Matthias-Claudius-Altenhilfe gibt Belastungen nach

Optimismus trotz Insolvenz

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Mit dem Betrieb der Pflegeeinrichtungen der Matthias-Claudius-Altenhilfe soll es trotz Insolvenzantrag weitergehen.

Rotenburg - Die schwierige Situation in der Pflegebranche hat bei der Matthias-Claudius-Altenhilfe (MCA) für eine wirtschaftliche Schieflage gesorgt. Der Trägerverein habe daher einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht in Walsrode gestellt. Das teilt Geschäftsführer Heiko Müller auf Anfrage mit. Der Betrieb der Pflegeeinrichtungen soll aber weitergehen.

„Wir haben uns lange gegen die Verluste in unseren Pflegeeinrichtungen gestemmt“, macht Müller deutlich. Doch die Grenze sei irgendwann erreicht gewesen. Die drei Standorte – das Matthias-Claudius-Heim und das Haus Hemphöfen in Rotenburg sowie der Beekepark in Scheeßel – hätten sich der schwierigen Branchensituation nicht mehr entziehen können.

So kämpften die Einrichtungen – trotz guter Auslastung – seit Jahren mit hohen Verlusten, die bisher der Trägerverein MCA ausgeglichen habe. Sogar ein „umfangreiches Sparprogramm“ sei umgesetzt worden – offenbar ohne durchschlagenden Erfolg. Zu groß seien die Belastungen aus Immobiliendarlehen, der Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzeptes sowie der gestiegenen Personalkosten durch Tariferhöhungen und die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

Der Trägerverein habe die Mitarbeiter der Einrichtungen bereits über den Insolvenzantrag informiert. „Der Geschäftsbetrieb der Matthias-Claudius-Altenhilfegruppe wird genauso wie bisher fortgeführt“, sagt Sebastian Ludolfs, vorläufiger Insolvenzverwalter. „Die Bewohner und Angehörigen müssen sich keine Sorgen machen.“ Auch die Löhne seien bis zum 31. Dezember dieses Jahres gesichert. Betroffen sind etwa 260 Mitarbeiter, die 240 Senioren betreuen. Er betont außerdem, dass die Stimmung innerhalb der Belegschaft positiv sei, „das ist nicht überall so“. Ludolfs habe bereits erste Gespräche mit Mitarbeitern geführt. Deren positive Einstellung habe ihn beeindruckt, sagt er.

Gemeinsam mit den Beteiligten gehe es nun darum, „eine dauerhafte Lösung für den Fortbestand“ der MCA zu finden. Die Gläubiger hätten schon Gesprächsbereitschaft signalisiert. Hilfreich sei, dass die Verantwortlichen den Antrag frühzeitig gestellt hätten. „Wir krempeln jetzt die Ärmel noch weiter hoch und werden alles dafür tun, die Situation gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter zu drehen und die Matthias-Claudius-Altenhilfegruppe wirtschaftlich stabil neu zu positionieren“, stellt auch der Geschäftsführer klar.

Die MCA wurde 1892 als „Herberge zur Heimat“ gegründet. 1977 übernahm er die Trägerschaft des Matthias-Claudius-Heimes am Berliner Ring in Rotenburg. 2002 die für das Haus Hemphöfen in Rotenburg. Im Mai 2007 begann die Arbeit in Scheeßel. Die MCA ist Mitglied im Diakonischen Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover.

iq/jet

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