Umweltausschuss bringt zweiten Entwurf für RROP auf den Weg

Mehr Raum für Windkraft

Für die Windkraft im Landkreis Rotenburg soll es künftig mehr Platz geben. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. 450 Stellungnahmen von Behörden, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen aus dem vergangenen Jahr sind abgearbeitet, nun geht der zweite Entwurf für das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) ins öffentliche Beteiligungsverfahren. Einstimmig hat das der Umweltausschuss des Kreistags am Mittwoch für den entscheidenden Kreisausschuss am 8. Juni empfohlen – inklusive einiger Änderungen vor allem bei den Themen Fracking und Windkraft.

Grundsätzlich geht es im RROP, das zuletzt 2005 neu aufgestellt worden war, um raumbedeutsame Planungen, also um Windräder gewisser Höhe, Abbauflächen bestimmter Größe oder andere Großprojekte. Seit 2013 haben die Regionalplaner des Landkreises an der Fortschreibung gearbeitet, vor allem um künftige Vorranggebiete für Windkraftanlagen gab es in den Kommunen nach dem ersten Entwurf viele Diskussionen. Beinträchtigen die Anlagen die Wohnqualität? Werden ganze Kommunen von den mittlerweile über 200 Meter hohen „Spargeln“ umzingelt?

Mit seinem Klimaschutzkonzept hatte der Landkreis 2013 festgelegt, dass die Vorrangflächen für Windkraftanlagen von heute 0,51 Prozent der Kreisfläche verdoppelt werden sollen. Im zweiten Entwurf des RROP, der auch auf Basis der Vorgaben des neuen Landesraumordnungsprogramms überarbeitet wurde, sind es nun 1,23 Prozent, 2 550 Hektar. Einen kleinen Teil davon, 70 Hektar östlich der Osteniederung bei Granstedt, kassierten die Ausschussmitglieder auf Antrag der CDU allerdings gestern geschlossen wieder ein. Die Waldfläche als Lebensraum für Greifvögel und Fledermäuse halte man für „ungeeignet“, betonte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Kerstin Klabune (CDU). 

Volker Kullik stimmte ihr im Namen der SPD zu: So zu verfahren, sei „außerordentlich erfreulich“. Insgesamt, so der SPD-Umweltexperte, hätte sich seine Fraktion aber noch mehr Abstriche gewünscht, das selbst gesetzte Ziel sei auch dann noch erreichbar gewesen, argumentierte Kullik. Die 70 Hektar des Vorranggebiets im Bereich südlich der A 1 bei Gyhum herauszunehmen, weil dort wieder Schwarzstörche brüten könnten, fand im Ausschuss allerdings keine Mehrheit. Auch Landrat Hermann Luttmann (CDU) sprach sich dagegen aus. „Wir machen die Regionalplanung nach Aktenlage“, sagte er. Bedenken und Einwände sollten in dem nun folgenden Beteiligungs- und Anhörungsverfahren geäußert werden, damit sie auch berücksichtigt werden könnten. Ansonsten entscheide man bereits, ohne die entsprechenden Kritikpunkte offiziell aufgenommen zu haben. 19 Potenzialflächen stehen nun im Entwurf. Die größten liegen in Wilstedt, Bartelsdorf/Brockel und Ostervesede, neu dabei sind 76 Hektar bei Wittorf.

Konkretisiert und ergänzt wurden auch Bestimmungen. Vorrangflächen für Torfabbau gibt es nicht mehr, die rund zehn Prozent Kreisfläche geschützter Natur im Biotopverband wurden genauer gekennzeichnet. Und es gibt eine Formulierung, die ein „Fracking-Verbot“ in den Vorranggebieten für Trinkwassergewinnung gewährleisten könnte. Erdgas und Erdöl sollen nach dieser dort nur noch gewonnen werden dürfen, wenn es keine Neuanlage oder Reaktivierung stillgelegter Bohrplätze gibt, wenn die „Fracking“-Methode nicht eingesetzt wird und wenn es keine Verpressung von Lagerstättenwasser mehr dort gibt.

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