Mehr Chance als Hauptgewinn

Für eine umfangreiche Sanierung und Aufwertung des Erlebnisbades Ronolulu sind allein zehn Millionen Euro in den vorbereitenden Untersuchungen des städtischen Entwicklungskonzepts verankert.
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Für eine umfangreiche Sanierung und Aufwertung des Erlebnisbades Ronolulu sind allein zehn Millionen Euro in den vorbereitenden Untersuchungen des städtischen Entwicklungskonzepts verankert.

Es muss was für die Stadt getan werden. Und das kostet viel Geld: 45 Millionen Euro will Rotenburg in Sanierung, Aufwertung und Umgestaltung zwei zentraler Quartiere investieren lassen. Zwei Drittel sollen ab 2022 aus dem Fördertopf der Städtebauförderung fließen. Doch die Politik sieht noch Gesprächsbedarf.

Rotenburg – Hartmut Leefers geht es zu schnell. Der Ratsvorsitzende aus den Reihen der CDU bremst am Dienstagabend im Ausschuss für Planung und Hochbau in die Euphorie hinein, die Stadtplaner Clemens Bumann eine knappe halbe Stunde hat spüren lassen. Knapp 45 Millionen Euro sollen die Maßnahmen kosten, die der Stadt ein neues Gesicht in zentralen Bereichen geben könnten. Gut 25 Jahre nach dem letzten großen Umbau der Innenstadt mit dem Kerngebiet der Fußgängerzonen hofft die Stadt auf die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm von Bund, Ländern und Gemeinden. Dafür mussten umfangreiche Konzeptpapiere erstellt werden, auf rund 350 Seiten sind nun die sogenannten vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen. Die Innenstadt mit den Niederungen von Wümme und Wiedau/Rodau sowie dem Altgelände der Rotenburger Werke und insbesondere die Rotenburger „Problembezirke“ im Bereich Auf dem Loh/Berliner Ring sollen aufgewertet werden.

Leefers ist von dem, was Buhmann nach der nicht-öffentlichen Ratssitzung Anfang Oktober noch einmal vorstellt, begeistert. Aber: „Es sind noch nicht alle Ratsmitglieder mitgenommen.“ Man wolle sich zum Thema noch weiter beraten. Der Ausschuss vertagt das Thema auf Februar.

Denn natürlich geht es trotz der Fördertöpfe auch für die Stadt um viel Geld. Ein Drittel der Kosten müsste sie übernehmen. Wird alles genehmigt, könnten das ab 2022 im städtischen Haushalt jährlich rund 1,5 Millionen Euro sein. Viele Mittel wären damit gebunden, zuletzt flossen jährlich sieben bis zehn Millionen Euro aus der Stadtkasse in Investitionen – auch wenn private Investoren mit an Bord wären. In der Ausschusssitzung sitzen einige interessierte Bauunternehmer als Zuschauer.

Es „ging um Überlegungen für die Zukunft der Stadt Rotenburg/Wümme, weiter noch nichts“, hat Stadtwerke-Chef Volker Meyer vor ein paar Wochen in der Hauspostille mitgeteilt, gefragt nach den Zeitungsberichten über die zehn Millionen Euro, die allein für die „Errichtung eines Freizeit- und Erlebnisbades“ veranschlagt sind. Da hat Meyer als Chef des Ronolulu natürlich Recht, und genau so sind die Kostenkalkulationen in Höhe von fast 29 Millionen für die Innenstadt und 16 für das Gebiet zwischen Auf dem Loh und Berliner Ring zu verstehen: Was am Ende überhaupt umgesetzt werden kann, was genehmigt wird, was finanzierbar mit dem Eigenanteil ist – alles noch offen. Bumann: „Für jede größere Frage müssen Fachgutachten die Notwendigkeit belegen.“

Irgendwann braucht die Stadtverwaltung aber das Okay der Politik. Spätestens im Februar in der nächsten Fachausschuss-Sitzung soll es das geben, damit die Antragstellung bis Juni fertiggestellt werden kann. Bei einer Aufnahme ins Förderprogramm von Bund und Ländern könnten ab Frühjahr erste Maßnahmen umgesetzt werden. Von diesen sehen manche heute noch aus wie Luftschlösser, andere sind sehr konkret. Neben der Ronolulu-Sanierung stehen Ideen wie ein Veranstaltungszentrum für 2,1 Millionen Euro oder das lange geforderte innerstädtische Parkhaus mit drei Millionen Euro als große Pakete in den Konzepten, oftmals geht es aber mit viel geringeren Beträgen um Kleinigkeiten – schönere Spielplätze, bessere Wege, erneuerte Fassaden, Klimaschutzmaßnahmen, ansprechendere Grünflächen. Selbst Stadtteilfeste oder Quartierszeitungen tauchen als Initiativen für ein besseres Miteinander in einem der „am dichtesten besiedelten, der jüngsten und der internationalsten Quartiere der Stadt“ – das „Wohngebiet Auf dem Loh“ – auf. Zeitlich gestaffelt soll es mit er Umsetzung der städtischen Sanierung vorangehen, die erste Phase sieht zum Beispiel auf dem Loh zwei bessere Spielplätze, den Ausbau des Sandhasenwegs und eine bessere Verkehrsführung der Jägerhöhe sowie in der Innenstadt eine Aufwertung des Stadtstreeks mit neuen Wegen von der Alten Apotheke in die Wiedau-Niederung und die Entschärfung der Verkehrssituation auf der Goethestraße vor.

Hartmut Leefers bezeichnet trotz seines Einwands weiter bestehenden Beratungsbedarfs die Möglichkeit, ins Förderprogramm zu rutschen, als „Hauptgewinn“ für die Stadt. Das möchte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) allerdings nicht gerne hören. Es seien vielmehr bislang nicht nur 80 000 Euro in Konzepte geflossen, sondern vor allem viel Arbeit aller Beteiligten, um Missstände aufzudecken. Das sei eben gerade kein Glück, sondern eine „Riesenchance, besser zu werden“.

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