Meike Düspohl ist seit dem 1. Juni Klimaschutzmanagerin beim Landkreis Rotenburg

„Es gibt wahnsinnig viele Baustellen“

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Gerd Hachmöller hat eine neue Kollegin: Meike Düspohl ist Klimaschutzmanagerin beim Landkreis Rotenburg.

Rotenburg - Drei Jahre ist es her, da hat der Kreistag sein Klimaschutzprojekt beschlossen. Etwa ein halbes Jahr später war ein Maßnahmenkatalog fertig. Seit dem 1. Juni ist Meike Düspohl mit einer halben Stelle als Klimaschutzmanagerin beschäftigt und kümmert sich darum, dass dem Projekt die Umsetzung folgt. Die 33-jährige Bochumerin hat in Münster Landschaftsökologie studiert und im Anschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Frankfurt am Main gearbeitet. Ihre Aufgabe: „Vor allem geht es um die Umsetzung des Klimaschutzprojekts“, erklärt Gerd Hachmöller von der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landkreises.

Insgesamt umfasse das Projekt 22 Maßnahmen. Zum Einstieg ging es für Düspohl darum, eine Auswahl zu treffen, was es zuerst umzusetzen gilt. „Mir ist aufgefallen, dass hier schon viel Strom aus regenerativen Quellen kommt“, so Düspohl. Der Landkreis ist sogar Exporteur: 120 Prozent habe 2012 der Anteil der aus erneuerbaren Energien eingespeisten Strommenge betragen – die letzte aktuelle Schätzung. Trotzdem gebe es noch großes Potenzial in Sachen Klimaschutz. „Es gibt wahnsinnig viele Baustellen – wir müssen sehen, wo der Einsatz von Meike Düspohl am meisten Früchte trägt“, so Hachmöller. Ihren Fokus lege Düspohl deshalb zunächst auf die Deckung des Wärmeverbrauchs aus eben diesen erneuerbaren Ressourcen.

Zunächst wolle sie eine Liste typischer Gebäude im Landkreis Rotenburg erstellen. „Das hilft mir erstmal, den Landkreis besser kennenzulernen und die Häuser einzuordnen“, erklärt die 33-Jährige. Daraus erhofft sie sich eine Grundlage, bei welchen Gebäuden eine Sanierung sinnvoll ist. Sie wolle den Bürgern im Anschluss die Möglichkeiten zeigen, zu überprüfen, ob das eigene Haus überhaupt ausreichend isoliert ist. „Das geht bei einem Thermografischen Spaziergang mit einer Wärmebildkamera“, so Düspohl. Sie will die Bürger in Sachen Energieeffizienz sensibilisieren.

Ein weiterer Aspekt, den die Klimaschutzmanagerin in Angriff nehmen will, ist Elektromobilität und E-Car-Sharing. Was in Großstädten zum Teil schon gut funktioniert, könnte auch im Landkreis Früchte tragen, so die Idee. Zum Plan der Landschaftsökologin gehört ebenfalls, die Gespräche unter den Kommunen zum Beispiel mit halbjährlichen Treffen zu vertiefen und das Knowhow aus der Landkreisverwaltung in Fortbildungen an diese weiterzugeben. „In der Auftaktveranstaltung ist deutlich geworden, dass so etwas wichtig ist, um Anregungen für einzelne Themen zu geben“, ist sie sich sicher.

„Wir haben uns eher wenige Maßnahmen überlegt, die aber sowohl der Natur und dem Klima als auch dem Menschen und der Wirtschaft etwas bringen“, betont Hachmöller. Es gebe dann eine höhere Umsetzungswahrscheinlichkeit als bei einer Maßnahme, von der nur das Klima profitiert. Es gilt das Motto: „Es müssen alle etwas davon haben.“ Der Landkreis möchte einen Vorbildcharakter erfüllen und „viele kleine Schritte zu einem guten Klima“ machen.

iq

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