Rotenburger Jugendausschuss befasst sich mit dem Thema

Freizeitverhalten der Jugend: „Mehr Geld fürs Reiten“

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Sozialarbeiter Eduard Hermann präsentierte die Umfrage zum Freizeitverhalten der Rotenburger Schüler.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Die Rotenburger Jugend trifft sich am liebsten in der Stadt, bei Freunden oder draußen in der Natur, verlangt mehr Reitangebote sowie ein Kino vor Ort. Diese und viele weitere Verhaltensweisen und Bedürfnisse hatte das Team der „aufsuchenden Jugendsozialarbeit“ um Viktoria Düver und Eduard Hermann vor eineinhalb Jahren in einer Umfrage von rund 710 Schülern (von etwa 1 700 verteilten Fragebögen) ermittelt. Hermann stellte am Mittwoch die Ergebnisse dem Jugendausschuss der Stadt Rotenburg vor.

Vor allem der Bedarf an Reitangeboten und einem Kino stachen bei der Befragung der 10- bis 17-Jährigen hervor. Die Umfrage zeigte auch, dass die von Jungen dominierte Vereinssportart Fußball ausreichend erfüllt werde. Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Borchers: „Auf ein neues Kino haben wir eh kaum Einfluss. Aber die Unterstützung beim Fußballsport ist enorm im Gegensatz zum Reitsport, der ja überwiegend von Mädchen wahrgenommen werden möchte.“ Laut der Schülerbefragung liege das vor allem an der Finanzierung. Borchers’ Appell lautete daher: „Mehr Geld fürs Reiten!“ Im Austausch mit den Reitklubs sowie durch eine Finanzierung der Stadt wäre das vielleicht möglich, ergänzte Frank Peters (Freie Wähler).

Emshoff: „Ein Kino fehlt sicherlich“

Für Jugendausschussmitglied Volker Emshoff (CDU) sei es klar zu sehen, wie hoch der Sport bei den Schülern angesehen ist. „Aber ein Kino fehlt sicherlich. Die Kinder haben an einem Samstagabend hier nicht die Möglichkeit und müssen beispielsweise nach Bremen fahren.“ Er wüsste als 16-Jähriger auch nicht, was er dann machen würde. Sozialarbeiterin Düver betonte, dass das Rotenburger Stadtkinoprogramm von den Jugendlichen kaum frequentiert werde. „Ein typisches Kinoflair ist da auch nicht gegeben“, meinte Peters. Für die jungen Menschen gehe es vor allem um den Erlebnisfaktor, der Treffpunkt stehe im Vordergrund. „Ich bin zuversichtlich, dass Investoren den Bedarf in Rotenburg erkennen werden“, gab sich Peters optimistisch. „Die Stadt würde irgendwann davon profitieren“, stimmte ihm Uwe Lüttjohann (SPD) zu.

Überwiegend 12- bis 13-Jährige füllten ihre Fragebögen aus. Bei den 16- bis 17-Jährigen war das Interesse nicht mehr so groß. Gunter Schwedesky (FDP) sah den Grund der geringen Teilnahme dieser Altersgruppe darin, dass sie ja bald eh einen Führerschein besitzen und die Fahrten ins Kino nach Bremen leichter realisieren können.

Öffentliche Sportplätze fehlen

Auch wenn das Vereinsangebot sehr gut ist, kritisierten viele Befragte fehlende öffentliche Sportplätze in Rotenburg, die ohne Vereinszugehörigkeit genutzt werden können. Für Ausschussvorsitzenden Eike Holsten (CDU) müsse man zu diesem und weiteren Punkten „die Jugend sukzessive miteinbeziehen“. Die hat besonders an den Wochenenden viel Freizeit: Während eines Schultags seien es 4,2 Stunden und an den Wochenendtagen rund zehn Stunden. Holsten, seine Ausschusskollegen sowie Hermann und Düver sehen mehr Potenzial bei der Bewerbung von Freizeitangeboten in sozialen Netzwerken. 317 der 710 Schüler möchten vor allem über Whatsapp informiert werden, Facebook landet auf Platz zwei mit 117 Stimmen.

Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hält die Umfrage für repräsentativ, Pläne für öffentliche Sportplätze seien bereits in Arbeit. Für ein Kino müsse aber zuallererst ein bezahlbares Grundstück gefunden werden, die Stadt befasse sich schon seit einem Jahr mit einem geeigneten Standort.

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