Mehr als 500 neue Arbeitsplätze im Juni hinzugekommen / Arbeitslosenquote steigt

Deutlich mehr freie Stellen im Landkreis

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Es gibt mehr freie Stellen, aber auch mehr Arbeitslose. Archivfoto: Menker

Rotenburg - „Das ist der Hammer!“, freut sich Oliver Lemke, der Leiter der Rotenburger Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Stade. Der Grund der Freude: Schon lange nicht mehr haben die drei Vertretungen der Arbeitsagentur im Landkreis Rotenburg so viele freie Stellen im Bestand gehabt wie im Juni. 1168 waren es – 160 mehr als noch im Mai. In dieser Zeit sind 502 neue Stellen hinzugekommen, fast 200 mehr als im Vormonat.

Angesichts von insgesamt 3764 arbeitslos gemeldeten Menschen im Landkreis (4,3 Prozent) stünden die freien Stellen im Verhältnis von etwa eins zu drei. „Branchenbezogen kann man da fast schon von einem Fachkräftemangel sprechen“, berichtet Lemke. Ein übliches Verhältnis in diesem Punkt läge in anderen Landkreisen bei eins zu sieben. Warum der Aufschwung? „Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region ist gut“, so Lemke. Betriebe würden sich vergrößern, außerdem sei das Bruttoeinkommen hier vergleichsweise niedrig. Das sei für Arbeitgeber interessant.

Allerdings: Neben den deutlich mehr freien Stellen gibt es auch einen Anstieg der Arbeitslosenquote im Landkreis Rotenburg – wenn auch nur leicht (0,1 Prozent). Im Juni lag sie kreisweit gesehen bei 4,3 Prozent. Im Altkreis Rotenburg ist die Quote um 0,1 auf fünf Prozent im Vergleich zum Mai angestiegen.

Die Geschäftsstelle in Bremervörde verzeichnete einen Anstieg um den gleichen Wert. Dort liegt die Quote jetzt bei 3,9 Prozent. In Zeven stagnierte die Zahl bei 3,5 Prozent. „Das ist kein Alarmsignal“, beruhigt Lemke. Alles unter fünf Prozent seien traumhafte Werte. Das sind eher süddeutsche als niedersächsische Verhältnisse, sagt er. „Es geht nicht immer nur in eine Richtung. Man muss auch mal einen Rückschlag hinnehmen.“

Lemke erwartet aber auch für den Juli einen Anstieg der Arbeitslosenquote im Landkreis. Dieser sei allerdings saisonal bedingt und unter anderem auf die Phase zwischen den jetzt stattfindenden Schulabschlüssen und dem Beginn des Ausbildungsjahres am 1. August zurückzuführen.

Anders sieht es beim Jobcenter des Landkreises aus. Im Juni haben 2338 Langzeitarbeitslose das Arbeitslosengeld II bezogen. 2255 waren es noch im Mai. Der Sprung würde sich zum Teil im steigenden Ausländeranteil begründen, so Ivonne Thierbach. Wenn die Arbeitslosen nur wenig Deutsch können, falle die Vermittlung oft schwer. Positiv sei aber, dass es dem Jobcenter in letzter Zeit öfters gelungen sei, Langzeitarbeitslose ohne Förderung an Arbeitgeber zu vermitteln. „Kein Wunder, bei dieser Anzahl offener Stellen“, so Thierbach.

mro

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