Mittelalterlicher Brauch hat sich bis ins 21. Jahrhundert gehalten

Handwerksgesellen mit reiner Weste

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Einige Wandergesellen – und die es einmal werden wollen – verbrachten zwei Tage in Waffensen. So auch Benjamin (stehend v.l.), Martin, Moritz sowie Randy (u.l.) und Philipp.

Waffensen - Am Wochenende haben sich einige Gesellen, die sich zurzeit auf der Walz befinden, zu einem Erfahrungsaustausch auf Schloms Hof in Waffensen getroffen.

Zu dieser Veranstaltung hatte der Steinmetzgeselle Martin Greibke aus Sittensen eingeladen, der selbst mehr als fünf Jahre auf der Walz war und jetzt Einheimischer ist. Zu den reisenden Handwerkern stießen auch einige Interessierte Gesellen und Auszubildende der Gewerke, um mehr über diese handwerkliche Tradition, die sich vom Mittelalter bis in 21. Jahrhundert gehalten hat, zu erfahren. Greibke selbst ist Mitglied bei der ältesten Wandergesellenvereinigung – „Die Gesellschaft der rechtschaffenden fremden und einheimischen Maurer und Steinhauergesellen“. Dort haben sich unter anderem Maurer, Steinmetze, Betonbauer, Stuckateure, Ofenbauer, Schmiede, Maler, Hochbaufacharbeiter und Bauklempner vereinigt, um die Tradition zu bewahren, so Greibke. „Nur wer eine reine Weste hat, darf als Geselle auf Wanderschaft gehen. Der Wanderer darf keine Schulden haben und muss ohne Vorstrafen sein“, sagte Greibke. Wer tippelt, darf zudem das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und muss sich mindestens 50 Kilometer von seinem Heimatort aufhalten. Die Mindestwanderzeit beträgt drei Jahre und einen Tag.

Moritz Weise hat bis zum Ende vergangener Woche noch in Würzburg gearbeitet. Dort ist er vier Monate damit beschäftigt gewesen, eine Skulptur aus einem Drei-Tonnen-Steinblock zu hauen. Nun geht er wieder auf Arbeitssuche. „Ich habe verschiedene Projekte aufgeschrieben, wo ich einfach mal vorbeischauen und nach Arbeit fragen werde. Wo, da habe mich aber noch nicht endgültig entschieden“, erklärte der Steinmetzgeselle. Er ist seit zwei Jahren unterwegs und gerne zu diesem Treffen gekommen, um interessierte Handwerker gemeinsam mit Greibke für die Walz „heiß zu machen“. Benjamin Würfel ist aus Heilbronn über Braunschweig nach Waffensen gekommen und zieht nach dem Treffen weiter. Wandergesellen sind in der Öffentlichkeit leicht zu erkennen. Sie tragen die traditionelle Kleidung ihrer Zunft, wenn sie auf der Arbeitssuche durch die Lande reisen.

go

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