Mehr Raum zum Wohnen

Stadtrat billigt Projekte an der Wiesenstraße und der Brockeler Straße

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Hier, zwischen Kiefernweg und Verdener Straße, soll das Mehrparteienhaus entstehen. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Nach flotten 24 Minuten war die Ratssitzung im Rotenburger Rathaus am Donnerstagabend beendet. Angesetzt war der Termin im Grunde auch nur für zwei Tagesordnungspunkte, die die Entwicklung Rotenburgs voranbringen und deren Umsetzung in Kürze beginnen soll: der Ausbau des Neubaugebietes an der Brockeler Straße und der Bau eines Mehrfamilienhauses in einer Baulücke an der Verdener Straße. In Kürze war damit das beschlossen, was in der Kreisstadt teilweise zu langen Diskussionen geführt hatte.

Besonders das Bauprojekt mit der Verwaltungsbezeichnung „Bebauungsplan Nr. 13 – Wiesenstraße/Pappelweg“ sorgt seit Wochen für Unruhe. Als die ersten Pläne des Investors, der Sparkasse Rotenburg Osterholz, im Herbst bekannt geworden waren, informierte zunächst die Stadtverwaltung in einer Bürgerversammlung. Nachbarn, der BUND und der Landkreis äußerten Bedenken, von einer „Gefälligkeitsplanung“ war die Rede. Knackpunkt: Das rund 1 800 Quadratmeter große Grundstück liegt am Rande eines geschützten Landschaftsbestandteils am Kiefernweg und ist dicht bewaldet. Darf man dort einfach viele Bäume abholzen? Was müssen Nachbarn ertragen?

Die Bebauung, darauf hatte Planungsamtsleiter Clemens Bumann stets hingewiesen, sei aber zulässig, selbst ohne die nun beschlossenen Änderungen. „Es gibt keine Fachbelange, die dagegen sprechen.“ Im Sinne der Nachverdichtung trage eine Bebauung außerdem zur Einsparung von Flächen bei. Bauchschmerzen hatten einige Ratsmitglieder allerdings trotzdem, der Vorlage zuzustimmen. Und das betraf nicht nur Joachim Hickisch (Grüne) und Jan Till Jürgensen (SPD), die auch am Donnerstagabend noch dagegen stimmten. In einer interfraktionellen Sitzung vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) noch einmal für das Projekt geworben, letztlich blieb es bei den zwei Gegenstimmen. Die Sparkasse als Investor will nun noch im Februar damit beginnen, die Baumaßnahmen anzuschieben.

Naturnahe Gestaltung der Freiflächen gewährleistet

Mit in den Bebauungsplan haben die Ratsmitglieder die Verpflichtung zur Aufstellung eines ökologisch orientierten Freiflächengestaltungsplans genommen. Bumann bestätigte, dass der Investor diesen umgehend erstellen lassen will. Damit soll eine naturnahe Gestaltung der Freiflächen gewährleistet werden: Es sollen möglichst viele Bäume stehen bleiben, die Parkflächen offen gestaltet werden. Die Begleitung dieser Gestaltung, eigentlich eine Verwaltungsangelegenheit, wollen die Ratspolitiker kritisch verfolgen. Im Verwaltungsausschuss sollen die Pläne vorgelegt werden.

Zehn Mietwohnungen sind nun nach den Vorgaben des Bebauungsplans möglich. Bürgermeister Weber sprach davon, dass damit auch die Hoffnung verbunden sei, etwas Druck vom Markt in der Kreisstadt zu nehmen. Gerade günstige, kleinere Wohnungen seien stark nachgefragt. Dass die Sparkasse nun so etwas anbieten wolle, sei ganz im Sinne der Stadtentwicklung.

Geräuschloser verläuft dagegen die Entwicklung des Baugebiets „Brockeler Straße Nord-Ost und Ahlsdorfer Forst“. Nachdem mit der Kreisjägerschaft auf Kosten der Stadt zusätzlicher Lärmschutz für den angrenzenden Schießstand vereinbart wurde, kann das Projekt nach dem einstimmigen Ratsbeschluss anlaufen. 63 Grundstücke für Einfamilienhaus, 21 Parzellen für Seniorenwohnungen, drei bis vier Mehrparteienhäuser und ein Kindergarten sollen in den kommenden Jahren entstehen. 160 Bauwillige hat die Stadt noch auf der „Wunschliste“. Weber: „Das Baugebiet ist für unsere Entwicklung von großer Wichtigkeit.“

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