Freudentränen am Rotenburger Goldammerweg

Werke weihen inklusives Wohnprojekt ein

Einweihung des Wohnprojektes: Norbert Behrens (r.) überreicht Thorsten Tillner und Jutta Wendland-Park den symbolischen Schlüssel für das neue Quartiershaus.
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Einweihung des Wohnprojektes: Norbert Behrens (r.) überreicht Thorsten Tillner und Jutta Wendland-Park den symbolischen Schlüssel für das neue Quartiershaus.

Rotenburg – Ein schöneres Zeichen der Freude kann es kaum geben: Bei Lena Milster fließen die Tränen, nachdem Torsten Tillner, Geschäftsführer der Rotenburger Werke, ihr und Anette Elsner die Schlüssel für ihre Appartements überreicht hat. Die beiden Bewohnerinnen der Werke leben jetzt am Goldammerweg – in einem neuen, inklusiven und generationsübergreifenden Quartiershaus, in dem Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach leben werden.

Die Werke weihen es am Freitag ein – bei eisiger Kälte in kleiner Runde und corona-konform im Zelt. Die Nachbarn waren zuvor bereits zu einem Besuch eingeladen. „Dem Leben in der Nachbarschaft eines Wohnviertels wie im Libellenweg folgt nun ein Quartiershaus, in dem Menschen mit und ohne Behinderung in einem Wohnhaus zusammenleben.“ Mit diesen Worten umschreibt Werke-Geschäftsführerin Jutta Wendland-Park die Besonderheit dieses Projektes, dem eine Planung vorausgegangen ist, die bereits vor mehr als drei Jahren begonnen hat. Projektleiter Bernd Schröder freut sich, dass neben Landrat Marco Prietz (CDU) auch Bürgermeister Torsten Oestmann (parteilos) zur Einweihung erscheint.

Die Wirtschaft, die Natur und das Ehrenamt zeichneten den Landkreis aus, so Prietz. Zu ergänzen sei allerdings, dass ebenso „das Soziale sowie die Menschlichkeit bei uns im Landkreis eine große Bedeutung haben“. In dieser Hinsicht seien „die Werke ein Leuchtturm, der weit über die Grenzen des Landkreises hinaus strahlt“. Oestmann verfolgt die Entwicklung der Werke bereits seit mehreren Jahrzehnten. „Ich weiß um die starke Bindung mit der Stadt. Und ich weiß auch um die gewaltige Entwicklung, die die Werke vollzogen haben.“ Beide loben dieses wegweisende Projekt.

Wendland-Park sieht darin einen Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, den die Rotenburger Werke konsequent weiter verfolgten. Menschen mit Behinderung wünschten sich vermehrt privaten Wohnraum mit Assistenzleistungen, die sie für ein selbstständiges Leben benötigen. Zudem steige der Bedarf an kleinen Wohnungen für jüngere Menschen und an barrierefreiem Wohnraum für älter werdende Menschen. Mit acht Apartments der besonderen Wohnform und acht frei zu vermittelnden Apartments werde dem Rechnung getragen. „Das zweigeschossige Apartmenthaus greift ein Stadthauskonzept auf und bietet unterschiedlichen Generationen Wohnraum. Es wird viel von Inklusion geredet. In Rotenburg wird sie schon lange umgesetzt“, sagt die Geschäftsführerin.

Architekt Norbert Behrens von der Planungsgemeinschaft Nord (PGN) sowie Bauunternehmer Dirk Krüger kommen in kleinen Interviews mit Henrik Pröhl zu Wort. Für Krüger ist die Zusammenarbeit mit den Werken eine Premiere. Er lobt die gute Kooperation. Behrens merkt an, dass das Thema Inklusion eine große Bedeutung habe und inzwischen in den Köpfen der Planer angekommen sei.

Behrens überreicht der Geschäftsführerin mit Freude den symbolischen Schlüssel für das Haus. Ein Haus, das Wendland-Park als einen Baustein für mehr Verständnis und Akzeptanz in einer vielfältigen Gesellschaft bezeichnet. 2,2 Millionen Euro haben die Werke mit Unterstützung der Aktion Mensch in dieses Projekt investiert; die Bauzeit betrug ein Jahr. Die Gäste, unter ihnen weitere an der Realisierung beteiligte Firmen, zeigen sich begeistert. Ganz so, wie Lena Milster und Anette Elsner, die jetzt ihre Schlüssel in der Hand haben und voller Freude in dieses Haus einziehen.

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