Ehrenamtliches Projekt am Unterstedter Friedhof

Mehr als nur ein Zaun

Der neue Zaun steht. Heinrich Bruns (v.l.), Mario Behnemann und Uwe Lüttjohann freuen sich.
+
Der neue Zaun steht. Heinrich Bruns (v.l.), Mario Behnemann und Uwe Lüttjohann freuen sich.

Unterstedt – Es ist vollbracht: Der neue Zaun am Friedhof in Unterstedt ist fertig. Zwar wird es noch eine Weile dauern, aber dann sieht er wieder so aus, wie er eigentlich immer ausgesehen hat. Und genau das war auch das Ziel, betont Ortsbürgermeister Uwe Lüttjohann (SPD). Zusammen mit Heinrich Bruns, Mario Behnemann, Jürgen Zuch und seinem Sohn Falk hat Lüttjohann das Projekt Zaunbau schließlich in Angriff genommen. „Endlich“, sagt er, „denn irgendwie haben wir das schon mehrere Jahre vor uns hergeschoben.“

Der alte Zaun war knapp 40 Jahre alt und abgängig. Etwas Neues musste her, aber wer kann sich drum kümmern? So viel war klar: Der Ortsrat würde die Mittel für das Material zur Verfügung stellen – in der Hoffnung, dass sich Fachleute finden, die den Job ehrenamtlich übernehmen, und alles in einem erträglichen Kostenrahmen bleibt. Lüttjohann kommt auf eine Idee: Er selbst hatte einst in der ehemaligen Zimmerei und Tischlerei Holsten gelernt. Mit mehreren damaligen Kollegen steht er über eine „WhatsApp“-Gruppe in Kontakt. Eine Anfrage an alle – und schon ist ein fünfköpfiges Team beisammen.

Was sich daraus entwickelt, ist mehr als nur ein neuer Zaun: Es ist ein erster Schritt in die Richtung, die Lüttjohann als Ortsbürgermeister grundsätzlich einschlagen möchte. Ihm geht es darum, dass sich die Menschen selbst im Ort wieder mehr bei vergleichbaren Projekten einbringen. Eine Maßnahme, die am Ende zu einem noch stärkeren Wir-Gefühl beitragen kann.

So erlebt es auch Heinrich Bruns, der die Fäden in die Hand nimmt. Er ist mittlerweile 64 Jahre alt und im Ruhestand. „Das war doch eine passende Aufgabe, und ich finde es gut, ehrenamtlich was zu machen“, sagt er. Und: Beim Projekt Zaunbau kann er endlich mal wieder mit seinem Lehrlingskollegen Jürgen Zuch zusammenarbeiten. Der ist ein Jahr älter und hat genauso viel Spaß daran. „Ja“, sagt Uwe Lüttjohann, „so etwas ist ein Zeichen für das Dorf.“ Ein Dorf, wie er es sich vorstellt. Eigeninitiative ergreifen, Verantwortung übernehmen – das sei mit Unterstützung des Ortsrates auch an anderen Stellen möglich. Auf dem Friedhof etwa, wenn sich Leute über das Aussehen von Freiflächen ärgern, oder auch auf dem Spieker-Gelände. Möglichkeiten gebe es einige.

Das Zaunbau-Team leistet ganze Arbeit und errichtet eben nicht einfach einen Zaun „von der Stange“. Aus einem großen Eichenblock heraus sägen sie die 555 Latten. Sie hobeln sie, damit sie in Form und Größe so aussehen, wie die am Vorgänger-Zaun. Auf einer Länge von mehr als 65 Metern befestigen sie die Latten mit Edelstahlschrauben – „der müsste jetzt eigentlich eine ganze Weile halten“, freut sich Mario Behnemann. Die Zeit dafür nimmt er sich gerne. „So kann man mal wieder ganz ohne Druck arbeiten.“

Das Holz des inzwischen dritten Zauns an der aus dem Jahr 1950 stammenden Anlage am Friedhof bleibt unbehandelt. „So“, erklärt Bruns, „nimmt das Holz wieder die Farbe an, wie sie die Leute kennen.“ Es geht um einen Wiedererkennungswert, unterstreicht Lüttjohann. Und er dankt der Familie Holsten: In der ehemaligen Werkstatt konnten sie mithilfe der alten Maschinen das Material vorbereiten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Meistgelesene Artikel

Kommentare