Erntedank-Gottesdienst der Werke auf dem Hartmannshof

Mit Marmelade aus der Tube

Peter Handrich zeigt, was alles zum Erntedank auf dem Altar gelandet ist. Foto: Pröhl

Rotenburg – Wenn der Erntedank-Gottesdienst auf dem Hartmannshof der Rotenburger Werke gefeiert wird, dann machen sich viele Menschen auf die Socken, um diesem besonderen kirchlichen Spektakel beizuwohnen. Weiß man doch, dass es im Anschluss immer etwas Leckeres aus der Küche der Werke zu essen gibt. So geschehen auch an diesem Sonntagnachmittag.

Zwei Busladungen interessierter Bewohner lassen sich rechtzeitig vom Fahrdienst heran kutschieren, aber auch Menschen aus der kirchlichen Umgebung haben sich wieder einmal auf den Weg gemacht, sodass letztlich knapp 150 Gäste in der von fleißigen Händen schön dekorierten Scheune ihren Platz finden.

Und richtig, es riecht bereits nach Bratwurst, der Grill hat sich schon warmgelaufen, Kürbis-Suppe dampft aus Kochtöpfen. Für den musikalischen Rahmen sorgt diesmal „Öku-Pax“, die Kirchen-Band mit Chor und guter Stimmung aus Horstedt. Eigentlich möchten die Musiker ordentlich einheizen, was bei den Temperaturen allerdings nicht ganz funktionieren will, hat sich der Herbst doch schon zu sehr in dem Gemäuer kühl eingenistet. Dennoch herrscht ausgelassene Stimmung, als Pastor Peter Handrich von den Rotenburger Werken und sein Kollege Christian Relius aus der Michaelsgemeinde alle Gäste begrüßen. „Bis vor Kurzem standen hier noch Trecker“, verrät Handrich und macht damit klar, dass viele helfende Hände dafür gesorgt haben, die große Scheune für den Gottesdienst herzurichten. Und schon kann es losgehen. Unter Applaus liefert Öku-Pax kirchliche Gesänge, werden Gebete gesprochen.

Und dann führt Handrich vor, was in diesem Jahr alles auf dem Altar-Tisch gelandet ist. „Nein, Grünkohl ist nicht dabei“, stellt er fest, wohl aber Kartoffeln, Gurken, Kürbisse, Brot und Eier von Hühnern, die auf dem Hartmannshof ständig Musik hören. Das hält den Fuchs fern. Aber auch Fisch und Wurstwaren hält Pastor Handrich in die Luft. Und was ist das? „Marmelade aus der Tube“, sagt Handrich unter großem Gelächter der Gäste. Er wisse aber auch nicht recht, wie die da reingekommen sei. Und dann schlägt er durchaus ernste Töne an, spricht vom Klimawandel. Ernährung müsse wohl dosiert sein. „Einmal die Woche Fleisch“, habe es in seiner Kindheit gegeben. „Immer sonntags“, verrät er. Das sei im Grunde vernünftig. Auch der Fischfang müsse in Maßen geschehen, „sonst räumen wir das Meer aus“, mahnt er. Und so schließt die Fürbitte nachdenklich stimmende Gedanken mit ein: „Danke für die Ernte und alles, was geschenkt wird“, sagt Christian Relius. Und Peter Handrich fügt an: „Wir bitten Gott um Weisheit bei der Lösung aller Probleme, die wir uns eingebrockt haben.“ Die Rufe nach Zugabe aus der inklusiven Gemeinde finden lediglich bei Öku-Pax Anklang. Und während die Band noch etwas nachlegt, geht es schon mal an die heiße Kürbis-Suppe und Bratwurst. Darf sein, es ist ja Sonntag. Und nach zwei Stunden löst sich die Gemeinde wieder auf und tritt den Heimweg an.  hp

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