Maybebop stimmt mehr als 500 Zuschauer auf das Weihnachtsfest ein

Marihuana statt Myrrhe

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Bass Sebastian Schröder erfreute sich beim Konzert am imaginären Joint nach dem Motto: „Wer baut, der zieht!”

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Sie sind wieder da. Und sie sind gut wie eh und je. Die Rede ist von der vierköpfigen A-Capella-Formation Maybebop, die am Sonntagabend die Rotunde des Autohauses Sternpartner in Rotenburg füllte. Und das ganz ohne Werbung der veranstaltenden Kulturinitiative Rotenburg (Kir) – die regelmäßigen Besuche des Quartetts in der Wümmestadt, Heimat von Oliver Gies (Bariton), haben seit vielen Jahren Kultcharakter.

Und auch am Sonntag erlebten die rund 550 Zuschauer die bewährte Mischung aus perfekten Harmonien, intelligenten Arrangements und pfiffigen Choreografien. Denn die Auftritte der Vokalartisten sind mehr als reines Konzert. Sie sind Show, Performance, Comedy. So genügte auch dieses Mal ein Blick auf die Mimik der Musiker, um den Zuschauern ein Grinsen aufs Gesicht zu zaubern – urkomische Texte wie der Klassiker „Gummibaum“, bei dem der Weihnachtshype im Bollywoodstil auf die Schippe genommen wird, taten ihr Übriges. Im Programm „Schenken – Achtung Weihnachtslieder“ wurde das Weihnachtsfest in allen Facetten beleuchtet: Vom illegalen Tannenbaumschlagen über die Völlerei beim Weihnachtsessen bis zum mörderischen Fernsehprogramm am Heiligabend. Dabei gelang den Musikern immer wieder die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit – etwa in wunderschönen Interpretationen bekannter Weihnachtslieder wie dem geswingten „Let it snow“ oder dem als bombastische, düstere Popballade gegebenen „Es kommt ein Schiff geladen“ und ironischer Verballhornung. So gehörte der Klassiker „Hark the Angel“ als jointgeschwängerte Reggae-Version mit „Gangnamstyle“-Elementen wieder zu den weihnachtlichen Leckerbissen, ebenso das gerappte „Morgen Kinder“.

Maybebop spielen in Rotenburg

Aber auch einige ernsthafte neue Stücke waren dabei: Beispielsweise ein tiefgründiges noch titelloses Stück, in dem der Heiland einen Weihnachtsgottesdienst erlebt, ebenso das nachdenkliche „Balthasar“, das die Suche nach der Krippe schildert. Dabei überzeugten die vier Sympathieträger mit großer Präsenz – und die forderten sie auch vom Publikum ein: „Josef lieber Josef mein“ mit vierstimmigem Publikumschor und Bluesharmonien – das konnte sich hören lassen. Die Zuschauer dankten es durch ihre Treue: Der größte Teil des Publikums bestand aus „Wiederholungstätern“. Unter ihnen Susanne Glüs, die mit ihrem Sohn gekommen war: „Wir versuchen, alle Konzerte in der Umgebung zu erleben, waren auch schon in Buchholz oder Bremen.“ Die Einstimmung auf Weihnachten – sie gelang, nicht zuletzt beim Medley aus „gefühlten 250 Liedern“, das in Sekundenschnelle die Brücke zwischen „Heidschi Bumbeitschi“, „Feed the World“ und einem lispelnden Rentier Rudolf schlug. Und ein bisschen gestaltete sich das Konzert auch wie das Fest selbst. Mit bewährter Tradition, einigen Überraschungen und besonderen Momenten – und der Erkenntnis nach rund zweieinhalb kurzweiligen Stunden bester Unterhaltung: „Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!“

Wurstwasser, Wildsau, Lametta und Vögelgezwitscher - und das Alles als improvisierter Irish Folk-Song.... geht nicht? Geht doch! Maybebop macht's möglich. Und Rotenburg feiert.

Posted by Rotenburger Kreiszeitung on Sonntag, 13. Dezember 2015

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