Gästeführer in Rotenburg feiern Geburtstag

„Man muss immer neugierig bleiben“

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Die Arbeitsgemeinschaft Gästeführungen startet in ihre neue Saison.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Die Heimat noch einmal ganz neu kennenlernen – mit diesem Ansatz gehen im Landkreis Rotenburg immer wieder die Gästeführer ans Werk. Sie wissen: Viele ihrer Zuhörer sind keine auswärtigen Besucher, sondern sind Menschen von vor Ort. In diesem Monat feiern sie gleich zwei Jahrestage: Zum einen jährt sich das Bestehen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Gästeführungen im Landkreis zum zehnten Mal, zugleich gibt es die Gästeführerinnen in Rotenburg und Umgebung jetzt seit 20 Jahren.

Es war weniger der Wunsch, anderen Menschen die Region zu erklären, der die mittlerweile 31 Aktiven innerhalb der AG zu Gästeführern werden lies. Viel mehr ging es ihnen darum, selbst möglichst viel über die Geschichte und Besonderheiten ihrer eigenen Wohnorte zu erfahren. „Das kann ja nicht schaden, dass man etwas über die Gegend weiß“, sagt Almuth Quehl aus Kirchwalsede trocken. Sie schlüpft für ihre Führungen gerne in historische Gewänder und Rollen.

„Wir wollen vermitteln, dass es auch hier spannende Geschichten gibt“, fährt sie fort. Und das mittlerweile mit einigem Erfolg: Insgesamt wurden im Jahr 2016 rund 16 800 Gäste geführt. Doch dafür mussten sie einiges an Vorbereitung hinter sich bringen. Sich einfach vor eine Gruppe stellen und erzählen, das machen die Gästeführer nicht. Es ist nicht nur die 160 Stunden lange Grundausbildung, in der angehenden Führer beispielsweise Rhetorik oder eine klare, laute und sauberer Aussprache erlernen oder auch in Konfliktlösung geschult werden. „Das ist nur das Rüstzeug, sich selbst etwas zu erarbeiten“, wissen die Gästeführer. Mit der Zeit entwickelt jeder seinen eigenen Stil. Und mit jedem neuen AG-Mitglied kommen neue Ideen dazu.

Natürlich steht auch das Führen einer Gruppe auf dem Lehrplan. Denn jede einzelne hat auch so seine Eigenheiten. „Jede Führung ist einzigartig“, sagt die AG-Vorsitzende für den Südkreis, Gina Lemme-Haase. Man wisse vorher nie, welche Anforderungen und Erwartungen die Zuhörer an ihren Führer haben.

Der tägliche Blick in die Zeitung ein Muss

Allerdings: Das richtige Lernen fängt eigentlich erst nach der Ausbildung an. So gehört der tägliche Blick in die Zeitung ebenso zu ihrer Arbeit wie „Fortbildungstermine“ – beispielsweise im Rotenburger Pressehaus oder bei der Landkreisverwaltung. Schließlich gilt es nicht nur Historisches zu erzählen, auch aktuelle Hintergründe wollen die Gästeführer liefern können – etwa zu Architektur, Kunst, EU-Recht, kommunale Strukturen oder auch Landwirtschaft. „Man muss immer neugierig bleiben“, sagt Hanna Hildebrand, die zusammen mit Lemme-Haase und Gerda Müller vor 20 Jahren eine der ersten Gästeführerinnen im Landkreis war.

Schwerpunkte der nun beginnenden Saison werden neben den bekannten Stadt- und Ortsführungen, Rad- und Wanderbegleitungen sowie pädagogisch geführte Natur- und Landschaftsführungen sein. Mit Busbegleitungen werden weiterhin Gäste der umliegenden Hotels durch den Landkreis bis hin zur Nordseeküste, an die Elbe und in die Heideregion sowie nach Bremen und Hamburg begleitet, kündigt die AG Gästeführungen an. Für den Bereich Rotenburg gibt es jetzt übrigens einen neuen Flyer, der alle Führungen in diesem Jahr auflistet. Er liegt an den bekannten Stellen aus.

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