum Konzept der Stadtwerke. Unter anderem betreibt das Unternehmen Photovoltaikanlagen. Foto: Stadtwerke Rotenburg

Rotenburg – So richtig mit diesem Ergebnis gerechnet hatten sie nicht. „Das war ein absolutes Aha-Erlebnis“, sagt Hans-Joachim Boschen. Der Bereichsleiter Vertrieb und Marketing der Stadtwerke Rotenburg freut sich gemeinsam mit Geschäftsführer Reinhard David und Energie- und Klimaschutzberater Uwe Schmidt darüber, dass das Unternehmen offiziell als klimaneutral gilt. Das ergab das Energieaudit. „Und wir sind es wirklich. Das Resultat ist nicht durch gekaufte Zertifikate gekommen“, betont David.

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Energieübersicht mit den Zahlen aus dem Jahr 2018 kam heraus, dass die Stadtwerke 2 205 Tonnen CO2 verbraucht haben bei all ihren Stätten. Allerdings haben sie auch 2 392 Tonnen CO2 eingespart im Vergleich zur Energiegewinnung durch die gängigen Methoden. Zufall ist dieses Resultat nicht, auch wenn es etwas überraschend kommt. „Wir arbeiten schon sehr lange an klimafreundlicher Wärme- und Stromerzeugung. Das ist nun eine logische Konsequenz“, erklärt David.

Zur Energiegewinnung setzen die Stadtwerke schon viele Jahre auf die Blockheizkraftwerke (BHKW). Insgesamt 34 dieser Kraftwerke sind in der Kreisstadt mittlerweile verteilt. Das erste ist schon seit 1985 im Ronolulu-Schwimmbad in Betrieb. Dieses Werk wird mittlerweile mit Biomethan befeuert. Mehr als 55 Prozent der Tarifkunden werden durch diese Werke heute versorgt. Das klimafreundliche an den Kraftwerken ist die zeitgleiche Strom- und Wärmegewinnung. Die Werke drehen sich zur Stromerzeugung. Dadurch entsteht aber auch Wärme, die abgeführt wird – zwei Fliegen also mit einer Klatsche. Keine langen Übertragungswege, dazu Strom und Wärme aus einer Anlage, ein Wirkungsgrad von 98 Prozent. „Das ist ökologisch sehr wertvoll“, findet Schmidt. Andere Unternehmen, vor allem die großen Konkurrenten, setzen nicht auf diese Art der Energiegewinnung. „Man muss eben oft um die Ecke denken, um die Blockheizkraftwerke zu installieren“, verrät David. Auch außerhalb der Stadtwerke-Stätten gibt es eine Nachfrage für diese Art der Energiegewinnung. Die Stadt Rotenburg zieht mit. Das Rathaus sowie die Schulen verfügen über BHKW-Anlagen.

Neben den Blockheizkraftwerken sind auch die Photovoltaikanlagen ein zentraler Bestandteil der klimafreundlichen Energiegewinnung. 1996 setzten sich die Stadtwerke die ersten PV-Anlagen auf das eigene Dach am Mittelweg in Rotenburg. Seitdem hat das Unternehmen die Solarzellen, die Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandeln, überall in der Wümmestadt verteilt – auch auf den Dächern am Bahnhof zum Beispiel oder am Flugplatz.

Beim nächsten Energieaudit sollen die Zahlen dann mindestens genau so gut aussehen wie in diesem Jahr. Die aktuellen Zahlen sind eine Motivationsspritze für weitere Taten. „Zurücklehnen werden wir uns auf jeden Fall nicht“, sagt Boschen und richtet sich zur Unterstützung seiner Aussage auf seinem Stuhl auf. Aber auch mit Taten sind sie bereits dabei, dieses Vorhaben anzugehen. „Drei, vier Blockheizkraftwerke werden wir auch in diesem Jahr noch verteilen“, so David. Am Stockforthsweg wurde zuletzt eine Anlage installiert, im Kantor-Helmke-Haus soll noch eines gesetzt werden. „Wir sind von diesem Weg eben überzeugt“, sagt Schmidt. Und sein Kollege Boschen fügt an: „Klimaschutz vor Ort macht immer am meisten Sinn. Es liegt nun an anderen Städten, mitzuziehen.“

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