Migrantinnen wollen zurück in den Beruf

„Kulturen ergänzen sich“

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SamarTannous

Rotenburg - Die Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft im Landkreis Rotenburg“ will Frauen mit Migrationshintergrund fördern. Das Projekt „Do it – Rotenburger Willkommenskultur“ soll Frauen beim Weg zurück in den alten Job helfen – und Unternehmen dienen, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Am 29. September ist ein „Job-Dating“ im Rotenburger Heimathaus geplant. Wir stellen einige der Frauen, die dabei sein könnten, vor. Heute: Samar Tannous. Sie hat in Syrien als Anwältin gearbeitet.

Wie sind Ihre Eindrücke von Deutschland?

Samar Tannous: Seit einem Jahr bin ich nun in Deutschland. Ich komme aus Damaskus, wo der Bürgerkrieg tobt. Mein erster Eindruck ist geprägt von großer Hilfsbereitschaft durch Deutsche und durch Syrer, die schon länger in Deutschland sind. Zum Glück habe ich schnell Deutsch gelernt. Das ist ganz wichtig.

Wie empfinden Sie die Nachbarschaft mit Deutschen?

Tannous: Wir kommen gut miteinander klar. Mein Bruder wohnt und arbeitet schon seit acht Jahren in Rotenburg – dadurch wurde mir der Anfang sehr erleichtert.

Haben Sie bisher eher Gastfreundschaft oder Ablehnung erfahren?

Tannous: Es ist alles gut. Nur bis ich wieder in meinem Beruf als Anwältin arbeiten kann, wird es noch lange dauern. Ich muss Deutsch-Prüfungen bestehen und noch mindestens zwei Jahre deutsches Recht studieren.

Wo fehlt es Ihnen an Hilfe?

Tannous: Ich suche einen Job, gerne in einer Anwaltskanzlei als Gehilfin. Das würde mir helfen bei meinem geplanten Studium.

Wie können Sie Ihre Situation verbessern?

Tannous: Weiter Deutsch lernen und mich umschauen, wo es eine Stelle für mich gibt. Wichtig wäre für mich auch die Anerkennung im Asylverfahren. Bisher habe ich nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre.

Welche Pläne haben Sie?

Tannous: Studieren, arbeiten, eine Existenz aufbauen.

Ist der Unterschied zur alten Heimat groß?

Tannous: Hier ist vieles anderes. Aber die Kulturen ergänzen sich. Das sehe ich positiv. Regen und schlechtes Wetter – sogar im Sommer – machen mir persönlich mehr zu schaffen.

Was ist Ihr nächstes persönliches Ziel?

Tannous: Lernen und meine Hobbys nicht vergessen: Sport, Musik und Tanzen.

www.frauenundwirtschaft-lkrow.de

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