Marco Trochelmann begeistert mit der Fujara im Mehrgenerationenhaus in Waffensen

„Die Königin der Flöten“

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Marco Trochelmann bringt mit seiner Fujara Melancholie und Sehnsucht rüber.

Waffensen - Immer schwingt etwas Wehmütiges mit, selbst wenn Marco Trochelmann die Töne in einer schnellen Abfolge und hoch auf seiner Fujara spielt. Rund 50 Zuhörer folgten dem Ausnahmekonzert des Bartelsdorfers mit seiner Obertonflöte im Mehrgenerationenhaus in Waffensen. Trochelmann nahm seine Gäste auf eine Reise durch die slowakische Klangwelt und „eine kleine Reise durch meine Gedankenwelt“ mit. Der Musiker konnte neben traditionellen Hirtenweisen auf eine ganze Anzahl eigener Kompositionen zurückgreifen.

Zu Beginn zeigte Trochelmann einige Bilder aus der Slowakei und erklärte seinen Weg zum Instrument: „Ich habe sie zuerst für ein australisches Didgeridoo gehalten“, sagte der Flötist. Nur mit dem Treffen sei es wie beim Bogenschießen: schwer. Die Töne, die Trochelmann der Kernspaltflöte auf Anhieb entlockte, faszinierten ihn so sehr, dass er sich auf die Spuren des etwa 300 Jahre alten Instrumentes begab und in der Slowakei landete. „In der Slowakei gilt die Fujara als ,Königin der Flöten'“, erzählte Trochelmann.

Die ersten Töne des Abends blies er aus den Ecken des Raumes an und gab damit wieder, wie sich die Hirten in der Bergwelt verständigten. Eindrucksvoll gab er diese Spielart, ein Zwiegespräch über Distanz, in einer Art Echospiel wieder. Die zweite Stimme kam allerdings vom Band. Schwer ist es, den Klang der Hirtenflöte zu erklären, die auf Naturtonleitern gespielt wird. Je nach Blasstärke verändert sich die Höhe des Tons. Er behält aber immer eine ganz eigene Wärme. Immer bleibt auch, selbst beim so genannten Rozfug, einer kurzen, rhythmischen Blastechnik, etwas Melancholie und Sehnsucht.

Mal variierte Trochelmann die Töne mit Einblasstärke und Grifflöchern, mal war es, als würde er gleichzeitig in die Flöte singen oder Beatboxen. Offenbar erzeugte er die Parallelität im Gaumenraum über die Kopfstimme und legte damit einen Oberton auf sein Holzblasinstrument, das zu den Obertonflöten gezählt wird, da durch das Überblasen genau diese Töne erzeugt werden.

bd

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