Mitglieder des hiesigen Rotary Clubs in Nepal direkt vom Erdbeben betroffen

Stundenlanges Bangen um die Rotenburger Freunde

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Nach stundenlangem Bangen erreichte Rotarier Michael Schwekendiek die erlösende Nachricht: Seine Club-Freunde sind wohlauf.

Rotenburg - Von Lars Warnecke. Während die meisten Menschen aus der Region die Katastrophennachrichten aus dem Himalaya mit Unglauben und Entsetzen verfolgen mögen, ist eine Delegation vom Rotary Club Rotenburg von den Ereignissen auch persönlich betroffen. Erst vor wenigen Tagen war eine zehnköpfige Delegation nach Nepal geflogen – mit dem Vorhaben, dort ein Hilfsprojekt offiziell zu übergeben. Doch es sollte alles ganz anders kommen.

„Ich bin heilfroh, dass meinen Freunden nichts passiert ist“, sagt Michael Schwekendiek. Seit Samstag sitzt der 66-Jährige vor dem Fernsehgerät. Die Bilder, die dort von den Auswirkungen der verheerenden Naturkatastrophe über den Bildschirm flimmern, machen ihn fassungslos. Mehr als 2200 Tote soll es gegeben haben. Ob zu den Opfern womöglich auch Mitglieder der sich zum Bebenzeitpunkt in der Hauptstadt Katmandu befindlichen Rotenburger Delegation zählten, war zunächst aufgrund der schwierig gewordenen Nachrichtenübermittlung nicht in Erfahrung zu bringen. Dann, Stunden nach der Tragödie, kam vom Club-Präsidenten Burkhard Schmidt höchstpersönlich die erlösende Nachricht: Alle zehn Reisende seien wohlauf.

Ursprünglich wollte die Gruppe eine knapp zwei Autostunden von Pokhara entfernte Gesundheitsstation, die unter anderem auch mit dem Erlös aus dem Rotenburger Entenrennen finanziert werden konnte, ihrer Bestimmung übergeben. „In Pokhara hatte es den Berichten zufolge besonders schlimme Verwüstungen durch das verheerende Erdbeben gegeben“, sagt der Pastor im Ruhestand.

Seit vielen Jahren schon, erläutert er, hätten die Rotenburger Rotarier in Nepal verschiedene Hilfsprojekte umgesetzt – seinerzeit angeregt durch ihre Mitglieder Wolf von Berg und Thomas Lichte. „Dabei hat es sich als wichtig und gut erwiesen, immer wieder auch direkt vor Ort zu sein“, meint Schwekendiek.

Als die Erde am Samstag um 12 Uhr erstmals bebte, befand sich die Delegation in einem Hotel, lediglich drei Kilometer von Katmandu entfernt. Von dort aus, berichtet er, habe man schnell ins Freie gelangen können. „Zwar scheint die Übernachtung nicht im Hotel, sondern nur noch draußen auf dem Rasen möglich zu sein, aber das wird sich angesichts des enormen Elends und der Zerstörung, die berichtet wird, sicherlich noch am ehesten bewältigen lassen“, ist sich Schwekendiek sicher.

Inzwischen habe die deutsche Botschaft mitgeteilt, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen wird. Einige der Rotarier würden versuchen, bis Dienstag mit dem Flugzeug wieder die Heimreise antreten zu können. Andere, so der Rotenburger, würden zunächst noch bleiben – um auch zu sehen, ob und wie Hilfe weitergegeben werden könne. An ein Durchkommen nach Pokhara sei seinen Worten nach zur Zeit allerdings nicht zu denken.

„Meine Club-Freunde werden nach der Rückkehr sicherlich noch detaillierter berichten können“, sagt Schwekendiek. „Sicher ist, dass die Hilfe auch der vielen Menschen aus unserer Region – und sei es nur über Lose für das Entenrennen – wichtiger ist als je zuvor.“

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