Startschuss für Logistikcenter im Gewerbegebiet Hohenesch

Millionenprojekt: Thyssenkrupp Schulte nimmt Arbeit in Rotenburg auf

Standort von Thyssenkrupp Schulte im Rotenburger Gewerbegebiet Hohenesch.
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Auf dem Gelände des neuen Standortes von Thyssenkrupp Schulte im Rotenburger Gewerbegebiet Hohenesch wird ab Anfang Mai reger Betrieb herrschen.

Rotenburg – Gut ein Jahr nach der Grundsteinlegung nimmt der neue Logistikstandort von Thyssenkrupp Schulte, dem deutschen Tochterunternehmen von Materials Services, nun Anfang Mai seinen Betrieb im Gewerbegebiet Hohenesch auf. In einer digitalen Pressekonferenz haben Vorstandssprecher Martin Stillger, Detlef Schotten, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Chief Operating Officer Tobias Hegmanns das Projekt in seiner ganzen Dimension vorgestellt.

Und die ist enorm: Auf dem 100 000 Quadratmeter großen Grundstück mit eigener Gleisanbindung steht die 36 000 Quadratmeter große Halle, in der bis zu 20 000 Tonnen Material gelagert werden können. Alleine das sei wichtig, bedenke man, wie beispielsweise ein gesperrter Schiffahrtskanal gezeigt hat, „wie abhängig wir von internationalen Lieferketten sind“, erläuterte Hegmanns. Zwischendurch zeigten kurze Einspieler Eindrücke vom Gelände.

Ohnehin hätten sich die Anforderungen der Kunden seit Gründung des Unternehmens vor 125 Jahren als Dortmunder Eisenwarengeschäft stark verändert. Wandelbarkeit, Schnelligkeit und Flexibilität seien wichtige Stichworte für die Zukunft. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, wie wichtig es sei, offen für alternative Wege zu sein, so Stillger.

Zukunftsorientiert ist der Neubau mit seiner smarten Logistik: autonome Fahrsysteme, innovative Ladekonzepte, durchgängig digitalisiert und automatisiert. In Rotenburg sei ein Konzept umgesetzt worden, das nicht nur wegweisend für das Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Branche sei. „Es ist eine Blaupause für weitere Standorte und hat Leuchtturmcharakter“, sagt Stillger. Das hat sich Thyssenkrupp auch einiges kosten lassen: 60 Millionen Euro hat das Unternehmen in den neuen Standort investiert.

Im Ablauf wird einiges verschlankt: So werden Lkws künftig effizienter beladen: Diese fahren nicht mehr wie an anderen Standorten durch die Halle und erhalten an verschiedenen Punkten die entsprechenden Waren. Das autonome Transportsystem stellt alles bereit, Shuttles bringen die benötigten Waren zu den Lkws, die nur noch an den Ladebuchten andocken. „Das gibt uns neue Freiheiten in der Gestaltung, Standzeiten werden minimiert, und wir können mehr Fahrzeuge abwickeln“, erklärt Hegmanns.

Die Prozesskette sei konsequent digitalisiert worden. Dazu mussten Lösungen gemeinsam mit Partnern entwickelt werden, die es so auf dem Markt bisher nicht gab. Dazu gehören auch die selbst entwickelte Steuerungsplattform sowie „Alfred“, eine Data Analytics Plattform, die für die Optimierung und Koordinierung der Warenströme sorgt.

Künftig rangieren keine Lastwagen mehr innerhalb der Halle, auf diese Weise würden auch Lärm- und Abgasemissionen darin vermieden. Das erhöhe die Sicherheit der Mitarbeiter. 70 sind es in Rotenburg, gut die Hälfte ist schon vorher bei Thyssenkrupp beschäftigt gewesen. Der Rest konnte in der Region neu gewonnen werden, meint Hegmanns. Das Unternehmen trennt Vertrieb und Logistik, deswegen könne der Vertrieb dezentral an den bisherigen Standorten in Bremen und Hamburg bleiben. Für alles andere sei man aber dort an seine Grenzen gestoßen, sagt Schotten. Man habe die „steigenden und komplexen Bedarfe“ dort nicht mehr decken können. Dafür biete der neue Standort in der Wümmestadt nun die perfekten Voraussetzungen. Gut 1 500 Positionen werden die Mitarbeiter dort pro Tag künftig bewältigen, berichtet Hegmanns.

Nachhaltigkeit sei beim Bau ein wichtiger Faktor gewesen. Zum einen können durch die neue Steuerung Prozesse optimiert werden, beispielsweise die Auslastung der Lkws erhöht werden, um so Emissionen zu sparen. Durch die eigene Bahnanbindung trifft mehrmals die Woche Material klimafreundlicher über die Schiene ein. Bis zu 25 000 Tonnen Material sollen pro Jahr darüber abgewickelt werden. Mit einer eigenen Fotovoltaikanlage auf dem Dach versorgt sich die Halle zudem in Kürze selbst mit Strom. Aber auch in kleinen Dingen wollen man Gutes für die Umwelt tun: durch den weitgehenden Papierverzicht beispielsweise.

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