Medizinische Bilanz der Hitzewelle / Bis zu fünf Einlieferungen pro Tag

Sportler und Ältere besonders betroffen

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Bei Hitze gilt es vor allem, viel zu trinken. Am besten sind lauwarme Getränke.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Bei der vergangenen Hitzewelle sind viele Menschen an ihre körperlichen Grenzen gestoßen. Temperaturen von bis zu 37 Grad sorgten vielerorts in Rotenburg und Umgebung dafür, dass so mancher auch medizinisch betreut werden musste. Im Diakoniklinikum in der Kreisstadt kam es zu durch die Hitze bedingter Einlieferungen.

So wurden dort pro Tag drei bis fünf Personen in das Krankenhaus eingeliefert, berichtet Dr. Oliver Fröhlich, der ärztliche Leiter im Zentrum für Notfallmedizin, auf Nachfrage der Kreiszeitung. Für die meisten war es lediglich ein kurzer Aufenthalt – es fand lediglich eine stationäre Behandlung statt.

Dabei seien auch viele junge Menschen gewesen, so der Mediziner – Fitnessbegeisterte, die in der Sonne Sport getrieben hätten, „aber auch Menschen, die sich bei der Arbeit starken Anstrengungen aussetzten“. Der Grund für die Einlieferung sei meist der typische Hitzeschlag gewesen, gefolgt von einem Kreislaufkollaps. Ebenso gab es Anzeichen wie Flüssigkeitsmangel, Herzrasen, Muskelschmerzen und Wesensveränderungen – bis hin zu Halluzinationen.

„Wenn es so weit kommt, befindet man sich eventuell in Lebensgefahr und sollte sofort ins Krankenhaus kommen“, sagt Fröhlich. „In der Hitze entwickelt sich schnell ein Wasser- und Salzmangel, bis betroffene Personen irgendwann das Bewusstsein verlieren“, so der Mediziner weiter. Das gelte auch für ältere Menschen, die die zweite Personengruppe bilden, die in den vergangenen Tagen häufig Probleme mit der Hitze hatte. Oft waren laut Fröhlich demente Patienten dabei. Diese würden oftmals wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, so der Arzt.

Wenn eine demente Person aufgrund der hohen Temperaturen eingeliefert wird, führen die Ärzte ihr intravenös ein bis zwei Liter Flüssigkeit zu, um den Mangel auszugleichen und das Bewusstsein wieder herzustellen. „Auch zuhause sollte versucht werden, betroffenen Personen möglichst viel Flüssigkeit zu trinken zu geben“, rät Fröhlich. 

Der Mediziner hat noch weitere Ratschläge parat, wie man Hitzetage auch gesundheitlich am besten übersteht. „Im Grunde gilt immer noch, was schon unsere Großeltern gepredigt haben: Raus aus der prallen Sonne und viel trinken“, so Fröhlich. Nach Möglichkeit solle man lauwarme Getränke zu sich nehmen, die physiologisch gesehen am sinnvollsten seien – „auch wenn sie nicht am leckersten sind“. Kinder sollten nie der Sonne ausgesetzt oder alleine im Auto gelassen werden, da dann sehr schnell ein Sonnenstich oder Hitzschlag droht. „Und nur um gut auszusehen, Hautkrebs durch exzessives Sonnenbaden zu riskieren, ist ehrlich gesagt auch keine Option“, meint der Mediziner.

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