Meckes Sohn ist empört

Stadt will Weg umbenennen – doch Nachfahre zweifelt Gründe an

Noch in diesem Jahr will Bürgermeister Weber die Umbenennung des Weges dem Stadtrat vorschlagen. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Stadt Rotenburg will den Dr.-Walter-Mecke-Damm wegen der NS-Vergangenheit des Namensgebers umbenennen. Das hat Bürgermeister Andreas Weber (SPD) vergangene Woche bestätigt. Mecke, im Rotenburger Diakonieklinikum in leitender Funktion von 1937 bis 1969 tätig, war nach Recherche des Mutterhauses 1933 in die SA eingetreten und als als Sturmbannarzt in Göttingen, Berlin und Höxter tätig. 1996 ist Walter Mecke gestorben.

Meckes Sohn Erich Mecke hat sich nun an die Kreiszeitung gewandt und zeigt sich „empört“. Sein Vater sei nicht „in die SA eingetreten“, so der in Hannover Lebende Mecke. Richtig sei vielmehr, dass die Uniklinik Göttingen, in der sein Vater als Assistenzarzt tätig gewesen war, von den Ärzten verlangt habe, sich politisch zu engagieren. Walter Mecke sei daraufhin dem „Stahlhelm” beigetreten, der zusammen mit anderen ähnlichen Organisationen gleichgeschaltet wurde. Die unter 35-jährigen Mitglieder seien in die SA eingegliedert worden. Den Titel eines SA-Sturmbannarztes habe er ohne eigenes Zutun verliehen bekommen, „denn er war ja als Krankenhausarzt in Göttingen und später in Berlin beruflich gut ausgelastet“, so Meckes Sohn. Dass er auf diesen Titel stolz gewesen sei, wie Matthias Richter, Vorstandsvorsitzender des Diakonissen-Mutterhauses, sagt, passe nicht zu seinem Charakter. Mecke habe seinen Vater nie in SA-Uniform gesehen, und nach dem Krieg sei er bei der Entnazifizierung entlastet worden.

Mutterhaus-Chef Richter hatte betont, dass Mecke damals in seiner Bewerbung am Diako ausdrücklich auf die SA-Tätigkeit verwiesen habe, was dessen Gesinnung deutlich mache. „Dieses allein ist für mich das entscheidende Kriterium, das für eine Umbenennung spricht.“ Und: „Selbst wenn sich der Stadtrat dagegen entscheiden würde, könnte es in keinem Fall so bleiben, dass der erklärende Hinweis unter dem Mecke-Damm-Schild auf seine Tätigkeit im Diako verweist, sein SA-Engagement aber verschweigt.“

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