Start am 1. Februar

Projekt „Passt!“ gibt Marketinghilfe für Handwerksbetriebe

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Ab Februar stehen die Projekt-Berater Anna-Lena Will (v.l.), Marco Zwillich und Wolfgang Scheller regionalen Handwerksbetrieben zur Verfügung.

Mulmshorn - Von Joris Ujen. Demografischer Wandel, immer weniger Ausbildungsbetriebe und junge Menschen, die statt einer Ausbildung ein Studium bevorzugen, woraus ein Fachkräftemangel resultiert. Diesen gegenwärtigen und zukünftigen Problemen möchte der Landkreis in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser entgegenwirken.

Dafür haben deren Vertreter einem rund 70-köpfigen Publikum aus Wirtschaft, Politik und öffentlichen Einrichtungen im Mulmshorner Hotel „Heidejäger“ das befristete Projekt „Passt!“ vorgestellt. Mit drei Beratern in Rotenburg, Zeven und Bremervörde sollen von Februar an bis April 2020 regionale Handwerksbetriebe – mit einer Größe von bis zu 49 Mitarbeitern – kostenlose Unterstützung im Bereich Ausbildungsmarketing erhalten, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Dadurch erhoffen sich die Initiatoren, mehr Bewerber für einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz zu begeistern.

In den Zeiten des Fachkräftemangels müssen die Fachkräfte von Morgen direkt angesprochen werden, leitete Diedrich Höyns, Obermeister der Kfz-Innung Bremervörde und Vorstandsvorsitzender der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, den Präsentationsvormittag in Mulmshorn ein. Das soll „Passt!“ – konzipiert vom Jobcenter des Landkreises – nun umsetzen. 

Projektleiter Ulrich Schumann stellte den Gästen das „Passt!“-Förderprogramm vor. 

Höyns: „Die Attraktivität einer Ausbildung liegt seit Jahren hinter der des Studiums. Wir wollen angehenden Fachkräften – besonders in nicht so stark nachgefragten Berufen – die Scheu vor einer entsprechenden Ausbildung nehmen.“ In Nischenberufen sei schließlich auch die Konkurrenz nicht so groß. „Wir können nun eine Hilfestellung für regionale Betriebe bieten.“

Landrat Herrmann Luttmann stimmte seinem Vorredner zu und verkündete: „Der Fachkräftebedarf ist eines der zentralen Zukunftsthemen des Landkreises.“ Die Jahrgänge aus den 1950er- und 1960er-Jahren (Baby-boom) gehen bald in den Ruhestand.

Angebote vernetzen und Synergieeffekte schaffen

Der anstehende Personalbedarf werde laut Luttmann in Zukunft immer weniger von Jugendlichen gedeckt werden können, die erfolgreich eine Ausbildung absolviert haben. „Auch das ist heute schon so gewiss wie der demografische Wandel.“ Mittelfristig müsse der Landkreis weiterhin von einem starken Rückgang der jungen Bürger ausgehen, die bevorzugt außerhalb der Region ein Studium beginnen. „Deswegen müssen wir diese von einem Ausbildungsplatz überzeugen“, so der Landrat. Und die Betriebe von dem „Passt!“-Projekt. Mit dem Ziel, bestehende Angebote zu vernetzen und Synergieeffekte zu schaffen.

Wie die Zusammenarbeit zwischen „Passt!“ und den Betrieben ermöglicht wird, erläuterte Projektleiter Ulrich Schumann: Ein Betrieb meldet sich beim passenden Berater, der wiederum für ein Erstgespräch den Betrieb aufsucht. Im Anschluss folgt ein Kooperationsvertrag, eine Analyse- und schließlich eine Umsetzungsphase. Schumann warb zudem für die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schulen, um die Jugendlichen frühzeitig erreichen zu können.

Videos sollen junge Menschen ansprechen

Auch Betriebe, die noch keine Ausbildungsplätze anbieten, erhalten eine umfangreiche Beratung, um diesen Schritt umsetzen zu können. Eine rechtliche Beratung zähle ebenfalls zu dem Beratungsservice des Förderprojektes. Der Projektleiter präsentierte dem Publikum zudem die sogenannte Praktikumsdatenbank. Dort sollen die teilnehmenden Betriebe mit allen notwendigen Informationen aufgelistet werden.

 Videos der Unternehmen, die gerade die jungen Menschen ansprechen sollen, werden von den Projektmitarbeitern produziert und online zur Verfügung gestellt. „Dadurch kommen die Betriebe selbst zu Wort“, erläuterte Schumann den Sinn und Zweck.

Beratung und -Unterstützung sind kostenfrei

Ein großer Vorteil für den Betrieb: Die „Passt!“-Beratung und -Unterstützung sind kostenfrei, gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Europäischen Sozialfonds. Das BMBF war im „Heidejäger“ mit seinem Ausbildungsstrukturprogramm „Jobstarter“ vor Ort. Deren Vertreter Herbert Rüb aus dem Regionalbüro Nord informierte die Gäste über die Fördertöpfe des BMBF.

Am Ende der Veranstaltung stellten sich auch die drei „Passt!“-Berater für den Landkreis vor. Anna-Lena Will, die ab Februar für die Region Rotenburg beschäftigt wird: „Auch wenn das Projekt befristet ist, wird es auf jeden Fall Spuren hinterlassen.“ Manchmal brauche es jemand, der einen Anstoß gibt, damit etwas Großes ins Rollen gebracht werden kann.

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