Ratsanträge für mehr Stellflächen

Mehr Platz zum Parken am Rotenburger Bahnhof

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Die Parksituation am Rotenburger Bahnhof ist schwierig. Allerdings ist es auch nicht leicht, Alternativen wie ein Parkdeck zu realisieren. Nun soll politisch ein neuer Anlauf genommen werden, das Problem zu lösen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die politische Debatte um mehr Parkplätze am Rotenburger Bahnhof nimmt an Fahrt auf. Nachdem die Grünen vergangene Woche einen Antrag auf mehr überdachte Fahrradstellplätze gestellt haben, bringen nun die Stadtratsfraktionen von CDU/Freie Wähler und WIR/FDP das Thema der Parkplätze für Autos aufs Tableau.

Sie fordern den Bau eines Parkhauses bis zum geplanten Teil-Beitritt Rotenburgs zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) 2019. Rund 500 Autoparkplätze und 250 Möglichkeiten, Räder anzuschließen, gibt es derzeit rund um den Bahnhof nach Angaben der Stadt. Zu wenig, ist immer mal wieder zu hören, obwohl die Flächen nach Angaben von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) für die derzeitigen Pendlerzahlen noch ausreichend seien. 

Zuletzt im Mai 2014 hatte die Stadt mit dem Abtragen einer ehemaligen Rampe für den Güterverkehr im hinteren Bahnhofsbereich 110 weitere Parkplätze geschaffen. Doch die werden wegen der vergleichsweise weiten Wege und schlechten Beleuchtung am Abend ungern genutzt. „Wir brauchen eine Lösung in der Nähe des Eingangs“, sagt auch der Verwaltungschef.

Bau eines Parkhauses als Idee

In ihren Vorüberlegungen gehen CDU, Freie Wähler, WIR und FDP vom Bau eines Parkhauses mit 150 bis 300 Stellplätzen aus. „Bei einem realistischen Ansatz von rund 8 500 Euro pro Stellplatz ergäbe das geschätzte Baukosten von rund 1,3 bis 2,6 Millionen Euro“, so der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Eike Holsten. 

Die antragstellenden Fraktionen gehen davon aus, dass dieser Betrag nicht allein aus dem städtischen Säckel finanziert werden muss. „Da es sich um eine Park- and Ride-Anlage im Umfeld des Schienenpersonennahverkehrs handelt, bestehen Aussichten auf hohe Zuschüsse durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen“, erläutert der CDU/FW-Fraktionsvorsitzende Klaus Rinck. 

Mit genaueren Ermittlungen zu Voraussetzungen und Höhe der Förderungsfähigkeit sollen ein Gutachter und die städtische Verwaltung beauftragt werden. Einen Beitrag zur Finanzierung könnten demzufolge auch die Nutzer des künftigen Parkhauses leisten. „Die Möglichkeit, das Fahrzeug sicher abzustellen, der Entfall der Suche nach einem Parkplatz und ein kurzer Weg vom Parkhaus zum Bahnsteig sind gute Argumente für Einstellgebühren. Für Pendler müssen die Kosten aber tragbar bleiben“, so Rinck.

Rathaus wiegelt Versäumnisse ab

„Wir beschäftigen uns mit dem Thema seit Jahren“, wiegelt Bürgermeister Weber etwaige Vorwürfe von Planungsversäumnissen im Rathaus ab. Doch die Situation am Rotenburger Bahnhof sei eine besondere, die bis zum erwarteten Anstieg der Pendlerzahlen mit dem HVV-Beitritt gelöst werden müsse. Die Bebauung im Umfeld mit Kinderheimen, Altenheim, Industriebetrieben, Kreisbehörden und Wohnhäusern sei sehr eng. Für ein Parkhaus böte sich nach derzeitiger Einschätzung einzig eine bisher unbebaute Fläche nahe der Firma Schindowski Dachbau an. 

Die Bahn selbst ist derzeit nicht bereit, weitere Flächen zu verkaufen. Das gilt auch für den Betriebshof nördlich der Gleise. Wenn von der Verlängerung des Tunnels oder einer Überquerung die Rede ist, bräuchte man dort Parkflächen. Doch die seien derzeit nicht verfügbar, und die Kosten für die Verlängerung wohl auch zu hoch. Auf drei Millionen Euro schätzt Weber diese – hätte man 1984 beim Bau durch die Bundesbahn weiter als bis zum sogenannten Inselbahnsteig mit den Gleisen 4 und 5 durchbohrt, wären es laut Weber nur 150.000 Mark gewesen. Eine vertane Chance.

Dass etwas gemacht werden muss, ist politisch unbestritten. Über das Wie dürfte es nun Diskussionen geben. Noch in diesem Jahr 25.000 Euro locker zu machen, wie im Antrag jetzt gefordert, um einen Gutachter zu bestellen, schließt Weber aber aus. Das sei im Haushalt nicht verankert – und damit erst ein Thema für 2018. Die 750.000 Euro, die für den Bau angesetzt werden, hält Weber zudem für deutlich zu niedrig. Bei Diakonieklinikum, wo ein Parkdeck mit 160 Stellplätzen im Gespräch ist, rede man schon über ein Volumen von zwei Millionen Euro.

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