Millionenschwere Vorteile

Stadtwerke  Rotenburg mit „zufriedenstellendem“ Ergebnis

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Reinhard David erntet Lob, Dank und die Entlastung.

Rotenburg - Von Guido Menker. Applaus, Worte des Dankes und verbales Schulterklopfen im Stadtrat: Der Jahresbericht 2016 von Reinhard David sorgte am Donnerstagabend für beste Laune bei den Kommunalpolitikern.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg (SR) legt das Jahresergebnis für 2016 vor, das er selbst als „zufriedenstellend“ bezeichnet. Der Gewinn beträgt immerhin etwas mehr als 2,5 Millionen Euro. Und das, so David, bei im Vergleich zu anderen Unternehmen günstigen Preisen für Strom, Gas und Wasser. Einer Entlastung des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung steht also nicht mehr im Wege.

Einstimmig fällt auch das Votum bei der Frage aus, was mit diesem Geld passieren soll: 1,475 Millionen Euro schütten die Stadtwerke an die Stadt Rotenburg aus, rund eine Million Euro führen sie zur Stärkung des Eigenkapitals den Rücklagen zu. Für die Stadt geht es also um millionenschwere Vorteile, die die Stadtwerke mit sich bringen: Zusätzlich zum Gewinn erhalte die Stadt nämlich rund 900 000 Euro Konzessionsabgabe, den vollen Verlustausgleich des Erlebnisbades Ronolulu sowie die Gewerbesteuer, „die wir als Energieversorger vor Ort an die Stadt zahlen“, so David. Somit ergebe sich ein Vorteil von rund 4,6 Millionen Euro. Gilberto Gori (SPD) bringt es im Sinne aller Ratskollegen auf den Punkt: „Ich kann mir Rotenburg ohne die Stadtwerke gar nicht vorstellen.“

Davids Jahresbericht umfasst allerdings nicht nur nackte Zahlen. Der Geschäftsführer spricht zum Beispiel vom weiteren Ausbau der Wärmeversorgung: „In diesem Bereich sehen wir auch die größten Möglichkeiten, Energieeinsparungen und CO2-Emissionsminderungen zu realisieren. Die Wärmeabgabe ist um sechs Prozent gestiegen.“ David erwähnt aber auch die hohe Versorgungssicherheit in Rotenburg und die Förderung von Vereinen, Einrichtungen und Veranstaltungen in den Bereichen Sport, Jugendarbeit, Kultur, Umwelt und Naturschutz. Das waren 2016 mehr als 88 000 Euro. David: Auch diese Dinge sind den Stadtwerken wichtig.“

Nitratproblem in Niedersachsen

Bei einer Steigerung der Bilanzsumme um 1,4 auf 44,7 Millionen Euro haben die SR 2016 1,6 Millionen Euro investiert – in die Energieeffizienz, in die Versorgungssicherheit, in das Versorgungsnetz sowie in den Betrieb und die Attraktivität des Ronolulu. Darüber hinaus ist das Jahr 2016 bei den SR von der Umsetzung mehrerer Projekte gekennzeichnet: Sanierung der Reinwasserbehälter 3 und 4 im Wasserwerk, Erneuerung der Netzleittechnik sowie viele Baumaßnahmen im Ronolulu.

David hebt aber auch die „Topqualität“ des Trinkwassers hervor. „Und die muss so bleiben.“ Daran arbeite man in Kooperation mit dem Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land und den in den Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Landwirten. „Wie Sie wissen, haben wir in Niedersachsen ein Nitratproblem.“ Doch auch wenn die Trinkwasserqualität noch top sei, gelte es, gemeinsam daran zu arbeiten, die Nitrateinträge deutlich zu reduzieren, „damit die kommenden Generationen auch noch unbelastetes Wasser aus der Rotenburger Rinne fördern können.“

Auch in Sachen Klimaschutz sind die SR weiter am Ball. Mittlerweile betreiben sie 23 Blockheizkraftwerke und zehn Photovoltaikanlagen in der Kreisstadt. „Wir streben an, mit unseren eigenen Stromerzeugungsanlagen bis 2020 rund 50 Prozent der Strommenge, die wir an Tarifkunden liefern, selbst umweltschonend zu erzeugen. Momentan liegen wir bei 43 Prozent“, sagt David. Das langfristige Ziel: 2030 will man bei 100 Prozent sein. Er spricht auch die energetischen Quartierlösungen mit BHKW- und Wärmeanlagen sowie die Fortführung der LED-Umstellung für die Straßenbeleuchtung an.

Gute Nachricht für die Kunden: Die Gaspreise – im vergangenen Jahr zwei Mal gesenkt – bleiben bis 1. September 2018 stabil. Im Strombereich sei die Prognose schwieriger. Der noch beeinflussbare Anteil am Preis liege bei 17 bis 18 Prozent. David: „Wir arbeiten daran, dass wir die Strompreise für das kommende Jahr weiterhin konstant halten können. Das wäre dann das fünfte Jahr Preiskonstanz.“ Und zwar mit einem optimierten Einkauf und Effizienzprogrammen im eigenen Haus.

Die Stadtwerke Rotenburg in Zahlen

• 2016 flossen rund 109 Millionen kWh Strom durch das Netz der Stadtwerke Rotenburg (SR). Davon gingen 82 Millionen kWh an Stadtwerke-Kunden, der Rest an Kunden anderer Lieferanten.

• Der Gasabsatz ist gegenüber 2015 nahezu konstant geblieben. 2016 transportierten die SR rund 395 Millionen kWh durch ihre Leitungen. Davon haben sie 300 Millionen kWh an Stadtwerkekunden geliefert.

• Im wasserbereich ist der Absatz mit 1,09 Millionen Kubikmetern weitgehend stabil geblieben.

• Im Ronolulu hat das Team um Leiter Burkhard Oelkers 246 500 Besucher begrüßt. Ein Plus von 2,3 Prozent. SR-Geschäftsführer Reinhard David: „Das werden wir dieses Jahr nicht erreichen.“

• Stcihwort versorgungssicherheit: 2016 war jeder Kunde durchscnittlich 1,9 Minuten ohne Strom. Deutschlandweit betrug die Ausfalldauer immerhin mehr als zwölf Minuten.

• Den Aufbau der Infratsruktur für Stromtankstellen haben die SR im vergangenen Jahr mit zwei Ladesäulen beziehungsweise vier Ladepunkten fortgesetzt. In Rotenburg haben sie damit insgesamt drei Stromtankstellen. Reinhard David mit Blick auf die aktuelle Entwicklung in Sachen E-Mobilität: „Ein Geschäfts ist in diesem Sektor noch nicht absehbar.“

• Kommunaler Klimaschutz beinhaltet für die SR auch die Energieberatung. Energie und Geld ließen sich durch den Ausbau der Effizienz sparen. Die SR bieten ein „Rundum-sorglos-Paket“ in Verbindung mit neuen, effizienten Heizungsanlage an. Ergebnis: 65 Kunden haben ihren alten Heizkessel durch ein modernes Brennwertgerät ersetzt und dadurch mindestens 20 Prozent Energie und Emissionen eingespart.

• 2016 haben die SR Rotenburger zehner im Wert von 120 000 Euro als Treuegutscheine an die Kunden ausgegeben. - men

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