Serie  „Junge Politiker“

Franziska Kettenburg macht seit zwei Jahren Kommunalpolitik in Rotenburg

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In ihren Arbeits- und Familienalltag muss Franziska Kettenburg jede Menge Sitzungstermine mit einplanen.

Rotenburg - Von Farina Witte. Den Ort, in dem sie lebt, mitgestalten: Das war für Franziska Kettenburg (CDU) der Ansporn, in der Politik in Rotenburg mitzumischen. Seit der vergangenen Kommunalwahl ist sie im Stadtrat und im Ortsrat Unterstedt vertreten. Warum die 33-jährige Unterstedterin sich dazu entschieden hat, Lokalpolitikerin zu werden, erklärt sie im Gespräch mit der Kreiszeitung.

„Das Interesse war schon immer da“, sagt sie und überlegt: „Es war so, dass ich viele politische Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte. Also wie, und vor allem warum sie so getroffen wurden." Und dass sie die Entwicklung der Kreisstadt gestalten kann, mache ihr Spaß. 

Mitzuentscheiden, wie der Ort, in dem man lebt, aussehen soll, sei wichtig. „Schließlich habe ich vor, die nächsten 60 Jahre hier zu leben.“ Deshalb findet sie auch, dass viel mehr jüngere Menschen sich politisch engagieren sollten.

Sie selbst wurde von der CDU gefragt, ob sie mitmachen möchte. „Ich finde auch, dass Parteien ruhig öfter einfach mal Leute direkt ansprechen sollten.“ Zunächst war sie Beisitzerin im Vorstand der CDU. Die Partei sei allerdings gar nicht so entscheidend gewesen. „Denn man spricht in der Lokalpolitik ja letztendlich hauptsächlich über die Sache“, meint die Unterstedterin. Die Wahl, der CDU beizutreten, habe sie getroffen, da diese noch am besten zu ihren Ansichten passe. 

Die 33-Jährige war auch schon im Sportausschuss aktiv

Bevor Kettenburg in den Stadt- und Ortsrat gewählt wurde, saß sie bereits einige Zeit als Beisitzerin im Sportausschuss. „Da konnte ich dann schon mal miterleben, wie diskutiert und entschieden wird“, erklärt sie. 

Mit Blick auf das Ergebnis der Kommunalwahl betont die 33-Jährige, dass sie auch nicht traurig gewesen wäre, hätte es doch nicht geklappt. Denn immerhin nimmt die politische Aktivität einiges an Zeit ein. Ein bis zwei Termine sind es im Schnitt, die sie pro Woche wahrnimmt. Einmal im Monat Fraktionssitzung und ebenfalls eine Stadt- und Ortsratssitzung im Monat. Hinzu kommen die fünf Fachausschüsse, die jeweils mehrmals im Jahr zusammenkommen.

„Ich muss mich schon ganz schön strecken, dass ich das alles wahrnehmen kann“, sagt Kettenburg. Die Mutter von zwei kleinen Söhnen arbeitet zusammen mit ihrem Mann und ihren Eltern auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Unterstedt. 

Arbeit, Familie und Politik sind nicht so einfach unter einen Hut zu bekommen. Bislang habe es meistens gut funktioniert, ihrer Familie und ihrer Organisation sei Dank. „Ich habe das Glück, dass eigentlich immer jemand aus der Familie auf die Kinder aufpassen kann“, sagt sie mit Blick auf die abendlichen Termine. Ihren jüngsten Sohn Justus hat sie zwischenzeitlich auch mit in die Sitzungen genommen. „Mittlerweile ist er dafür zu alt. Das ist ihm zu langweilig.“

Kettenburg hat sich schnell in der Politik zurechtgefunden

Lange hat es nicht gedauert, bis sie wusste, wie die Arbeit in der Lokalpolitik funktioniert. Etwa nach einem Vierteljahr hat sie sich bereits gut zurechtgefunden. Kettenburg meint: „Es liegt viel an einem selbst, ob man aktiv ist oder eben eher nur passiv mitmacht.“ 

Sie hinterfrage die Dinge lieber, wobei sie immer versuche, sachlich zu bleiben. „Ich sage schon meine Meinung, versuche aber immer auch, die andere Seite zu verstehen“, erklärt die Politikerin.

Die Serie

Politikverdrossenheit in der jüngeren Generation? Das mag den Eindruck machen, egal, ob man in den Bundestag, Landtag oder auf lokaler Ebene in die politischen Gremien blickt. Doch warum lohnt sich politisches Engagement? Wieso steigen jüngere Menschen in das politische Geschehen in ihren Heimatorten ein? Was ist ihnen dabei wichtig und wie wollen sie ihre Ziele erreichen?

In einer Serie stellen wir in loser Folge jüngere Lokalpolitiker vor. Einige von ihnen sind bereits auf Kreisebene oder im Stadt-, Orts-, und Gemeinderat tätig, andere sind in einer Partei aktiv.

Auch interessant: Der Syker Kommunalpolitiker Karsten Bödeker erzählt, warum Kommunalpolitik eine undankbare Aufgabe ist, die er trotzdem gern übernimmt.

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