Der Markt hat Aufnahmekraft

Auch im Dezember sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Rotenburg

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Oliver Lemke (l.), Leiter der Agentur für Arbeit in Rotenburg, und der neue Jobcenter-Chef Gregor Stein haben gestern die aus ihrer Sicht erfreulichen Arbeitsmarkt-Eckdaten bekanntegegeben.

Rotenburg - Von Guido Menker. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit im letzten Monat eines Jahres ist typisch. Das sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Agentur für Arbeit in Stade, Dagmar Froelich. Eine Feststellung, die auf den Landkreis Rotenburg diesmal allerdings nicht zutrifft.

Hier ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember nämlich leicht gesunken und die Arbeitslosenquote mit vier Prozent stabil geblieben. 3.552 Männer und Frauen waren im vergangenen Monat auf Jobsuche – zehn weniger als im November. Das berichtet Oliver Lemke, Leiter in der Rotenburger Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, zusammen mit dem neuen Chef des Rotenburger Jobcenters, Gregor Stein.

Die Situation allein treibt den beiden Männern schon ein nicht mehr zu übersehendes Lächeln ins Gesicht. Und Lemke schiebt gleich noch eine weitere Zahl hinterher: Im vergangenen Jahr gab es 55.408 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Landkreis Rotenburg – so viele, wie noch nie zuvor. 

Nachfrage nach Arbeitskräften hält weiter an

Stichtag für die Erhebung dieses Bestandes ist immer der 30. Juni eines Jahres. Lemke: „Vor zehn Jahren waren es 13.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte weniger.“ So erklärt sich dann die gute Laune bei Lemke und Stein. Der Arbeitsmarkt im Landkreis erweist sich nach wie vor als aufnahmefähig, und die Nachfrage nach Arbeitskräften hält weiter an.

Aber: „Wir haben noch viel zu tun“, sagt Lemke. Denn im Bestand der Arbeitslosen sinkt die Zahl der Fachkräfte von Monat zu Monat. Doch genau die werden in vielen Betrieben händeringend gesucht. Es gehe also darum, die offenen Stellen und die Bewerber in Einklang zu bringen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn die Arbeitslosen die auf dem Arbeitsmarkt erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllen.

Jugendlichen für eine Ausbildung begeistern

Auch in diesem Jahr wollen die Agentur für Arbeit und das Jobcenter daher genau an dieser Stelle weiter den Hebel ansetzen – zunächst haben sie dabei die jungen Leute unter 25 Jahren im Blick. Lemke: „Es gilt dabei, die Jugendlichen für eine Ausbildung zu begeistern.“ Zu tun haben sie es mit jungen Menschen, die bislang noch keine Ausbildung gemacht oder einen ersten Versuch abgebrochen haben. 

Aber auch junge Menschen, die zwar eine Ausbildung in der Tasche, den nächsten Schritt hin zu einer festen Anstellung jedoch nicht geschafft haben, sollen mit entsprechenden Maßnahmen die für sie nächste Schwelle zu überwinden versuchen. Mindestens 30 Plätze wollen Agentur und Jobcenter dafür zur Verfügung stellen – bei der deutschen Angestellten-Akademie (DAA) in Rotenburg sowie beim Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) in Zeven. 

13 Wochen dauert ein solches Programm, das unter anderem auch ein sechswöchiges Praktikum beinhalten soll. In diesem Zusammenhang weist Gregor Stein auch auf die Angebote der drei Jugendberatungscenter im Landkreis Rotenburg hin. Dort haben Jugendliche die Möglichkeit, sich mit Blick auf den Übergang von der Schule zum Beruf beraten zu lassen und Orientierungshilfen zu erhalten.

Wege aus der Arbeitslosigkeit

Für Arbeitslose über 25 Jahren hält die Agentur für Arbeit das Projekt „Spätstarter“ bereit. In diesem Fall geht es um Umschulungen, die eben auch dann möglich sind, wenn die Teilnehmer zwar keine Ausbildung, aber eben schon berufliche Vorerfahrungen mitbringen. Für noch ältere Arbeitslose gibt es derweil eine Förderung zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Chance, sich über Kurz-Qualifikationen das Rüstzeug zu verschaffen, um als Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Über die üblichen Eckdaten hinaus hat Gregor Stein auch aus dem Bereich des Jobcenters gute Nachrichten zu vermelden. Nachdem bereits in den Herbstmonaten die Zahl der vom Jobcenter betreuten Bedarfsgemeinschaften gesunken war, kam es – nach einem leichten Anstieg im November – nun wieder zu einem deutlichen Rückgang. 

Die Zahl der auf Hartz IV angewiesen Bedarfsgemeinschaften sei von 3 992 im Vormonat auf 3 935 im aktuellen Monat gesunken. Der Dezemberwert liege somit um 1,4 Prozent unter dem Vormonatsniveau und um nur 0,1 Prozent über dem Vorjahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sei um 94 Personen gesunken.

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