Marco Trochelmann gibt am Freitag ein Konzert auf der Fujara

„Ich war sofort infiziert“

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Die Art und Weise wie Marco Trochelmann seine Fujara spielt, hat er selbst entwickelt.

Waffensen - Von Manfred Klein. Er spielt das Instrument, als hätte er es für sich selbst erfunden: Marco Trochelmann gibt am Freitagabend, 20 Uhr, ein Solokonzert auf seiner Fujara, einer slowakischen Hirtenflöte im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Waffensen. Der gebürtige Bartelsdorfer leitet außerdem einen Fujara-Workshop an gleicher Stelle Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 18 Uhr.

Zur slowakischen Hirtenflöte ist Trochelmann durch besondere Umstände gekommen: Er besuchte seinen Freund und Mitstudenten Stefan von Bothmer, ein Spross der gleichnamigen Familie vom Rittergut Lauenbrück. Das war 1997. Die beiden Musiker wollten ein außergewöhnliches Kulturprojekt vorantreiben – „Klavier und Synthesizer“ –, als Trochelmann in der Ecke des Zimmers ein Instrument entdeckte, das er zuvor nie gesehen hatte. Von Bothmer berichtet, dass ein Freund die überdimensionale Flöte bei im gelassen habe, weil er mit einem VW-Bus einige Jahre durch Europa reisen wollte.

Marco Trochelmann versuchte, das Instrument zu spielen und entlockte ihm zauberhafte Töne. „Ich war sofort fasziniert und infiziert“, erinnert sich der 39-Jährige, der vor einiger Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Bartelsdorf gezogen ist. Im Laufe der Jahre hat er sich der Fujara parallel zu seinem Studium an der Universität der Künste in Berlin gewidmet, seine eigene Musik darauf entwickelt und diese Kunst und sein individuelles Können in Konzerten präsentiert.

In der Schweiz lernte er den gut 18 Jahre älteren Gerard Widmer kennen, der in Fachkreisen als „der Fujara-Spieler“ im deutschsprachigen Raum gilt. Von ihm bekam Trochelmann Kontaktadressen zu Fujara-Spielern und -Instrumentenbauern in der Slowakei. Sein Wissen um das Instrument vertiefte sich mit den Jahren. Heute gilt Marco Trochelmann als „Meister der Fujara“.

Die Musikdozentin Ingeborg Pfingsten (bis 2008 Professorin für Musikwissenschaft an der Universität der Künste Berlin) schreibt über Trochelmanns Musik: „Seine Konzerte und Einspielungen unterhalten nicht nur, sie bezaubern durch die Fülle an geistreichen Einfällen, den Facettenreichtum der klanglichen Darstellung und die vielfältigen Schattierungsmöglichkeiten, die er diesem originellen Instrument zu entlocken weiß.“

Auch Peter Grosz, Schriftsteller und Musikkenner aus Mainz, zeigt sich begeistert von Trochelmanns Spielweise und interpretiert sein Fujara-Spiel so: „... magische Klänge, die über das weiße Rauschen der Gegenwart hinwegtragen hin zu der irritierenden Erkenntnis, dass die verborgene Vielfalt dieser Welt nur mit den Ohren zu erahnen ist.“

Seit zehn Jahren spielt Trochelmann, der inzwischen drei CDs auf diesem Instrument eingespielt hat, auf der Fujara und gibt Solokonzerte mit der Hirtenflöte. Vor ebenfalls zehn Jahren wurde die Fujara von der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen.

Für das Konzert im Mehrgenerationenhaus Freitagabend gibt es noch Karten für zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) an der Abendkasse. Wer am Workshop teilnehmen möchte, kann sich vor oder nach dem Konzert oder auch in der Pause an Marco Trochelmann wenden. Einige Plätze seien noch frei, heißt es. Weitere Informationen gibt es im Internet.

www.tonfinder.de

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