Verband als treibende Kraft

Minister Wenzel besucht Landesversammlung des ADFC Niedersachsen in Rotenburg

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Minister Stefan Wenzel sprach zu den Delegierten des ADFC.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Niedersachsen, Dieter Schulz, hat während der 26. Landesversammlung die in Rotenburg eingerichtete Querungshilfe für Radfahrer am Ebbers Kamp über den Grafeler Damm vorgestellt.

Diese Maßnahme zur Sicherheit der Radfahrer im urbanen Straßenverkehr sei landesweit beispielhaft und nachahmenswert, so Schulz.  Der ADFC engagiert sich für die Förderung des Radverkehrs in niedersächsischen Städten und Gemeinden.

Sichere Wege unumgänglich für Wandel vom Auto hin zum Rad

81 Delegierte aus 38 Kreisverbänden tagten am Wochenende im Heimathaus, um ihre politischen Forderungen mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 und der Landtagswahl 2018 zu formulieren. Zudem standen Vorstandswahlen auf der Tagesordnung – und die ergaben keine Veränderungen in der Führung. So bleibt Dieter Schulz der erste Vorsitzende. Seine Stellvertreter sind weiterhin Volker Czech, Sascha Priesemann und Tobias Neumann. Schatzmeister ist Carsten Henze, Claus Neubauer grüßt weiterhin als Webmaster, und Georg-Ludwig Lenke kümmert sich weiterhin um Belange des öffentlichen Personennahverkehrs.

Die Anwesenheit des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Ministers für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen), unterstrich die Bedeutung dieser Versammlung. „Mit dem Fahrrad kann man mit wenig Energieaufwand in kurzer Zeit sein Ziel erreichen“, so der Minister. Das treffe besonders in Städten zu. Sichere Wege seien eine Voraussetzung, um das Mobilitäsverhalten vom Auto weg und hin zum Fahrrad zu verändern. Das Auto werde bei kürzeren Wegen noch viel zu oft eingesetzt. Das müsse sich ändern. „Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel“, so der Minister. Bei der Minderung schädlicher Emissionen spiele der Fahrradverkehr eine große Rolle.

ADFC beklagt im ganzen Land schwache Radverkehrsförderung

Der gleichen Ansicht ist auch Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD), der in seinem Grußwort betonte, dass sich die Stadt besonders um die Belange der Radfahrer kümmere.

81 Delegierte aus 38 Kreisverbänden des ADFC haben am Wochenende unter der Leitung des Vorsitzenden Dieter Schulz (l.) – hier mit Sascha Priesemann und Tobias Neumann an seiner Seite – im Rotenburger Heimathaus getagt.

Am Rande der Veranstaltung führte die Rotenburger Kreiszeitung ein Gespräch mit Dieter Schulz. Das Verkehrsverhalten der Bevölkerung zeige landesweit kaum Unterschiede. „Wir finden, dass die Radverkehrsförderung in der Politik nicht die Beachtung findet, wie es notwendig ist“, so Schulz. Die Radfahrstrecken stünden in keinem Verhältnis zum Bedarf. „Immer mehr Menschen wollen Rad fahren. Tun es aber nicht, weil es nicht stressfrei möglich ist. Es erscheint ihnen subjektiv gesehen als gefährlich.“ Der ADFC arbeite daran, immer mehr Menschen ganz besonders im urbanen Bereich die Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel durch gute Bedingungen zu erleichtern. Rund 30 Prozent der Nahverkehrsteilnehmer nutzten in den Städten und Gemeinden bereits ein Fahrrad. „Es gibt aber weitere 30 Prozent, die sich nicht trauen – und die müssen wir wecken.“

Schulz: „Deutschland braucht die Verkehrswende"

Auch bei der Infrastruktur müsse ein Umdenken erfolgen. Es müssten Anreize durch gute und sichere Radwege geschaffen werden, damit die Leute das Auto stehen lassen, wenn sie innerstädtisch was zu erledigen haben. „Das geht nur, wenn man den Autofahrern den Platz wegnimmt und den Radfahrern zuschlägt“, so Schulz.

Zur Finanzierung der Infrastruktur sei es dem ADFC gelungen, in Niedersachsen einen eigenständigen Haushaltstitel für Radverkehr zu bekommen. „Deutschland braucht die Verkehrswende – und die Verkehrswende braucht das Fahrrad.“ Das ist die Botschaft am Ende der 26. ADFC-Tagung. Nur mit einer solchen Wende könnten Funktionsfähigkeit und Lebensqualität in Deutschlands Städten wiedergewonnen und aufrecht erhalten werden.

Ziel der Interessengemeinschaft sei es, den Bundesdurchschnitt der mit dem Fahrrad zurückgelegten innerstädtischen Wege auf 40 Prozent zu steigern. Das entspreche einer Verfünffachung des derzeitigen Radverkehrs. Die Politik wird aufgefordert, alles zu unternehmen, um die Zahlen Realität werden zu lassen. Jetzt müsse gehandelt und kräftig investiert werden. Der ADFC will auf allen politischen Ebenen die treibende Kraft sein.

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