Ausstattung der Polizei ändert sich mit der neuen Sicherheitslage

Maschinenpistole und Schutzweste ein Muss

Polizeikommissarin Alena Röhrs hat einen Job bei der Polizeiinspektion Rotenburg bekommen. Die Waffe muss sie ständig tragen, unter der Uniform zusätzlich eine Schutzweste. An Bord des Einsatzwagens ist permanent eine Maschinenpistole. - Fotos: Menker (3) / Polizei

Rotenburg - Von Guido Menker. Auch die Polizei in Niedersachsen muss sich jederzeit auf terroristische Szenarien einstellen. Das Land reagiert daher auf die sich mehr und mehr verändernde Sicherheitslage nicht erst seit gestern mit millionenschweren Investitionen in die Ausstattung und Ausrüstung der Beamten – auch in Rotenburg. Was hat sich geändert? Was ist neu? Was tragen die Polizisten während des Einsatz- und Streifendienstes am Körper? Was haben sie im Fahrzeug dabei, um ihre Arbeit vor allem sicher machen zu können? Wir haben es uns in der Polizeiinspektion in Rotenburg einmal Stück für Stück zeigen lassen.

Rund 300 Kollegen sind in der Polizeiinspektion tätig und auf die Wachen im gesamten Landkreis verteilt. 65 Fahrzeuge stehen ihnen zur Verfügung. Eines davon ist seit Beginn dieses Monats mit einer fest eingebauten Kamera unterwegs, wie Polizeisprecher Heiner van der Werp berichtet. Dahinter stecke ein Pilotprojekt, um ein Jahr lang Erfahrungen damit zu sammeln. Es gehe vor allem um die Eigensicherung der Kollegen. „Eine Kamera schreckt ab“, ist sich van der Werp sicher. Vielleicht verschafft sich die Polizei damit auch einfach wieder mehr Respekt. In einem Jahr wissen die Beamten mehr – möglicherweise wird künftig jedes Fahrzeug ein elektronisches Auge an Bord haben. An der Erprobung der Body-Cam ist Rotenburg hingegen nicht beteiligt.

Aber auch so hat sich im Laufe der vergangenen Wochen und Monate für die Polizisten einiges geändert. Inzwischen liegt grundsätzlich eine Maschinenpistole im Fahrzeug. Außerdem haben die Beamten während ihres Dienstes grundsätzlich eine schusssichere Weste unter der Uniform zu tragen. Und für spezielle Einsätze stehen ihnen zusätzlich sogenannte Plattenträger zur Verfügung, die auch Schüsse aus einem automatischen Kalaschnikow-Gewehr abhalten.

Das permanente Tragen der leichteren Schutzweste sei kein Problem, sagen Hendrik von Hollen und Alena Röhrs, beide Polizeikommissare in Rotenburg. „Man gewöhnt sich daran.“ Genauso wie an das permanente Tragen der Schusswaffe – auch dann, wenn einer der Kollegen beispielsweise im Kindergarten zu Gast ist, um über Verkehrserziehung zu sprechen. „Auch das ist eine Auswirkung der Terrorgeschichten aus den vergangenen Monaten“, erklärt van der Werp. Doch mit der Ausstattung allein ist es nicht getan. Um das subjektive Sicherheitsgefühl der Beamten zu festigen, stehen auch immer wieder Trainingseinheiten zu ganz gezielten Lagen auf dem Dienstplan. Es gehe um bestimmte Verhaltensweisen, um Automatismen, so van der Werp. Amokläufe, Terroranschläge – das Spektrum sei groß.

Hendrik von Hollen mit der MP5. Die ist neuerdings immer an Bord.

Aber selbst im normalen Alltagsgeschehen können die Polizisten in Situationen geraten, die eine gute und vor allem umfassende Ausrüstung erforderlich machen.

Röhrs und von Hollen zeigen, was sie so alles am Körper tragen, wenn sie sich auf den Weg machen. An einem Gürtel haben sie Pfefferspray, ihre Schusswaffe, dazu ein Ersatzmagazin, dazu eine Halterung für den Schlagstock, eine Taschenlampe, Handfesseln mit Schlüssel und Kabelbinder. „Da kommen schon einige Kilogramm zusammen, wenn man die Schutzweste noch dazu nimmt“, so von Hollen.

Barzahlung ist nicht mehr möglich

Ein Blick in eines der Einsatzfahrzeuge verrät: Hier herrscht penible Ordnung, alles hat seinen Platz. Schließlich muss jedes Teil im Fall der Fälle möglichst schnell griffbereit sein. Doch dabei nehmen vor allem die Dinge für das normale Alltagsgeschäft der Polizei großen Raum ein. Neben der fest montierten Funkausrüstung haben die Dienstwagen auch ein Dokumentenprüfgerät an Bord. In festen Boxen liegen der Alcomat, Drogentester, Markierungsspray, Sicherheitshütchen, Metermaß und Formulare, DNA-Tütchen, Mundschutz, Taschenlampe, Feuerlöscher, Sicherheitsleuchten sowie Seuchenschutzanzüge. Darüber hinaus steht auf der Wache für jedes Fahrzeug eine mobile Kiste, in der die Handfunkgeräte, ein Fotoapparat, Diktiergerät und Zollstock zu finden sind und die zu jeder Einsatzfahrt mit ins Auto genommen werden.

Waffe, Handschuhe, Taschenlampe, Pfefferspray, Handschellen und Ersatzmagazin: Das alles tragen Polizisten am Gürtel.

Klar, die Akkus müssen auch mal geladen werden – darum kümmert sich das Team selbst. Auch darum, dass der Tank des Wagens bei Dienstschluss immer mindestens noch halbvoll ist. „Sonst kostet das eine Runde“, sagt van der Werp schmunzelnd. „Wir machen das alles ja nicht für andere, sondern für uns selbst“, sagt Alena Röhrs. Aber das mit dem Teamwork scheint sehr gut zu klappen. Sie und auch ihr Kollege von Hollen sind glücklich, nach der Ausbildung ihre Arbeitsplätze in Rotenburg gefunden zu haben.

Das, was heute in Sachen Ausrüstung üblich ist, stellt für die beiden jungen Kollegen eine Selbstverständlichkeit dar. Ältere Kollegen müssen sich erst einmal daran gewöhnen. Früher war es beispielsweise ganz normal, in bar zu zahlen, wenn die Beamten einen Autofahrer zur Kasse gebeten haben. Heute geht das nicht mehr, jetzt ist nur noch Kartenzahlung möglich. Auch das Gerät dafür hat einen festen Platz im Einsatzfahrzeug der Polizeiinspektion Rotenburg.

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