Mitmach- und Erlebnisgarten auf dem Hartmannshof fast fertig / Einweihung am 10. Mai

So macht die Natur noch mehr Spaß

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Ruhezonen und ein Versammlungs-Zelt gehören auch dazu.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Windharfe ist nicht zu überhören. Ihre Töne verbreiten sich selbst bei leichtem Wind über das gesamte Gelände am Hartmannshof mit einer Größe von 20000 Quadratmetern. Eine Fläche, die der Naturschutzbund (Nabu) Rotenburg in Kooperation mit den Rotenburger Werken zu einem Mitmach- und Erlebnisgarten umgestaltet hat – und das innerhalb von nur zwei Jahren. Dahinter steckt ein Projekt, das Umweltbildung mit Naherholung und Inklusion verbindet. Am 10. Mai wird die Einrichtung feierlich eröffnet.

Info-Tafeln greifen zahlreiche Fragen auf.

„Wir haben das Gelände so gestaltet, dass wir die Vielfalt der Natur augenfällig machen können“, sagt Roland Meyer, Chef des Rotenburger Nabu. Und wenn er so ins Erzählen kommt, sprudelt es förmlich aus ihm heraus. Die Begeisterung, mit der er selbst, aber auch die vielen Mitstreiter bei der Sache sind, ist ihm ins Gesicht geschrieben. Der Mitmach- und Erlebnisgarten sei nicht nur am Eröffnungstag im Mai, sondern auch anschließend öffentlich zugänglich. Eintritt kassieren Nabu und Rotenburger Werke nicht – beide freuen sich aber über eine Spende, schließlich muss die Anlage dauerhaft gehegt und gepflegt werden. Diese Arbeit übernimmt vornehmlich Corinna Bartels, Chefin auf dem Hartmannshof, zusammen mit neun Menschen mit Behinderung, die auf dem Hof im Rahmen eines Projektes beschäftigt sind. Dennoch ist Geld erforderlich.

Ein Gewächshaus gibt es für mediterranes Gemüse.

Die Finanzierung war für die Initiatoren auch im Vorfeld ein Thema – doch schließlich haben sie die für die Umsetzung der Idee erforderlichen 285000 Euro zusammengetragen und selbst noch mehr als 3000 Arbeitsstunden geleistet. 75 Prozent des Geldes kommen von der EU, fünf Prozent steuerte das Land bei und die restlichen 20 Prozent haben sich Stadt und Landkreis geteilt. Im Mitmach- und Erlebnisgarten gibt es eine Beeren- und Obstwiese, Rosen- und Staudenbeete, eine Vogelbeobachtungsstation, Vogelschutzhecken mit 2400 Büschen aus 34 heimischen Arten, einen Amphibien- und Libellenteich, eine Heidefläche, eine Sumpfsenke und ein kleines Hochmoor.

In dieser Wasserschale sorgt Reibung für tanzende Tropfen.

Kinder freuen sich über Erlebnis- und Spieleinrichtungen, etwa einen Nistkasten in zehnfacher Vergrößerung. „Wer hineinklettert wird erfahren, wie sich Familie Grauschnäpper fühlt“, sagt Meyer. Gäste können die Wellen in Klangschalen beobachten, Steinmännchen bauen, den Obertönen der Windharfe lauschen und Wasser zum Tanzen bringen. „Und dann sind da noch die große Gemeinschaftsschaukel und die Gruppenwippe, auf der man zusammen mit anderen ins Gleichgewicht kommen kann“, sagt Meyer.

Der Summstein: einfach mal den Kopf rein – und brummen...

Außerdem biete sich der Garten als Start- und Zielpunkt eines Spaziergangs im angrenzenden Wanderwegesystem im Großen und Weißen Moor an, informiert Nabu-Frau Sarina Pils. Hofleiterin Bartels ergänzt: „Und an Wochenenden kann man in unserem Café gemütlich Pause machen. Dort werden auch Ferngläser und der Audio-Guide verliehen.“ Dieser bietet den Besuchern noch mehr Hintergründe und vermittelt in kurzen Dialogen Infos zu 19 Stationen, von der Benjeshecke über den Feldahorn und die Heckenrose bis hin zu Naturtönen und Windharfen. Außerdem erläutert der Vogelstimmenimitator Dr. Uwe Westphal, wie man die 20 häufigsten Gartenvögel am Gesang erkennen kann. Die gesamte Audio-Spielzeit beträgt etwa eine Stunde. Jeder kann seinen Parcours selbst bestimmen. Im Verleih sind 30 Geräte. Tipp: „Wer ein Android-Smartphone hat, kann sich die Führung auch als App auf sein Gerät laden“, sagt Meyer. Den Download gibt’s unter www.mega-rotenburg.de.

Das Motto der Einrichtung: Die große Vielfalt der Natur auf kleinem Raum sehen und erleben. Schulklassen und andere Gruppen sind eingeladen, eigene Beete zu bepflanzen und zu pflegen und bei Führungen über die Vielfalt der Natur ins Staunen zu geraten.

Die Führer im Natur- und Erlebnisgarten sind Menschen mit einer geistigen Behinderung. Sie sind extra dafür geschult worden, Gruppen durch den Garten zu führen und auf viele Besonderheiten hinzuweisen.

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